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"Bitte vergebt mir"

USA: Langjähriger Homo-"Heiler" outet sich als schwul

Vor 20 Jahren gründete McKrae Game eine Organisation, um sich und andere von Homosexualität zu "heilen". Jetzt tut ihm das alles schrecklich leid.


Mehr als sein halbes Leben verbrachte McKrae Game damit, sich von seiner Homosexualität "heilen" zu wollen. Jetzt akzeptiert er, wer er ist (Bild: Facebook / McKrae Game)

Einer der prominentesten amerikanischen Homo-"Heiler" hat sich als schwul geoutet. Der 51-jährige McKrae Game aus Spartanburg im US-Bundesstaat South Carolina hat vergangene Woche auf Facebook über seine Homosexualität geschrieben. "20 Jahre in einer Ex-Gay-Gemeinde. ICH LAG FALSCH. Bitte vergebt mir", so beginnt seiner langer Artikel über seine Distanzierung von seinem christlich-fundamentalistischen Umfeld, das sogenannte Konversionstherapien zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität propagiert.

"Ich war ein religiöser Eiferer, der Menschen verletzt hat", erklärte Game auch im Interview mit der in Charleston erscheinenden Regionalzeitung "Post and Courier". Neben seiner Arbeit als Homo-"Heiler" war Game auch ein geweihter Pfarrer der Südstaatenbaptisten, einer besonders LGBTI-feindlichen protestantischen Kirche. "Menschen erzählten, sie hätten versucht, sich wegen mir und den Dingen, die ich ihnen erzählt habe, das Leben zu nehmen. Ich weiß, dass Menschen wegen mir in Therapie gehen mussten. Warum sollte ich dies weiter fortsetzen wollen?", so der 51-Jährige.

Game hatte 1996 eine Frau geheiratet, die er in seiner Kirchengemeinde kennengelernt hatte. Die beiden haben zwei erwachsene Kinder. Er sei immer noch gläubig und verheiratet, erklärt aber jetzt als seinen Beziehungsstatus auf Facebook: "Es ist kompliziert".

20yrs in exgay ministry I WAS WRONG! Please forgive me! ?? Unpacking the memories. In the discussions leading up to The…

Gepostet von McKrae Game am Sonntag, 25. August 2019
Facebook / McKrae

Im "Post and Courier" berichtete Game davon, dass er sich immer – auch nach seiner Hochzeit – von Männern angezogen gefühlt und auch eine Affäre mit einem Mann gehabt habe. Ende der Neunzigerjahre habe er für Exodus International gearbeitet, die ehemals weltgrößte Homo-"Heiler"-Organisation, die erst 2013 die Türen schloss. 1999 gründete er dann seine eigene "Heiler"-Gruppe names Truth Ministry (seit 2013 Hope for Wholeness). Er entwickelte auch ein Programm zur "Konversion", in dem Homosexualität als "Entwicklungsstörung" bezeichnet wurde. Laut Game seien darin Tausende Menschen "therapiert" worden. Ende 2017 wurde er eigenen Angaben zufolge wegen seiner Homosexualität aus der von ihm gegründeten Organisation hinausgedrängt.

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"Konversionstherapien sind eine Lüge"

Jetzt wisse er: "Konversionstherapien sind nicht nur eine Lüge, sie sind sehr schädlich", so Game. Tatsächlich ist dies seit längerem auch die Ansicht von Ärzte- und Psychologenverbänden, die davor warnen, dass Menschen durch derartige "Therapien" in die Depression oder gar den Selbstmord getrieben werden. Der Weltärztebund erklärte etwa 2013, dass Homo-"Heilung" die Menschenrechte verletze und nicht zu rechtfertigen sei (queer.de berichtete). In Deutschland wird nach einer Initiative von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) derzeit über ein Totalverbot von "Konversionstherapien" diskutiert (queer.de berichtete). 17 US-Bundesstaaten sowie mehrere Gemeinden und Landkreise verbieten inzwischen, "Konversionstherapien" an Kindern und Jugendlichen durchzuführen, allerdings nicht Games Heimatstaat South Carolina.

Game ist nicht der erste prominente Homo-"Heiler", der auf derart radikale Weise mit seiner Vergangenheit bricht. Bereits Anfang des Jahres hatte sich der mormonische Ex-Gay-Vertreter David Matheson als schwul geoutet und erklärt, er suche einen Mann fürs Leben (queer.de berichtete). (dk)

3.1 28:00 Easy day get my 411

Gepostet von McKrae Game am Dienstag, 3. September 2019
Facebook / McKrae | Auf Facebook erzählt Game oberkörperfrei von seinem Leben



#1 JadugharProfil
  • 04.09.2019, 11:34hHamburg
  • Die Wahrheit zu finden kann man nur selbst! Von verblödeten Religioten erhält man stets nur Lügen. Traurig, daß manche Indoktrinierte Jahrzehnte benötigen, um sich dieser Lügen bewußt zu werden! Manche schaffen es nie!
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#2 Alexander_FAnonym
  • 04.09.2019, 12:00h
  • Nur Mut, McKrae, Religion ist kein Schicksal! Es gibt tausende und Millionen, die ihr schon erfolgreich entkommen sind. Wichtig ist nur der erste Schritt, und zu dem kann man dir nur gratulieren.

    Viel Glück im neuen Leben ohne Lüge!
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#3 PetterAnonym
  • 04.09.2019, 13:03h
  • "Konversionstherapien sind eine Lüge"

    Das fällt ihm ja früh auf.

    Ich gestehe jedem zu, sich zu bessern. Aber in solchen Fällen haben sie halt schon genug Leute ins Verderben gerissen...

    Denn diese Gehirnwäsche ist nicht nur Lüge, sondern auch brandgefährlich und hinterlässt schwerste psychische Schäden, bis hin zum Suizid.
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#4 daVinci6667
  • 04.09.2019, 13:42h
  • Einerseits freut mich seine Einsicht und sein Coming-out.

    Doch verzeihen? Ich finde es gibt wenige, ganz schlimme Dinge die man nicht verzeihen kann.

    Den Eltern die einen zu einer Konversionstherapie zwingen könnte ich genausowenig verzeihen wie dem sogenannten Heiler selbst.

    Betroffene müssen rein gar nichts. In Frieden und im Reinen mit sich und den Tätern zu leben, Ja, das halte ich für nötig. Aber ein Verzeihen ist das noch lange nicht.
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#5 Homonklin44Profil
  • 04.09.2019, 15:20hTauroa Point
  • ""Mehr als sein halbes Leben verbrachte McKrae Game damit, sich von seiner Homosexualität "heilen" zu wollen.""

    Welch eine Vergeudung von Zeit und der Möglichkeit, zu einem erfüllten Leben zu finden.

    ""... langer Artikel über seine Distanzierung von seinem christlich-fundamentalistischen Umfeld, das sogenannte Konversionstherapien zur "Heilung" von Homo- oder Transsexualität propagiert. ""

    Na das wundert einen dann so gar nicht. Man hätte Religiotie auch ohne die Erwähnung oder Nachlese über die Personalie als Hintergrund vermuten können. Leider hat er nicht nur sich selber verarscht sondern wohl auch die Frau, die er heiratete, um sich selbst etwas spielen zu zwingen, das er nie sein kann.
    Von der religioten Dresche ist er nicht los gekommen, und bittet um Vergebung, ein Konzept aus eben diesem System, das ihn somit weiterhin unterjocht und blockiert.

    So etwas wie www.kirchenaustritt.de auf amerikanisch; könnte der erste Schritt in eine selbst gewählte Freiheit sein. Das Verbleiben im Introjektionsgefüge wird ihm höchstens weitere Zerrissenheit servieren.
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#6 Patroklos
#7 kuesschen11Profil
  • 04.09.2019, 20:23hFrankfurt
  • Er reflektiert nicht, was er anderen mit diesen religiösen Homo-Heilungen wirklich angetan hat.

    Nach so langer Zeit outet er sich als schwul und sieht seinen Beziehungsstatus als "kompliziert" an.

    Dann kann man nur hoffen, er wird sich von seinen Lügen endlich befreien können und so leben, wie er empfindet.
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#8 askoAnonym
  • 04.09.2019, 21:45h
  • Ich zitiere einen Satz von Bruno Vogel (Autor des Homo Romans "Alf")

    "Alles verstehen, heißt nicht alles verzeihen..."
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#9 Long2019Profil
  • 05.09.2019, 03:41hHo Chi Minh-Stadt
  • Soso, aha. 20 Jahre lang hat er schwule boys gequält, sie verachtet, in den Tod getrieben, im Namen eines Gottes, den er selber nicht einmal kennt. Gleichzeitig hat er mit den boys in seinen Therapiesitzungen wohl recht viel Spaß gehabt. Kennen wir ja von anderen wohlbekannten, staatlich reichlich geförderten Institutionen. Sic! Und nun sollen wir, die queer-community, die er verachet, ihm Absolution erteilen!?! Der Typ spinnt doch und ist total pervers!
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#10 LotiAnonym