Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34457

Russland

Homophobe Rapper sorgen mit Pro-Kreml-Video für Negativrekord

In einem Propaganda-Song begrüßt ein Rap-Duo überschwänglich, dass Moskau keine "Gay-Paraden" hat.


Ausschnitt aus dem Video "Moskwa"

Mit einem umstrittenen Video zu den russischen Regionalwahlen sorgen zwei Rapper in ihrer Heimatstadt Moskau für Schlagzeilen – und einen fragwürdigen Rekord. Innerhalb von wenigen Tagen sammelten die beiden Rapper mit den Künstlernamen Timati und Guf auf der Videoplattform Youtube mit ihrem Lied "Moskwa", das eine homophobe Textpasage enthält, rund 1,48 Millionen negative Bewertungen. Laut russischen Medien ist das ein absoluter Negativrekord: Kein anderes Video in Russland hatte jemals so viele "Dislikes" bekommen wie Timatis Werk.

Hintergrund des Negativrekords sind mehrere Textzeilen: Im Video besingt der 36-jährige Timati, der zu den erfolgreichsten russischen Rappern zählt, neben der Schönheit der Stadt nämlich auch seine Liebe zur Kremlpolitik. "Ich gehe nicht zu Protesten und verbreite keinen Scheiß", heißt es. Zudem sei Moskau "eine tolle Stadt, in der es keine Gay-Paraden gibt". Er werde sich zu Ehren des kremltreuen Bürgermeisters Sergej Sobjanin "einen Burger reinstopfen".

Direktlink | Einen der vielen Re-Uploads des Tracks

Moskau hatte – wie andere russische Städte auch – bislang alle Anträge, einen CSD zu veranstalten, abgelehnt. Bereits mehrfach wurde Russland dafür vom Europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg verurteilt, zuletzt 2018 (queer.de berichtete). Bislang ignoriert das Putin-Regime diese Gerichtsurteile.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Der "Moskwa"-Text sorgte bei vielen Moskauern für Unmut, weil bei Protesten im Sommer Tausende Menschen festgenommen wurden. Sie hatten sich gegen den Ausschluss zahlreicher Oppositioneller bei der Stadtratswahl vom Sonntag ausgesprochen. Unmittelbar vor der Abstimmung wurde das Video veröffentlicht.

Der Negativrekord habe sogar Timati selbst erstaunt, wie er auf Instagram schrieb. "Ich hatte nie das Ziel, jemanden zu beleidigen", so der Rapper, der schon zuvor lobende Lieder über Kremlchef Wladimir Putin veröffentlichte. Er habe lediglich seine Liebe zur Hauptstadt ausdrücken wollen. Er habe das Video deshalb von der Plattform gelöscht. Auch sein Kollege Guf entschuldigte sich. Er habe nicht gewusst, dass Wahlen anstünden, behauptete der 38-Jährige. Allerdings wird gemunkelt, dass die Rapper von der russischen Regierung für ihren Track bezahlt worden waren. (dpa/dk)