Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34430

Homophobe Attacke in Berlin

Kreuzberg: Schwulem mit Faust und Flasche gegen Kopf geschlagen

Auf dem Weg zu einem Restaurant wurde ein junges schwules Paar in der Berliner Admiralstraße von drei Unbekannten erst homofeindlich angepöbelt und dann brutal attackiert. Der Staatsschutz ermittelt.


Der homophobe Angriff ereignete sich in der Nähe vom Kottbusser Tor (Bild: Dieter Titz / flickr)

Unbekannte beleidigten und griffen in der Nacht zu Sonntag ein schwules Paar in Berlin-Kreuzberg an. Die beiden 25 und 29 Jahre alten Männer waren laut Polizeibericht vom Sonntag auf dem Gehweg der Admiralstraße zu einem Restaurant unterwegs. Vor dem Grillhaus trafen sie kurz nach Mitternacht auf drei Unbekannte, die das Paar sofort homophob beleidigten.

Die beiden Männer versuchten, Abstand zu den Pöblern zu bekommen, und liefen weiter. Die unbekannten Männer folgten dem Paar jedoch und attackierten es. Einer der Angreifer schlug dem 25-Jährigen mit der Faust gegen den Kopf. Dieser stürzte dadurch zu Boden, wo er getreten wurde. Beim Versuch zu fliehen, schlug einer der Täter dem Mann eine Flasche gegen den Kopf. Anschließend flüchteten die Schläger.

Alarmierte Rettungskräfte brachten den Verletzten zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Dessen 29-jähriger Lebensgefährte blieb unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat, wie bei Hasskriminalität üblich, die Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Gemeldete Hasskriminalität nimmt zu

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Erst am Freitag hatte sie über eine homophobe Beleidigung von zwei Männern in der Wilhelmstraße berichtet (queer.de berichtete). Am Samstag meldete die Hauptstadt-Polizei die homophobe Beleidigung einer trans Frau in der U-Bahnlinie 7 (queer.de berichtete).

Das queere Antigewaltprojekt Maneo gab im Mai bekannt, dass sich die Zahl der gemeldeten Übergriffe aus Hass auf LGBTI in der Hauptstadt binnen eines Jahres um 18 Prozent erhöht habe (queer.de berichtete). Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)



#1 TimonAnonym
  • 08.09.2019, 13:22h
  • Wenn greift die Politik endlich durch?

    Wenn es zu spät ist?

    Bei vorsätzlicher Gewalt darf es nicht nur Ermahnungen oder Sozialstunden geben.

    Wer Freiheit nicht ertragen kann und sie missbraucht, um andere zu terrorisieren, darf halt nicht in Freiheit leben.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SixtinusAnonym
  • 08.09.2019, 13:26h
  • Warum macht von all den CSD's, die jedes Jahr statt finden, kein einziger homo- und transphobe Gewalt zum zentralen Motto?

    Stattdessen jedes Jahr nichtssagende Phrasen.

    Einfach nur traurig, wie diese Gewalt immer alltäglicher wird und uns selbst fast nur noch ein Schulterzucken abringt.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 KommentarlosAnonym
  • 08.09.2019, 14:45h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Es ist Aufgabe der Judikative, der so genannten Dritten Gewalt, hier Urteile zu fällen, damit hat die Politik wenig bis gar nichts zu tun. Das Strafmaß für Körperverletzung etc. ist zu dem angemessen, wenn es nicht ausgeschöpft wird, dann ist das eine Kritik, die an eben diese dritte Gewalt gerichtet werden muss.

    Darüber hinaus: Bei vorsätzlicher Gewalt darf es nicht nur Ermahnungen oder Sozialstunden geben -> woher wissen Sie, ohne dass die mutmaßlichen Täter bereits gefasst sind, dass diese lediglich mit Ermahnungen und Sozialstunden davonkommen?!?!

    Zuletzt: knapp 60% der Berliner wollen die Regierung, die sie momentan regiert: R2G. Diese Regierung sorgt mit vielen Gesetzen, Maßnahmen etc dafür, dass aus ideologischen Gründen die Situation so ist wie sie ist. Eine andere Strategie ( null Toleranz) war Von Seiten der Bevölkerung nicht erwünscht, wurde abgewählt und auch schon damals, als noch die CDU mitregiert hat, ständig kritisiert...

    Kreuzberg ist der Bezirk, in dem, neben Neukölln, viele Polizisten an bestimmten Orten oder in bestimmten Straße nur noch in Mannschaftsstärke auftreten können, ohne vom Volk attackiert zu werden...
    Da also die Staatsmacht in den Straßen zu Überwachung nicht erwünscht ist dort, wäre es eine kritische Betrachtungsweise, einmal zu fragen, wo denn dann die wehrhaften Bürger sind, die mit Zivilcourage in solchen Situationen einschreiten könnten...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 gastAnonym
#5 berliner_bärchenAnonym
  • 08.09.2019, 16:20h
  • Es gibt auch in Marzahn und Lichtenberg Einsätze, in denen die Polizei nur in Mannschaftsstärke anrückt, um sicher agieren zu können,, von Fußballspielen mal ganz abgesehen. Auch Friedrichshain ist für die Polizei nicht ohne.

    Es stimmt einfach nicht, dass sich die Bürger von Kreuzberg und Neukölln dem Laissez faire hingeben und mit Wurstigkeit die Gewalt ignorieren. Kreuzberg ist ein traditioneller, Neukölln eher ein neuer Ausgehbezirk, in dem sich viele Treffpunkte der LSBTI-Gemeinde befinden. Wo nachts nichts los ist, passieren auch weniger Übergriffe. Das ist eine schlichte Wahrscheinlichkeitsrechnung.

    Die Zunahme an Aggression und Gewalt ist in ganz Berlin zu spüren und ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Neben der homophoben Gewalt, steigen auch die transphoben, fremdenfeindlichen, antisemitischen und kinderfeindlichen Gewalttaten an - wen es interessiert: Statistisches Landesamt Berlin-Brandenburg.

    Die zunehmende alltägliche Gewalt meiner Wahlheimatstadt schränkt die Lebensqualität aller Berliner/innen ein. Aber die Gewaltentwicklung den Befürwortern von R2G in die Schuhe schieben zu wollen, wird der Realität nicht gerecht und hilft nicht, effektive Gegenmaßnahmen zu entwickeln - diese These führt zu noch mehr Misstrauen und zum Auseinanderdriften der Gesellschaft.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Ana NymAnonym
  • 08.09.2019, 18:01h
  • # Es gibt immer wieder Typen, die reflexartig nach Verschärfung von Strafen brüllen, hier wird sogar noch unterstellt dass die Täter*innen nur Sozialstunden bekommen werden. Das denke ich angesichts der Schwere der Tat nicht.
    # Die Einstellung vieler zur heutigen Polizei ist ein wenig antiquiert und basiert auf den Erfahrungen der Studentenproteste der 60er und 70er.
    # Gewaltbereitschaft nimmt zur Zeit generell zu nicht nur in Berlin sondern auch in anderen deutschen Städten und Gemeinden, auch in anderen europäischen Ländern. Woran das liegt ?? Sicherlich sind starke gesellschaftliche Entwicklungen die von konservativen Gruppen : Rechte, Hooligans, Konservative, usf. mit allen Mitteln und gegen Menschenrechte bekämpft werden und Staaten die die sich bildenden aufgeschlossenen Staatenbündnisse zerbröckeln möchten.
    Sie arbeiten mit Ängsten und Falschdarstellungen. Die Bilder der Demo "für die Familie" in Sarajevo gleiche Plakate, gleiche Fähnchen, wenig Individualität gegenüber gestellt dem ersten CSD in Bosnien Herzegowina zeigt's deutlich. Auch die Art der Leute, wie sie sich jeweils geben..
    Da ist die gleichmäßige Masse und dort ein buntes Treiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 Thom_ass1973
  • 08.09.2019, 19:12h
  • Wo die Zivilcourage stirbt fließt Blut ... Einfach mal eben nicht mehr permanent auf das Smartphone starren und mit Kopfhörern durch die Gegend swombien. Sonst wird es noch schlimmer!!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FinnAnonym
  • 08.09.2019, 19:32h
  • Es muss sich endlich etwas ändern in diesem Staat. Bevor es zu spät ist.

    Dazu gehört auch, dass die Politik endlich mit gutem Beispiel voran geht und LGBTI rechtlich voll gleichstellt. Das wäre zumindest ein Signal, dass Diskriminierung nicht mehr geduldet wird.

    Außerdem brauchen wir endlich mehr Bildung und Aufklärung an Schulen, damit Hass erst gar nicht entstehen kann.

    Und endlich den versprochenen Nationalen Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie. Dass das viel bringt hat man ja bei den staatlichen Aktionen zur Aufklärung gegen HIV/AIDS gesehen. Das geht langsam, aber es ändert Dinge.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Carsten ACAnonym
  • 08.09.2019, 19:44h
  • "Gemeldete Hasskriminalität nimmt zu"

    Das wundert mich überhaupt nicht, wenn man sieht, wie (Teile der) Politik und Kirchen ganz offen gegen uns hetzen oder zumindest Diskriminierung rechtfertigen.

    Dadurch entsteht ein Klima, das solche Taten ermöglicht.

    Und natürlich ist auch die Gesamtsituation daran schuld. Wenn es immer mehr Ungerechtigkeit und Armut gibt, wenn immer mehr Menschen keine Wohnung finden oder sich keine Mieten leisten können, etc. etc. etc. dann ist das sozialer Sprengstoff, der früher oder später zu sowas führen muss.

    Deswegen muss die Politik endlich aktiv werden und den sozialen Frieden sowie soziale Gerechtigkeit wieder herstellen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Homonklin44Profil
  • 08.09.2019, 20:22hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von Ana Nym
  • Ich weiß nicht, manchmal denke ich auch, ob es nicht was nützen würde, solche Täter sozial zu ächten. Also sie von der gesellschaftlichen Teilhabe auszuschließen. Was ja durchaus in dem Land mit anderen Gruppen, etwa den sozial Schwachgestellten, auch gemacht wird, wo die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben stark eingeschränkt möglich ist. Und die haben nur 'verbrochen' arbeitslos oder erwerbsunfähig zu sein.

    Wenn man jetzt die Verursacher solcher asozialer Angriffe zum Beispiel davon ausschließen würde, ins Kino zu dürfen, an Sportveranstaltungen oder sonstwelchen Geselligkeiten Teil zu haben - nur mal im Gedankenspiel - ob das denen nicht was beibringen könnte? Verhalte dich menschlich, sozial verträglich, und auch du darfst rein.

    Ins Kino, in die Disse, in die Kneipe, in den Verein usw.
    Und wer sich daneben benimmt, fliegt halt ne Weile ganz raus.
    Bei den Sozialstunfen ist die Frage, wem solche Täter zugemutet werden, und wie die dafür auasgesucht werden. Als Kranker im Pflegeheim möchte ich von Solchen nicht betreut werden.
  • Antworten » | Direktlink »