Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34415

"Scheiß-Schwuchtel"

Homophober Schauspieler unterstützt Trump

Verrückte Zeiten in Amerika: Während Donald Trump von einem TV-Sender die Entlassung der Hauptdarstellerin von "Will & Grace" fordert, stellt sich ein durch homophobe Ausbrüche bekannter Schauspieler hinter den Präsidenten.


Isaiah Washington ist derzeit vor allem durch seine Figur Thelonious Jaha aus der Serie "The 100" bekannt (Bild: The CW)

2006 hatte Isaiah Washington am Set der nach wie vor laufenden Krankenhausserie "Grey's Anatomy" für einen Schock gesorgt, als er seinen offen schwulen Kollegen T.R. Knight als "Scheiß-Schwuchtel" bezeichnet hatte (queer.de berichtete). Trotz einer späteren Entschuldigung wurde sein Vertrag am Ende der Staffel nicht erneuert. Jetzt hat Washington ein eigenes "Coming-out" angekündigt: als Unterstützer von US-Präsident Donald Trump.

In Trumps Haussender Fox News Channel erklärte der Schauspieler, der zuletzt in 44 Folgen der postapokalyptischen Scifi-Jugendserie "The 100" zu sehen war, dass Hollywood von Anhängern der Demokratischen Partei beherrscht werde und viele Republikaner aus Angst vor beruflichen Nachteilen ihre wahre Einstellung versteckten: "Es gibt dort viele konservative oder libertäre Menschen, die sich wirklich um andere Menschen sorgen, aber sie haben schreckliche Angst vor einem Coming-out. Sie trauen sich nicht, irgendetwas zu sagen, dass nicht auf der Linie der Demokratischen Partei ist", behauptete der 56-Jährige. Laut Washington scherten sich die Demokraten nicht um das Wohlergehen von schwarzen Menschen, Trump aber sehr wohl.

Washington hatte bei der letzten Präsidentenwahl 2016 die grüne Kandidatin Jill Stein unterstützt. Die Ärztin war hoch umstritten, etwa weil sie Impfungen in Frage gestellt und W-LAN-Nutzung als gesundheitsgefährdend für das menschliche Gehirn bezeichnet hatte. Sie erzielte 1,1 Prozent der Stimmen – und erhielt damit laut den Demokraten genau jene Stimmen, die Hillary Clinton zum Sieg gefehlt hätten.

Twitter / IWashington | Auf Twitter inszeniert sich Washington als Opfer

Trump: Debra Messing ist eine Rassistin

Unterdessen kritisierte Trump via Twitter Schauspielerin Debra Messing, die seit 1998 die Rolle der "Grace" in der queeren Erfolgsserie "Will & Grace" spielt. Die Sitcom, die noch bis zum Frühjahr 2020 laufen soll, kritisiert immer wieder die Trump-Regierung (queer.de berichtete).


(Bild: Screenshot ABC)

Auch Messing ist als Trump-Gegnerin bekannt, die den Präsidenten wiederholt in Interviews und in sozialen Netzwerken angreift. Trump erregte sich am Donnerstag auf Twitter über zwei Äußerungen Messings: Die 51-Jährige hatte gefordert, Namen von Trumps Großspendern zu veröffentlichen. Zudem hatte sie einen Tweet geteilt, in dem auf ein Kirchenschild in Alabama verwiesen wird: "Eine schwarze Stimme für Trump ist eine Geisteskrankheit", hatte ein schwarzer Baptistenpfarrer aus der Bürgerrechtsstadt Birmingham dort anbringen lassen. Messing kommentierte das in ihrem inzwischen gelöschten Tweet mit "Danke Alabama". Am Mittwoch entschuldigte sie sich dafür, den Tweet geteilt zu haben.

Direktlink | "Eine schwarze Stimme für Trump ist eine Geisteskrankheit": Diese Aufschrift in Birmingham bringt den US-Präsidenten auf die Palme – er kritisiert aber nicht den Pfarrer persönlich dafür, sondern Schauspielerin Debra Messing

Trump griff Messing an, nachdem die Schauspielerin im Fox News Channel für ihre Äußerungen scharf kritisiert wurde. Wörtlich schrieb der mächtigste Mann der Welt: "Die schlechte 'Schauspielerin' Debra The Mess Messing steckt in der Klemme. Sie will eine schwarze Liste von Trump-Unterstützern erstellen lassen und wird wegen McCarthyismus kritisiert", so Trump auf Twitter unter Berufung auf den berüchtigten Kommunistenjäger und Verschwörungstheoretiker Joseph McCarthy.

"Sie wird auch beschuldigt, eine Rassistin zu sein, weil sie schreckliche Dinge über Schwarze und Geisteskrankheit gesagt hat. Wenn Roseanne Barr das gesagt hätte, die in einer Sendung mit viel höheren Einschaltquoten zu sehen war, wäre sie gefeuert worden. Wird der Fake-News-Sender NBC einer im McCarthy-Stil agierenden Rassistin erlauben weiterzumachen? ABC hatte Roseanne gefeuert. Welch eine Doppelmoral!"


Der Hintergrund: Komikerin Roseanne Barr, eine erklärte Trump-Unterstützerin, war im Mai 2018 wegen rassistischen und antisemitischen Äußerungen entlassen worden. Sie hatte auf Twitter über die schwarze Obama-Beraterin Valerie Jarrett geschrieben: "Die Muslimbruderschaft und der Planet der Affen haben ein Baby bekommen." Außerdem hatte sie den jüdischen US-Milliardär George Soros als "Nazi" bezeichnet, der während des Zweiten Weltkriegs andere Juden verraten habe, um sich an ihnen zu bereichern. (dk)



#1 HyenadykeProfil
  • 06.09.2019, 13:04hKöln
  • Nein, kein Mensch ist rassistisch wenn ser sagt, dass Angehörige einer Minderheit, die ihre Verfolger*innen auch noch wählen, nicht mehr alle Tassen im Schrank haben.

    Ich würde sogar noch weiter gehen und sagen:
    "Eine queere Stimme für Trump ist ein Zeichen von Geisteskrankheit."

    Oder zumindest Dummheit.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Stimmt dochAnonym
#3 UschiAnonym
#4 KommentarlosAnonym
  • 08.09.2019, 16:10h
  • Antwort auf #2 von Stimmt doch
  • Sie haben einfach das Prinzip einer Demokratie nicht verstanden: Meinungen sind erlaubt, auch wenn sie ihre Meinung nicht entsprechen, sogar dann wenn diese Meinung schlecht ist - und zwar so lange, wie sie durch die Verfassung gedeckt ist! Nur zur Info: die AfD mag keine demokratische Partei sein, aber man kann sie demokratisch wählen. Und das ist legitim, auch wenn Ihnen das nicht passt (Mir im übrigen auch nicht !).

    Im übrigen war Homosexualität bis vor wenigen Jahren noch als Krankheit definiert. Wer das ablehnt, und das sollte man unbedingt ablehnen, sollte aber auch selbst immer sehr vorsichtig damit sein, Menschen mit abweichenden Meinungen in die Nähe einer Geisteskrankheit zurück bin, denn er weiß aus eigener Erfahrung, wie man sich fühlt wenn man selbst betroffen ist und als krank abgestempelt wurde.
    Erich Kästner hat einmal gesagt: wo Bücher verbrannt werden, da werden auch Menschen verbrannt! Und Bücher enthalten Meinungen - auch schlechte! Dennoch will niemand ernsthaft in Erwägung ziehen, dass daher die Menschen, die diese Bücher geschrieben haben, ebenfalls ins Feuer gehen sollten...
  • Antworten » | Direktlink »
#5 kommentarreichAnonym
  • 08.09.2019, 18:09h
  • Antwort auf #4 von Kommentarlos
  • Die NSDAP war auch demokratisch wählbar, ist sie deshalb demokratisch GEWESEN??

    Was für ein Argument ist das denn bitte??
    Nur weil eine rechte Partei demokratisch wählbar ist, ist sie noch lange nicht demokratisch in ihrer Äußerung und in ihrer Denkweise, und in ihrer Haltung den Menschen gegenüber!

    ©BuntesUndSchönes
  • Antworten » | Direktlink »
#6 T-800Anonym
  • 09.09.2019, 02:28h
  • Erich Kästner hat zwar bei der Bücherverbrennung zugesehen, das Zitat stammt jedoch von Heinrich Heine.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Vater
  • 14.10.2019, 21:51h
  • Antwort auf #6 von T-800
  • Was meinst Du damit, dass Erich Kästner bei den Bücherverbrennungen zugesehen hat?

    Das klingt ja so, als ob er tatenlos zusah.
    Ist ja nicht so, als hätte man irgendwas tun können.

    Kästners Bücher landeten ja ebenfalls auf diesen Scheiterhaufen was sie gewissermaßen ehrte.
  • Antworten » | Direktlink »