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Kommentar

Eine Schande für die Regenbogenhauptstadt

Im Juli hisste Berlins Regierender Bürgermeister die Regenbogenfahne vor dem Rathaus. Nun empfängt er dort seinen Teheraner Amtskollegen mit allen Ehren. Obwohl im Iran Homosexuelle hingerichtet werden.


Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) empfängt am Freitag seinen Teheraner Amtskollegen Prooz Hanachi im Roten Rathaus (Bild: sebaso / flickr)

Für dieses Treffen sollte sich der rot-rot-grüne Senat schämen: Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), empfängt am Freitag den Bürgermeister von Teheran, Prooz Hanachi. Bei dem offiziellen Besuch soll sich der Gast aus dem Iran in das Gästebuch der Stadt eintragen. Ein Presse-Foto mit dem Regierungschef der Hauptstadt soll es auch noch geben.

Und das im Roten Rathaus, wo Michael Müller noch im Juli die Regenbogenflagge gehisst hat, gemeinsam mit dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) Berlin-Brandenburg. Das Treffen kritisierten nun auch jüdische Organisationen, weil Hanachi laut iranischer Nachrichtenagentur ISNA noch im Mai dieses Jahres am antisemitischen Al-Quds-Marsch in Teheran teilgenommen haben soll.

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Keine Lächelbilder mit Vertretern von Verfolgerstaaten!


Prooz Hanachi war früher Mitglied bei den Revolutionsgarden und soll im Mai in Teheran als Bürgermeister am Al-Quds-Marsch teilgenommen haben (Bild: Mohsen Abolghasem / wikipedia)

Senatssprecherin Claudia Sünder verteidigte den Termin. Am Donnerstag sagte sie der "Berliner Zeitung", der Besuch sei eine Chance, im Gespräch die gelebte Weltoffenheit und Toleranz der Metropole Berlin zur Sprache zu bringen. Selbst die Grünen, die die Menschenrechte sonst so hoch halten, äußern nur leise Kritik am Koalitionspartner. Einen Eintrag in das Gästebuch der Stadt fände sie "unglücklich", sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek der Zeitung. Sie rate dringend von gemeinsamen Lächelbildern ab.

Dabei hätte es gereicht, mit dem Bürgermeister hinter verschlossenen Türen zu reden, ohne ihm protokollarische Ehren zu erweisen. Doch so wird das Versprechen aus der Berliner Koalitionsvereinbarung, "die Interessen von LSBTTIQ* auch international unterstützen", zur Farce. Dass im Iran schwule Männer gehängt werden, ist für den Berliner Senat offenbar noch nicht schlimm genug. Er hofiert einen Vertreter des Regimes trotzdem.



#1 FredericAnonym
  • 06.09.2019, 16:38h
  • Typisch SPD, nur herumheucheln und dann wenn es darauf ankommt den Schwanz einziehen. Pfui.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 06.09.2019, 17:10h
  • "Selbst die Grünen, die die Menschenrechte sonst so hoch halten, äußern nur leise Kritik am Koalitionspartner. Einen Eintrag in das Gästebuch der Stadt fände sie "unglücklich", sagte Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek der Zeitung."

    Die Vorstellung, dass es lebensunwertes Leben gibt, hat eben in der deutschen Politik parteiübergreifend Tradition.

    Nebenbei: Auch im 'Schwulen Museum' Berlins hat man die Karte mit Verfolgungs-und Mörderstaaten kultursensibel weggehängt.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 06.09.2019, 17:20h
  • Antwort auf #1 von Frederic
  • Na ja Das sogenannte 'Schwule Museum' in Berlin ist allerdings in Bezug auf iranische Homophobieopfer schlimmer als die 'diplomatische' SPD-Regierung, wie man auf queer.de erfahren konnte:

    www.queer.de/detail.php?article_id=28818

    Unsere pseudo-queeren Selbsthasser wollen ausgerechnet geflüchtet Iraner, die sich religionskritisch äußern, zensieren, damit sie nicht einem 'weißen' 'postkolonialen' Blick ausgesetzt sein sollen.

    Menschenverachtende Verschleierungs-Ideologie statt Fakten:

    Iran war nie eine Kolonie.

    Die iranische Sprache ist mit den europäischen Sprachen eng verwandt.

    Im Iran herrscht ein Faschismus, der nicht nur uns tötet.
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#4 WindheimerAnonym
  • 06.09.2019, 18:23h
  • Finde ich gut,das der Bürgermeister ihm das offene,tolerante Berlin zeigt und damit zeigt, das es ohne Vorurteile geht und wenn man auch anderer Meinung ist, respektvoll miteinander umgehen kann...
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#5 MaenneAnonym
  • 06.09.2019, 18:34h
  • Jetzt haltet mal den Ball flach. Berlin ist und bleibt weltoffen und das kann der Bürgermeister dem Gast auch unmissverständlich sagen und zeigen.
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#6 MarcAnonym
#7 SoSoAnonym
#9 FredericAnonym
#10 goddamn liberalAnonym
  • 06.09.2019, 19:27h
  • Antwort auf #9 von Frederic
  • Finde ich auch spannend.

    Z. B. wird im ND verschwiegen, dass unseiner im iranischen Klerikalfaschismus nicht nur nicht heiraten darf, sondern staatlicherseits abgemurkst wird.

    Stichwort: deutsche Mentalität und lebensunwertes Leben.

    Dazu passt natürlich auch der Vergleich zwischen dem iranischen Klerikalfaschisten und Obama.

    Da lugt - bei aller berechtigten Kritik an der Kriegsherrlichkeit der USA - die dunkeldeutsche Fratze des Zivilisationshasses unter der 'linken' Tarnkappe hervor.
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