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Reise nach Polen

Kölner Politik, Aktivisten und Christen unterstützen CSD Kattowitz

Während die polnische Regierung gegen CSDs hetzt, zeigen die Stadt Köln und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche ihre Solidarität mit dem Pride-Marsch in der schlesischen Großstadt.


Ein Bild des letztjährigen CSDs in Kattowitz (Bild: Marsz Równości Katowice)

Der offen schwule Kölner Bürgermeister Andreas Wolter (Grüne) wird in Vertretung von Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) ins polnische Kattowitz (Kattowice) reisen und dort am CSD am kommenden Samstag teilnehmen. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Köln und Kattowitz sind seit 1991 Partnerstädte. Wolter hatte bereits letztes Jahr am CSD in der polnischen Stadt teilgenommen und war 2018 auch zu einem CSD in die rumänische Partnerstadt von Köln gefahren (queer.de berichtete).

"Im Namen der Stadt Köln demonstriert Bürgermeister Wolter für Solidarität mit den Menschen, die für die gleichen Rechte von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen (LGBT) auf die Straße gehen – im Besonderen nach den gewalttätigen Übergriffe auf Teilnehmende der Gay-Pride-Parade im polnischen Bialystok im Juli 2019", heißt es in der Mitteilung. Der Politiker werde außerdem am Freitag Bürgermeister Marcin Krupa zu Gesprächen im Kattowitzer Rathaus treffen.

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ClujPride 2018

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Instagram / andreaswoltercologne | Andreas Wolter letztes Jahr beim CSD im rumänischen Cluj-Napoca (Klausenburg)

Sechs Ehrenamtliche reisen ebenfalls zur Teilnahme an der Parade in die schlesische Großstadt mit rund 300.000 Einwohnern. Sie vertreten die CSD-Organisatoren von KLuST e.V., den schwul-lesbischen Sportverein SC Janus e.V., die Gruppe "Sichtbarkeit von Lesben in Köln", den Verein der Kölner lesbisch-schwulen Gewerbetreibenden (Homoklüngel e.V.), die Aids-Hilfe Köln sowie "Buntwerk", das Netzwerk der queeren Mitarbeitenden in der Kölner Stadtverwaltung.

In Polen machen die rechtspopulistische Regierung und die katholische Kirche derzeit vermehrt Stimmung gegen CSDs und LGBTI-Rechte. Jaroslaw Kaczynski, der Chef der regierenden Partei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS) und heimlicher Herrscher Polens, hat zuletzt offen erklärt, dass er Pride-Veranstaltungen am liebsten wieder verbieten würde (queer.de berichtete). Führende Kirchenvertreter warnen unterdessen vor einer "kranken LGBT-Ideologie" (queer.de berichtete).

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Auch Kölner Protestanten und Katholiken machen CSD-Organisatoren Mut

Unterstützung für den CSD kommt auch aus der evangelischen und katholischen Kirche in Köln. Pfarrer Markus Herzberg von der evangelischen Antoniterkirche wünscht in einer von der Kölner Stadtverwaltung verbreiteten Pressemitteilung "einen sicheren und friedlichen CSD". "Leider steht die Kirche in Polen nicht an eurer Seite und kämpft mit euch gemeinsam für Vielfalt und Liebe, sondern ganz im Gegenteil, sie schürt den Hass und die Verachtung", so Herzberg. "Ich wünsche euch ganz viel Mut und die Gewissheit, dass der Hass niemals siegt, sondern die Liebe."

Auch der Katholikenausschuss in der Stadt Köln sagt den CSD-Organisatoren seine Unterstützung zu. "Leider fühlen sich bis heute viele LGBT von der katholischen Kirche allein gelassen oder gar verstoßen. Dabei heißt es im Psalm 139: 'Du selbst hast mein Innerstes geschaffen, hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass ich so staunenswert und wunderbar gestaltet bin'", erklärte Gregor Stiels, der Vorsitzende des Katholikenausschusses. Man setze sich "für Respekt, Toleranz und Empathie" ein und kämpfe "gegen Homophobie, Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung".

Der Katholikenausschuss ist die Vertretung der katholischen Gläubigen in der Domstadt. Er wird von den Pfarrgemeinderäten und den katholischen Verbänden für vier Jahre gewählt und hat die Aufgabe, bei der Gestaltung von Kirche, Stadt und Gesellschaft mitzuwirken. (pm/dk)



#1 FilipAnonym
  • 05.09.2019, 15:25h
  • Finde ich sehr gut von dem Herrn Bürgermeister.
    Warum fährt der Pfarrer Markus Herzberg aus Köln nicht gleich mit? Wäre doch mal ein Zeichen für die Kollegen in Polen.

    Gut, die LGBTQ-Gegner in Polen werden wieder gegen die "schwule" Einflußnahme aus dem Westen argumentieren. Sei's drum!
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#2 YannickAnonym
  • 05.09.2019, 20:41h
  • " und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche ihre Solidarität mit dem Pride-Marsch in der schlesischen Großstadt."

    Das sollten die mal ihren Glaubensbrüdern und -schwestern in Polen (aber auch in anderen Regionen Deutschlands) erklären.
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