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Neu bei Männerschwarm

Pride in den Dünen von Maspalomas

Mit "Winterpride" hat Sebastian Castro nach zehn Jahren eine treffende wie kurzweilige Fortsetzung seines schwulen Reiseromans "Unter Männern – Urlaub auf Gran Canaria" veröffentlicht.


Schwuler Spaß zu dritt in den Dünen von Maspalomas (Bild: Giuseppe Sp / flickr)
  • Von Alkis Vlassakakis
    1. September 2019, 09:13h, 2 Kommentare

Playa de Inglés ist wirklich nicht der schönste Ort der Welt, sinniert Ich-Erzähler Sebastian gegen Ende des Buches. Nun, das kann wohl jeder bestätigen, der den Badeort im Süden Gran Canarias besucht hat. Aber es geht natürlich, wie immer bei solchen Feststellungen, um die inneren Werte. Und von denen berichtet Sebastian Castro in "Winterpride", dem zweiten Teil seiner Gran-Canaria-Saga, zur Genüge.

Der Protagonist, praktischerweise auch Sebastian genannt, wird von seinem besten Freund Dolo (eigentlich Eduardo, aber egal) nach Playa de Ingés eingeladen, um dort den Winterpride mit ihm zu verbringen. So lässt er Hasso, seinen Ex, im regnerischen Berlin und landet nach zehn Jahren Abstinenz wieder auf der spanischen Touristeninsel. Dort trifft er auf eine alte Liebe, einen heiratswilligen Schönling, einen schwulen Fußball-Profi und natürlich auf die obligatorischen Buschmänner in den Dünen von Maspalomas. Er beobachtet scharfzüngig den Rummel um den CSD im November, die Rituale des schwulen Ferienlebens und die Paarbildungsbestrebungen im Einkaufszentrum.

Aufklärung über Torten und Cruising


Sebastian Castros Roman "Winterpride" ist Anfang August im Männerschwarm Verlag erschienen

Stand sein Erstling "Unter Männern – Urlaub auf Gran Canaria" (2009, Männschwarm) noch in der Tradition von "Elvira auf Gran Canaria", dem legendären Schelmenroman von Elvira Klöppelschuh alias Hans-Georg Stümke (1992, Männerschwarm), hat Castro jetzt die Klöppelschuh abgestreift. Der Roman funktioniert auch ohne Vorkenntnisse des ersten Buches und selbst ohne je auf Gran Canaria gewesen zu sein. Schnell bekommt man die Verhaltensregeln der Insel vermittelt, seien es die Traditionen des Cruisens oder die Größe der Tortenstücke im Café Wien.

Eine Woche auf Gran Canaria wird bei ihm zu einer witzig-sinnlichen, aber auch selbstironischen Reise zu neuen Erkenntnissen. An deren Ende steht dann eine Pointe, die von der Realität mittlerweile zwar eingeholt wurde, nichtsdestotrotz aber immer noch absurd anmutet. Nebenbei arbeitet sich Castro mit vergnüglicher Beiläufigkeit an Samantha Fox, Smartphones und der Architektur von Ferienorten ab, stellt irgendwann fest, dass schwuler Kult nicht abendfüllend ist, und feiert die Freundschaft.

Neue Einblicke in die schwule Reisekultur

Die Handlung mäandert sich dabei wie der Weg durch die Dünen zum Homo-Strand. Und wie bei ihm finden sich links und rechts des eigentlichen Weges verlockende neue Einblicke in die schwule Reisekultur. Castro findet dabei Bilder, die eher aus Disneys "Fantasia" zu stammen scheinen, als aus einem "gepflegten Trivialroman", wie er seine Aufzeichnungen zwischendurch selbstironisch beschreibt.

Bunt, verspielt, mitunter sehr treffend und nie um eine humorige Umschreibung verlegen, ist "Winterpride" eine kurzweilige Urlaubslektüre. Castro liebt seine Protagonisten, und das merkt man dem Roman an. Und irgendwie mag er auch Playa de Inglés, auch wenn es wirklich nicht der schönste Ort der Welt ist.

Infos zum Buch

Sebastian Castro: Winterpride. Rückkehr nach Gran Canaria. Roman. 176 Seiten, Männerschwarm Verlag. Berlin 2019. Taschenbuch: 14 € (ISBN 978-3-86300-286-2). E-Book: 9,99 € (ISBN 978-3-86300-290-9)


#1 BoerdyAnonym
  • 02.09.2019, 19:03h
  • oh herrlich.... endlich noch ein Buch, dass die immer gleichen Phrasen über Gran Canaria drischt.... endlich schreibt mal jemand über die Dünen, endlich mal wieder ne Tunte, die nur das Yumbo, die CITA und die Dünen sieht, endlich mal wieder die selben, abgedroschenen, dummen Phrasen und Klischess: hurra!

    Achja... Gran Canaria ist nicht der schönste Ort, das sind ja nur Hochhäuser!

    Was für ein dümmlicher Schmarrn!

    Und endlich mal wieder ein Magazin, dass das allen Ernstes als was Neues feiert
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#2 Ralph