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"Top oder bottom?"

Troye Sivan wehrt sich gegen intime Interviewfrage

Ein schwuler Journalist wollte sehr detaillierte Informationen über das Liebesleben von Troye Sivan. Der Künstler übte Kritik an einer besonders intimen Frage.


Troye Sivan in seiner Rolle als Gary im "Homoheiler"-Drama "Der verlorene Sohn" (Bild: Focus Features)

Der südafrikanisch-australische Schauspieler und Sänger Troye Sivan kritisiert einen neuseeländischen Reporter wegen einer allzu intimen Frage. Der Journalist, ein schwuler Ex-Kandidat für Mr. Gay World, hatte den 24-Jährigen nach seiner bevorzugten sexuellen Position gefragt ("Top oder bottom?"). Das Interview wurde vergangenen Woche im neuseeländischen LGBTI-Magazin "Express" veröffentlicht. Als Antwort auf die indiskrete Frage wurde lediglich die Antwort "äh, kein Kommentar" abgedruckt.

Nachdem der Artikel erschienen ist, erklärte Sivan via Twitter: "Ich dachte daran, den Fragesteller nach der letzten Frage nach seiner Lieblingsposition beim Sex zu fragen, aber dann habe ich mich daran erinnert, wie in die Privatsphäre eingreifend, komisch und fehl am Platz dies gewesen wäre. Das hat ihn aber nicht aufgehalten!"

Twitter / troyesivan

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Unterstützung von Fans

In sozialen Netzwerken unterstützten viele Fans den 24-Jährigen. "Ich hätte mir gewünscht, dass sich der Fragesteller mehr für deine Musik interessiert hätte und nicht dein Privatleben", erklärte einer. "Warum denken immer alle, dass es okay ist, einen queeren Künstler nach intimen Detail zu fragen", ergänzte ein anderer. Ein Twitter-Nutzer schrieb außerdem: "Man denke nur, was passiert wäre, wenn einem Heterosexuellen diese Frage gestellt worden wäre."

Troye Sivan hatte sich bereits im Jahr 2013 als 18-Jähriger geoutet (queer.de berichtete). In den letzten Jahren hat sich der in Johannesburg geborene Künstler einen Namen sowohl als Sänger als auch als Schauspieler gemacht. Sein zweites Studioalbum "Bloom" schaffte es bis auf Platz 35 der deutschen Charts. In Australien, Neuseeland, Großbritannien und den USA erreichte das Album die Top-Ten.

Als Schauspieler hatte Sivan 2009 seinen Einstand als junger James Howlett im amerikanischen Superheldenfilm "X-Men Origins: Wolverine". Vergangenes Jahr spielte er auch im "Homoheiler"-Drama "Der verlorene Sohn" mit Lucas Hedges, Nicole Kidman und Russell Crowe mit. (dk)

Direktlink | In "Lucky Strike" hat Troye Sivan ein romantisches Strandabenteuer



#1 indermitteAnonym
  • 02.09.2019, 15:25h
  • Die Top oder Bottom Frage geht immer so in die gleiche Richtung wie: "Wer ist bei euch die Frau (Bottom) und wer der Mann (Top). Latent homophob sowas!
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#2 Ralph
  • 02.09.2019, 19:49h
  • Antwort auf #1 von indermitte
  • Es soll ja Leute geben, die beides sind. - Aber im Ernst: Die Frage nach der sexuellen Orientierung halte ich für zulässig, wenn sie in der Öffentlichkeit unklar ist und/oder widersprüchliche Aussagen im Raum stehen. Aber konkrete Sexfragen zeigen bestenfalls die mangelnde Seriosität des Interviewers.
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#3 Ith_Anonym
  • 02.09.2019, 21:52h
  • Die Frage wär irgendwie sehr viel eher okay, oder ihr nicht-okay-sein evtl. für einige offensichtlicher, wenn man sie Heten mit annähernd derselben Selbstverständlichkeit stellen würde.

    Ich hatte ja so'n paar Pseudo-Hetero-Geschichten, mit mir als Pseudo-Weib und männlichen Hetero-Partnern. Mit dem einen davon, der Top gewesen wäre, hat sich das erwartungsgemäß innerhalb des ersten RL-Dates erledigt. Und von den Bottoms hat auch nur einer irgendwie ein ganz klein wenig gender-nonkonform ausgesehen, so dass man bei ihm vielleicht nachgefragt hätte.

    Keine Ahnung, was das soll, queere Menschen sowas zu fragen und andere nicht. Mal abgesehen von den Leuten, die stumpf nachkochen, was die Gesellschaft ihnen an Rolle vorschreibt (und solche Menschen sind mir sowieso zu unreflektiert), kann man vom Äußerlichen nie automatisch darauf schließen, woran man ist.
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#4 goldsteinerProfil
  • 02.09.2019, 22:39hNeusäß
  • Wurde ich aber auch schon öfter gefragt. Naja, erstens geht das die "an Scheißdreck" an und zweitens hege ich in diesem Falle den Verdacht, dass der Reporter wenig vom journalistischen Kodex versteht... besser, die schicken das nächste mal einen professionellen...
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#5 Homonklin44Profil
  • 02.09.2019, 23:31hTauroa Point
  • Für Romantiker ist die Frage schwierig - ist der Top, der eher küsst, und der Bottom, der sich eher küssen läst...der eher streichelt, streicheln lässt...yo na ja.

    Aber zu sagen, no comment, ist voll okay. Es muss ja keiner zu jeder Frage antworten. Ich hätte da etwa ganz schnell auf meine Musik zurückgeführt, und das immer wieder, bis der dümmste Journalist auch mal schnallt, dass es um Musik geht. Wenn er das vorher nicht wusste...
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#6 KommentarlosAnonym
  • 03.09.2019, 08:40h
  • Antwort auf #1 von indermitte
  • Natürlich: Homophob! Man darf mit gern erklären, was daran Homophob ist, wenn man sich dafür interessiert, wer mit wem in welcher Stellung sex hat. Es mag unangemessen sein, unpassend, dreist, distanzlos, überflüssig.... und ja, möglicherweise greift es auf ein überholtes Rollenverständnis zurück, das viele nicht teilen wollen...
    Aber es wertet sexualität nicht ab.
    Der inflationäre Gebrauch des Wortes Homophobie fühlt im schlimmsten Fall dazu, dass am Ende 95 % der Bevölkerung homophob sein müssten. Und jeder, der damit nicht einverstanden ist, sollte sich überlegen, wo er seine Verbündeten herholt, wenn er quasi allen zuvor unterstellt hat, gegen ihn zu sein. Zuletzt: es ist an absurdität zudem nicht zu überbieten, dass man dem Interviewer Homophobie unterstellt, wo er doch selbst homosexuell ist, und zwar offen lebend und anscheinend sogar stolz drauf...
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#7 Ith_Anonym
  • 03.09.2019, 10:49h
  • Antwort auf #6 von Kommentarlos
  • "Und jeder, der damit nicht einverstanden ist, sollte sich überlegen, wo er seine Verbündeten herholt, wenn er quasi allen zuvor unterstellt hat, gegen ihn zu sein."

    Menschen, die sich gewisse Dreistigkeiten bei queeren Menschen erlauben, die sie bei anderen unterlassen, nehmen eine Wertung und ggf. Ab-Wertung vor.

    Die Idee, sich möglichst viel gefallen zu lassen, um es sich mit den Leuten bloß nicht zu verscherzen, ist nicht konstruktiv. Denn die Leute, die sich nichtmal Kritik an ihrer eigenen subtilen Queermisia gefallenlassen, sind ohnehin die Letzten, die ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, wenn die AfD in Koalition mit der CDU Homosexualität über die Russlandmasche "Homopropaganda" verbieten lässt.

    Im Gegenteil. Die werden in einer Reihe stehen mit den übrigen Homo-Hassern, und einfach ein klein wenig vorsichtiger formulieren: Man muss es ja auch sooo deutlich bitte nicht zeigen. Oder, wie der Tagesspiegel sehr kürzlich titelte: "Geht es nicht etwas unauffälliger?"

    Leute, die Queerness im Subtilen kleinhalten wollen, sind im Zweifelsfalle nie bereit, zu kämpfen. Als Trans*-Person erleb ich ein ganz anderes Maß davon, in Deutschland, auch heute noch, als Schwule es sich momentan gefallen lassen müssen. Sowas sind Erfahrungswerte. Die Leute, deren Wohlwollen man sich deiner Auffassung nach verdienen muss, sind die Ersten, die eine_n hängenlassen.
    Und wenn nur, weil's praktisch erlebte Ungerechtigkeit in ihrer eigenen Welt eine so geringere Rolle spielt, und sie das Kämpfen für das eigene Existieren-Dürfen gar nicht gewöhnt sind, dass der Reflex darin besteht, einfach sehr schnell wegzugucken.
    Der Moment, in dem sie begreifen, dass einmal nett gucken und "Licht und Liebe" sagen nicht reicht, ist auch der Moment, in dem sie beschließen, dass das hier jetzt über das hinausgeht, wofür sie zuständig sind.

    Begreift mal, dass es Leute gibt, die sich nur nach außen als "auf eurer Seite" geben und präsentieren, weil das innerhalb einer Herde, die alles andere unzivilisiert fände, gerade opportun und am leichtesten ist, wo es das denn ist. Echte Verbündete sind das mitnichten.

    Also klar. Homophobe und queerfeindliche Gewohnheiten gehören immer kritisiert. Es steckt immer auch der Gedanke dahinter, wer sich schon entschieden habe, ein Freak zu sein, und dann auch noch sichtbar damit, habe damit gewisse Rechte auf Privatsphäre und ein gewisses Maß an Würde ohnehin bereits verwirkt, denn Würde und Anstand hätten natürlich darin bestanden, besser NICHT queer zu sein, oder zumindest den Anstand zu haben, das niemals nicht zu kommunizieren.

    Und natürlich steckt da eine Abwertung dahinter, bei der man das Recht haben sollte, sich dagegen zu wehren. Auch wenn's in dem Fall hier wahrscheinlich eher sonne subtile Übergriffigkeit der Marke "als Insider darf ich das" sein sollte.

    Wobei ich ganz ehrlich sagen muss, in Verhältnis zu den regelmäßigen intimen Grenzüberschreitungen, die Trans*-Personen erwarten, war das ja verhältnismäßig noch harmlos, und wäre mit einem "Ne, du, in die Kiste wollte ich dann vorerst nicht mit dir" auch gut zu canceln gewesen. Wenn ich was von "intimen Fragen" lese, geh ich natürlicherweise davon aus, dass mal wieder jemand gefragt wurde, in welchem operiert- oder nicht-operiert-Status sich der eigenen Genitalbereich gerade befinde, mit der ganzen Schiene der Validität des eigenen Geschlechts, die sich danach über eine_n ergießt. Gemessen an dieser Art von Übergriffigkeit, bei der praktisch jeder Cis-Mensch glaubt, ein absolutes und dringliches RECHT darauf zu haben, am besten auch darauf, gleich mal selbst nachzugucken, ist ja das hier noch verhältnismäßig harmlos.

    Und nein, natürlich kennen die Leute, die Trans*-Personen nach dem genauen Aussehen und der Funktion ihrer Geschlechtsorgane be- und ausfragen, für gewöhnlich jetzt auch nicht besser, als irgendein Journalist einen Musiker.
    Aber gut, dass sowas hier natürlich nie passieren würde, weil wir uns ja alle einig sind, dass sowas eindeutig was mit Privatsphäre zu tun hat.
    lol.
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#8 PiakAnonym
  • 03.09.2019, 11:40h
  • Aufgrund der Person des Interviewers ist die Frage wohl weniger als homophob, sondern als eine einigermaßen milde Form der sexuellen Belästigung aufzufassen. So wäre es jedenfalls auch, wenn ein Heterosexueller eine Frau interviewt hätte.
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#9 KommentarlosAnonym
#10 remixbeb
  • 03.09.2019, 20:53h
  • "Warum denken immer alle, dass es okay ist, einen queeren Künstler nach intimen Detail zu fragen"

    Weil leider in der Gay Szene Anstand nicht immer wirklich viel zählt. Im Gegenteil.. Es gehört ja zum guten Ton, schlüpfrige Kommentare und Fragen abzulassen.

    Mir hat erst vor ein paar Tagen ein Typ ungefragt und völlig aus dem Nichts mitgeteilt, dass er mit mir ja nichts anfangen würde. Lol. As if.. Keine Ahnung, wie der darauf kam oder was das sollte. Ist mir aber aus der Szene nicht ganz unbekannt.
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