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Polizeibericht

Zwei homophobe Übergriffe in Berlin

Die Berliner Polizei meldet erneut zwei offenbar aus Homophobie motivierte Gewalttaten: In beiden Fällen wurde ein Mann homosexuellenfeindlich beleidigt und tätlich angegriffen.

  • 28. August 2019, 12:09h, noch kein Kommentar

Am Dienstagabend kam es in Berlin-Mitte sowie in Berlin-Wilmersdorf zu zwei Übergriffen mit homophobem Hintergrund. Wie die Polizei informiert, ereignete sich der erste Zwischenfall in einem Zug der Linie U8. Nach bisherigen Ermittlungen betrat ein 35-Jähriger, der ein Kleid und Absatzschuhe trug, gegen 19 Uhr am U-Bahnhof Bernauer Straße einen Zug in Richtung Hermannplatz und setzte sich neben einen Mann, der viel Platz einnahm. Der 35-Jährige bat den Fahrgast, etwas Platz zu machen. Der Unbekannte entgegnete, dass er sitze, wie er möchte. Daraufhin beleidigte er den 35-Jährigen homophob.

Der Beleidigte ignorierte dies zunächst und bat den Mann erneut, Platz zu machen. Daraufhin wurde der 35-Jährige ein weiteres Mal beleidigt. Nachdem der Beschimpfte den Mann ein drittes Mal ansprach, schlug der Unbekannte dem 35-Jährigen mehrmals ins Gesicht.

Am U-Bahnhof Rosenthaler Platz verließ der Attackierte dann gemeinsam mit Zeugen den Zug, um die Polizei zu alarmieren. Als sich die Türen bereits schlossen, sprang der Angreifer noch aus dem Zug. Der 35-Jährige wollte ihn festhalten und zog ihn zu Boden. Der Festgehaltene drehte sich dann auf dem Boden um und schlug dem 35-Jährigen erneut mehrmals ins Gesicht. Zeugen zogen die beiden Männer auseinander, woraufhin der Täter flüchtete. Der 35-Jährige erlitt Kopfverletzungen und wollte sich selbst in ärztliche Behandlung begeben, gab die Polizei bekannt.

Mann mit Hund attackiert

Im zweiten Fall meldete sich ein 64-Jähriger auf einem Polizeiabschnitt und erstattete Anzeige wegen eines homophob motivierten Übergriffs. Er schilderte folgendes: Gegen 19.40 Uhr führte er zunächst seinen Hund aus und unterhielt sich dann vor einer Gaststätte in der Nikolsburger Straße mit einer Frau, die dort zu Gast war. Kurz darauf kam ein Mann aus der Gaststätte hinzu und es gab zwischen den beiden Männern ein Gespräch über den Hund des 64-Jährigen, der gegen einen Blumenkübel gepinkelt hatte.

Kurz darauf schlug ein weiterer Mann, der wohl auch zur Gaststätte gehörte, dem 64-Jährigen ins Gesicht und beschimpfte ihn homophob. Der Angegriffene stand anschließend leicht unter Schock und ging zunächst nach Hause. Er hatte Kopfverletzungen erlitten, die nicht behandelt werden mussten.

In beiden Fällen übernahm der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die Ermittlungen. Der Staatsschutz ermittelt in Berlin immer bei einem Verdacht auf Hasskriminalität.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI. (cw/pm)