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Kinostart

Eine lesbische Liebe im Muff der Fünfzigerjahre

Ab Donnerstag im Kino: In "Der Honiggarten" spielt Oscar-Preisträgerin Anna Paquin eine Ärztin, die sich Mitte der Fünfzigerjahre in einer schottischen Kleinstadt in eine alleinerziehende Mutter verliebt.


Bewegender Abschied am Bahnhof: Der Film "Der Honiggarten" basiert auf dem gleichnamigen Weltbestseller von Fiona Shaw (Bild: capelight pictures)
  • Von Josepha Waldhecker
    2. September 2019, 17:18h, 3 Kommentare

Schottland, Mitte der Fünfzigerjahre. Nach einer Trennung von ihrem Mann hat es die alleinerziehende Mutter Lydia (Holliday Grainger) nicht leicht: neben finanziellen Sorgen wird noch ihr Sohn Charlie (Gregor Selkirk) in der Schule gemobbt. Als die beiden auf die Ärztin Jean (Oscar-Preisträgerin Anna Paquin) treffen, scheint sich zunächst alles zum Besseren zu wenden: Charlie teilt Jeans Leidenschaft für das Bienenzüchten und findet in ihr eine Art Verbündete.

Währenddessen kommen sich Lydia und Jean näher, auch körperlich – was jedoch dem konservativen Umfeld der beiden Frauen nicht vorenthalten bleibt. Die Situation spitzt sich zu, als der überforderte Charlie seinen Vater zur Hilfe holt…

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Ernstes Drama mit teils vibrierenden Szenen


Poster zum Film: "Der Honiggarten" startet am 5. September 2019 im Kino

Liebe ist nicht immer selbstverständlich – ein zeitloses Thema, das in "Der Honiggarten – Das Geheimnis der Bienen", einer Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Fiona Shaw, behandelt wird. Das betrifft nicht nur die Liebe zwischen zwei erwachsenen Frauen; in verschiedenen Nebenhandlungen wird auch der starke Bund zwischen Mutter und Kind thematisiert.

"Der Honiggarten" präsentiert sich dabei als klassisches, durchaus ernstes Drama mit teils vibrierenden Szenen. Jagt Charlie auf seinem Fahrrad durch die Stadt, um ein Menschenleben zu retten, so gerät auch das Publikum vor Anspannung außer Atem. Die Homophobie der Fünfzigerjahre ist ebenso spürbar, gekonnt werden Gefühle der Verklemmtheit oder der Verzweiflung vermittelt. Dazu passt, dass im Film beinahe keine direkte Sexualität gezeigt wird. Die Fantasie des Publikums wird herausgefordert.

Holliday Grainger überzeugt mit ihrem Balanceakt zwischen alleinerziehender Mutter und Selbstverwirklichung ganz besonders. Herausragend gespielt ist vor allem der Abschiedskuss zwischen Lydia und Jean, auch wenn die Szene mitten am Bahnhof in aller Öffentlichkeit schon sehr klischeehaft daherkommt.

Das Summen der Bienen begleitet den Film

Die kühle Farbgebung der Literaturverfilmung, ergreifende Musik und eine sehr gelungene Kostümwahl lassen die Zuschauer*innen tief in den Film eintauchen und erst ganz am Ende mit einem überraschenden Kick wieder los. Neben dem gelungenen Soundtrack zieht sich das Summen der Bienen parallel zur Spannungskurve durch das bewegende Drama.

Regisseurin Annabel Jankel leistet mit "Der Honiggarten" keinen revolutionären, aber doch einen wichtigen Beitrag zur lesbischen Sichtbarkeit im Film. Die beiden homosexuellen Frauen verbleiben in der Opferrolle der damaligen Zeit.

Direktlink | Offizieller deutscher Trailer

Infos zum Film

Der Honiggarten – Das Geheimnis der Bienen. Drama. Großbritannien 2018. Regie: Annabel Jankel. Darsteller: Anna Paquin, Holliday Grainger, Emun Elliott, Steven Robertson. Laufzeit: 106 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. Verleih: capelight pictures. Kinostart: 5. September 2019
Galerie:
Der Honiggarten
10 Bilder


#1 AnonymAnonym
  • 02.09.2019, 20:24h
  • Ja, im Film verbleiben sie - im Gegensatz zu der Buchvorlage - in der Opferrolle der damaligen Zeit, was der Autorin des Romans (und nicht nur ihr) offenbar gar nicht gefällt:
    "However, while I applaud the adaptation of my novel, and I was moved by the final kiss (two beautiful women together, proud and public, while people tut and stare), I am not in love with the ending. This bittersweetness is a straight persons finale. I wanted my couple to have their cake and eat it together, for once: a fully romantic, fully happy, and therefore in the context of lesbian fiction a more radical ending."
    theconversation.com/my-book-tell-it-to-the-bees-was-made-int
    o-a-film-but-they-changed-the-ending-for-a-straight-audience
    -118639
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#2 Ana NymAnonym
  • 04.09.2019, 02:28h
  • "I wanted my couple to have their cake and eat it together, for once: a fully romantic, fully happy, and therefore in the context of lesbian fiction a more radical ending."

    Das wäre ein schönes Ende einer dramatischen Geschichte und das stünde den beiden auch zu. Es ist eine fiktionale Geschichte, die mutig zeigen darf, wie es auch damals richtig hätte sein sollen. Was hat man von dem jetzigen Ende?
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#3 AnonymAnonym