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Homophobe Attacke in Berlin

Kreuzberg: Schwulem mit Faust und Flasche gegen Kopf geschlagen

Auf dem Weg zu einem Restaurant wurde ein junges schwules Paar in der Berliner Admiralstraße von drei Unbekannten erst homofeindlich angepöbelt und dann brutal attackiert. Der Staatsschutz ermittelt.


Der homophobe Angriff ereignete sich in der Nähe vom Kottbusser Tor (Bild: Dieter Titz / flickr)

  • 8. September 2019, 11:14h 18 2 Min.

Unbekannte beleidigten und griffen in der Nacht zu Sonntag ein schwules Paar in Berlin-Kreuzberg an. Die beiden 25 und 29 Jahre alten Männer waren laut Polizeibericht vom Sonntag auf dem Gehweg der Admiralstraße zu einem Restaurant unterwegs. Vor dem Grillhaus trafen sie kurz nach Mitternacht auf drei Unbekannte, die das Paar sofort homophob beleidigten.

Die beiden Männer versuchten, Abstand zu den Pöblern zu bekommen, und liefen weiter. Die unbekannten Männer folgten dem Paar jedoch und attackierten es. Einer der Angreifer schlug dem 25-Jährigen mit der Faust gegen den Kopf. Dieser stürzte dadurch zu Boden, wo er getreten wurde. Beim Versuch zu fliehen, schlug einer der Täter dem Mann eine Flasche gegen den Kopf. Anschließend flüchteten die Schläger.

Alarmierte Rettungskräfte brachten den Verletzten zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Dessen 29-jähriger Lebensgefährte blieb unverletzt. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat, wie bei Hasskriminalität üblich, die Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Gemeldete Hasskriminalität nimmt zu

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Erst am Freitag hatte sie über eine homophobe Beleidigung von zwei Männern in der Wilhelmstraße berichtet (queer.de berichtete). Am Samstag meldete die Hauptstadt-Polizei die homophobe Beleidigung einer trans Frau in der U-Bahnlinie 7 (queer.de berichtete).

Das queere Antigewaltprojekt Maneo gab im Mai bekannt, dass sich die Zahl der gemeldeten Übergriffe aus Hass auf LGBTI in der Hauptstadt binnen eines Jahres um 18 Prozent erhöht habe (queer.de berichtete). Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI. (pm/cw)

-w-

#1 TimonAnonym
  • 08.09.2019, 13:22h
  • Wenn greift die Politik endlich durch?

    Wenn es zu spät ist?

    Bei vorsätzlicher Gewalt darf es nicht nur Ermahnungen oder Sozialstunden geben.

    Wer Freiheit nicht ertragen kann und sie missbraucht, um andere zu terrorisieren, darf halt nicht in Freiheit leben.
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#2 SixtinusAnonym
  • 08.09.2019, 13:26h
  • Warum macht von all den CSD's, die jedes Jahr statt finden, kein einziger homo- und transphobe Gewalt zum zentralen Motto?

    Stattdessen jedes Jahr nichtssagende Phrasen.

    Einfach nur traurig, wie diese Gewalt immer alltäglicher wird und uns selbst fast nur noch ein Schulterzucken abringt.
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#3 KommentarlosAnonym
  • 08.09.2019, 14:45h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Es ist Aufgabe der Judikative, der so genannten Dritten Gewalt, hier Urteile zu fällen, damit hat die Politik wenig bis gar nichts zu tun. Das Strafmaß für Körperverletzung etc. ist zu dem angemessen, wenn es nicht ausgeschöpft wird, dann ist das eine Kritik, die an eben diese dritte Gewalt gerichtet werden muss.

    Darüber hinaus: Bei vorsätzlicher Gewalt darf es nicht nur Ermahnungen oder Sozialstunden geben -> woher wissen Sie, ohne dass die mutmaßlichen Täter bereits gefasst sind, dass diese lediglich mit Ermahnungen und Sozialstunden davonkommen?!?!

    Zuletzt: knapp 60% der Berliner wollen die Regierung, die sie momentan regiert: R2G. Diese Regierung sorgt mit vielen Gesetzen, Maßnahmen etc dafür, dass aus ideologischen Gründen die Situation so ist wie sie ist. Eine andere Strategie ( null Toleranz) war Von Seiten der Bevölkerung nicht erwünscht, wurde abgewählt und auch schon damals, als noch die CDU mitregiert hat, ständig kritisiert...

    Kreuzberg ist der Bezirk, in dem, neben Neukölln, viele Polizisten an bestimmten Orten oder in bestimmten Straße nur noch in Mannschaftsstärke auftreten können, ohne vom Volk attackiert zu werden...
    Da also die Staatsmacht in den Straßen zu Überwachung nicht erwünscht ist dort, wäre es eine kritische Betrachtungsweise, einmal zu fragen, wo denn dann die wehrhaften Bürger sind, die mit Zivilcourage in solchen Situationen einschreiten könnten...
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