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Erzbistum Bamberg

Suspendierter Pfarrer erhält 16 Monate nach Outing neue Stelle

Obwohl der Erzbischof von Bamberg als äußerst schwulenfeindlich gilt, holte er einen Priester in den kirchlichen Dienst zurück, der von einem italienischen Callboy geoutet worden war.


Dieses Sujetbild stammt aus dem nur Erwachsenen zugänglichen Erotikfilm "Penance", der sich mit den lüsternen Sünden von Pfarrern beschäftigt (Bild: Bulldog Studios)

Die kirchliche Karriere eines katholischen Priesters aus Oberfranken geht trotz des Outings durch einen Callboy weiter. Der heute 52-jährige Geistliche hatte im April letzten Jahres seine Stelle als Pfarrer der Bamberger Kirchengemeinde St. Martin verloren, nachdem Callboy Francesco Mangiacapra ihn als Kunden identifiziert hatte (queer.de berichtete). Das Erzbistum sprach damals von "schweren Verfehlungen" durch den Geistlichen.

Mangiacapra hatte sieben Jahre als Sexarbeiter in Rom gearbeitet. Er begründete sein Outing Dutzender Priester in einem Buch und Dossier damit, dass er die Heuchelei innerhalb der katholischen Kirche bloßstellen wolle (queer.de berichtete).


Callboy Francesco Mangiacapra outete den Bamberger Priester als einen seiner Kunden

Der frühere Bamberger Kunde Mangiacapra soll ab Herbst einen neuen Posten in der 17.000 Einwohner zählenden Kreisstadt Kronach erhalten, berichteten mehrere lokale Medien. Er soll dort als Pfarrvikar antreten – also ein Art Hilfspfarrer, der nicht den offiziellen Rechtsstatus eines Pfarrers inne hat, aber praktisch die gleichen Aufgaben erfüllt. Dies bestätigte eine Pressesprecherin des Erzbistums. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur erklärte sie, dass der Geistliche "nach den bekannt gewordenen Vorgängen eine ausgiebige Supervision wahrgenommen" habe und "therapeutisch begleitet" worden sei. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Erzbischof sprach sich kategorisch gegen homosexuelle Priester aus

Dem Erzbistum Bamberg steht seit 2002 Ludwig Schick als Erzbischof vor. Der 69-Jährige gilt als erbitterter Gegner von LGBTI-Rechten. So forderte er die Bundesregierung nach der Einführung der Ehe für alle auf, das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben erneut zu installieren (queer.de berichtete). Vergangenen Oktober sagte er außerdem, dass er keine Homosexuellen zum Priesteramt zulassen werde (queer.de berichtete).

Laut der offiziellen Position des Vatikans gilt innerhalb der katholischen Kirche eigentlich ein strenges Verbot für Homosexuelle und Männer, die Homo- und Bisexuellen gegenüber positiv eingestellt sind: Das geht aus einem Ende 2016 veröffentlichte Papier des Heiligen Stuhles hervor, wonach diejenigen nicht für das Priesteramt zugelassen werden dürften, "die Homosexualität praktizieren, homosexuelle Tendenzen haben oder eine sogenannte 'homosexuelle Kultur' unterstützen" (queer.de berichtete). (dk)



#1 GeorgB
  • 28.08.2019, 16:11h
  • "Er soll dort als Pfarrvikar antreten also ein Art Hilfspfarrer", "... eine ausgiebige Supervision wahrgenommen" habe und "therapeutisch begleitet" worden sei."

    Wie tief kann man sinken?
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#2 FliegenAnonym
  • 28.08.2019, 17:40h
  • ...ALLE RAUS AUS DIESEM VEREIN EGAL OB KATHOLISCH / EVANGELISCH ODER SONSTIGES !!!
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#3 DramaQueen24Profil
  • 28.08.2019, 19:31hBerlin
  • "... dass der Geistliche "nach den bekannt gewordenen Vorgängen eine ausgiebige Supervision wahrgenommen" habe und "therapeutisch begleitet" worden sei. "

    Im Klartext: Ihm wurde gesagt, dass er alles verliert, wenn er nicht offiziell heterosexuell und zölibatär ist und lebt. Er soll die Heuchelei und Doppelmoral n der RKK also unterstützen, um seinen Job zu behalten.
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#4 Puder BaerAnonym
#5 LotiAnonym
#6 stephan
  • 28.08.2019, 22:52h
  • Natürlich interessiert es mich nicht, wie röm.-.kath Priester oder Ordensleute ihre Sexualität leben (das weiß ich ohnehin, da ich selber 3 1/2 Jahre Benediktinermönch war und weiß, was hinter Klostermauern abgeht) und den Strichjungen, will ich dem ehemals suspendierten Pfarrer auch von Herzen gönnen (obwohl ich im Allgemeinen bezweifle, dass gekaufter Sex die psychische Gesundheit von Freier und Anbieter fördert). Ich frage mich nur, mit welchen verlogenen, ungeistigen, vielleicht aber eloquenten Klimmzügen, die Kirche den Segen und die Ehe für homosexuelle Paare verweigern will. Der Widersinn ist so offensichtlich: Schwule Beziehungen sind des Segens nicht würdig, aber dennoch kann ein schwuler Priester, der anstatt einer festen Beziehung Strichjungen mietet, 'in persona Christi handeln' und andere Beziehungen in göttlichem Auftrag segnen (und andere Sakramente feiern und spenden). Das muss die RKK jetzt mal erklären, wie diese Sichtweisen zusammenpassen! ... ES IST EBEN ALLES NUR HEUCHELEI!!!
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#7 AlexAnonym
#8 LotiAnonym
#9 Dont_talk_aboutProfil
#10 stromboliProfil
  • 29.08.2019, 12:17hberlin
  • Antwort auf #1 von GeorgB
  • " also ein Art Hilfspfarrer", "... eine ausgiebige Supervision wahrgenommen""therapeutisch begleitet"
    Wie tief kann man sinken?"
    Was lässt mensch "tief sinken": therapeutische supervison oder der hilfspfarrer...
    Eigenartige wertvorstellungen!

    Kommt hier keiner auf den gedanken, den religiot vögeln zu lassen mit wem er will und wo auch immer?
    Der kampf gegen eine sexualfeindliche doppelmoral wird nicht mit moralischen verboten geführt!
    Er wird auch nicht mit einer "leistungsmesslatte" aus amt&würden gemessen.
    Und therapeutische supervisionen hätten hier einige ebenso dringend nötig was ihre selbstwertdarstellungsakrobatiken anbelangt....
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