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LSU-Jahresempfang

Wird sich AKK entschuldigen?

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wird nach mehreren LGBTI-feindlichen Äußerungen am Donnerstagabend beim Jahresempfang der Lesben und Schwulen in der Union erwartet. Vorab beklagt die LSU eine "Eiszeit" für trans und inter Menschen.


CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will ihr Image als erbitterte LGBTI-Gegnerin offenbar aufweichen (Bild: Sandro Halank, Wikimedia Commons / wikipedia)

Angesichts eines rauer werdenden gesellschaftlichen Klimas hat die Gruppe der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) ihre Parteien zu einem entschiedenen Minderheitenschutz aufgefordert. "Gerade Minderheiten bekommen wieder verstärkt Gegenwind zu spüren", sagte der LSU-Vorsitzende Alexander Vogt der Nachrichtenagentur AFP vor dem Jahresempfang der Gruppe, zu dem am Donnerstag auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer erwartet wird. "Wir möchten daher wissen, wie die Politik dem begegnen kann", forderte er.

"Die Gewaltbereitschaft steigt merklich – egal ob es um religiöse, ethnische oder sexuelle Minderheiten geht", warnte Vogt. Dabei seien Lesben und Schwule "gerade erst einigermaßen in der Mitte der Gesellschaft angekommen – transidente, intersexuelle und andere Menschen hingegen noch längst nicht". "Für diese Personengruppen herrscht sogar noch Eiszeit", betonte Vogt.

An CDU und CSU richtete er vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung die Forderung, nicht nur "den Status quo verteidigen zu wollen, sondern klare Zeichen zu setzen, dass wir eine starke und wehrhafte Demokratie sind, die Minderheitenschutz als eine Selbstverständlichkeit begreift und diesen weiter fördert und voranbringt".

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CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer erbitterte Gegnerin der Ehe für alle

Der Empfang dürfte spannend werden: Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer war wegen mehrerer LGBTI-feindlicher Äußerungen in den letzten Jahren in die Kritik geraten. So sprach sie sich 2015, damals als saarländische Ministerpräsidentin, gegen die gleichgeschlechtliche Ehe aus – mit dem Argument, dass ein solcher Schritt auch zur Anerkennung von Viel- oder Verwandten-Ehen führen könne (queer.de berichtete). 2017 behauptete sie, dass das "Fundament unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts" durch heiratende Schwule und Lesben "schleichend erodiert" werden könnte (queer.de berichtete)

Dieses Jahr geriet die Politikerin in die Kritik, weil sie bei einem Faschingsauftritt in Baden-Württemberg erklärte, "Toiletten für das dritte Geschlecht" seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette" (queer.de berichtete). Das führte zu scharfer Kritik von SPD, FDP, Grünen und Linken an Kramp-Karrenbauer, aber zu Lob aus der AfD (queer.de berichtete). Die LSU hatte AKK ohne Erfolg zu einer Entschuldigung aufgefordert (queer.de berichtete).

Kurz nach der Äußerung brachen ihre Umfragewerte ein, was teilweise auf ihre LGBTI-feindliche Haltung und ihre Unfähigkeit, sich für diskriminierende Äußerungen zu entschuldigen, zurückgeführt wurde.

Im Juni waren Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Mann Helmut Karrenbauer Gäste einer standesamtlichen Trauung und der Hochzeitsfeier eines schwulen Paares im Saarland (queer.de berichtete). Dies wurde bereits als erster Schritt gewertet, ihr Image als LGBTI-Gegnerin aufzuweichen.

LSU will "Gesprächsfaden nicht abreißen" lassen


Alexander Vogt ist seit 2010 Bundesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der Union (Bild: LSU)

Der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt gab sich vor dem Jahresempfang freundlich: "Wir freuen uns sehr, dass erstmalig die Parteispitze persönlich bei einem parlamentarischen Abend von uns auftritt. Es zeigt deutlich, dass die Union sich wandelt", erklärte er am Mittwoch in einer Pressemitteilung. "Mit Annegret Kramp-Karrenbauer arbeitet die LSU seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen. Schon früh hat sie sich für die LSU eingesetzt: So hat sie beispielsweise unseren Landesvorsitzenden im Saarland in den dortigen CDU-Parteivorstand kooptiert und unseren dortigen Landesverband aktiv in die seinerzeitige Erstellung des Wahlprogramms eingebunden."

Zuletzt sei AKK "allerdings nicht mehr als große Unterstützerin für unsere Themen aufgefallen", räumte Vogt ein. "Umso interessanter verspricht der Austausch mit ihr zu werden. Als LSU suchen wir bewusst den Dialog mit denen, die anders denken als wir, und legen großen Wert darauf, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen."

Unter dem Titel "Klimawandel in Deutschland: Neue Eiszeit für Schwule und Lesben?" wird AKK beim LSU-Jahresempfang mit dem früheren Ersten Bürgermeister Hamburgs und offen schwulen CDU-Politiker Ole von Beust diskutieren. Moderiert wird das Gespräch von Reinhold Beckmann. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr im Berliner Konrad-Adenauer-Haus, der Bundesgeschäftsstelle der CDU. (cw/dpa)



#1 PiepmatzAnonym
  • 12.09.2019, 13:37h
  • Ich musste schon bei der Überschrift lachen.

    Natürlich wird AKK sagen, wie leid es ihr tut: Dass all diese Dummbeutel zu dämlich waren, zu verstehen, was sie wirklich gesagt hat und dass die ihre Worte böswillig verdreht und aus dem Zusammenhang gerissen haben. Das eigentliche Opfer ist nämlich sie selbst.

    Sie wird das allerdings indirekter formulieren. Beckmann (was qualifiziert den eigentlich für diese Aufgabe?) wird dieses Manöver mit wichtiger Miene durchwinken, als habe er gerade wirklich etwas aus AKK herausgeholt, und Beust wird hanseatisch drüber wegschweigen.

    Die LSU hat es von Anfang an zu ihrem Geschäftmodell gemacht, homöopathisch verdünnte Kuschelkritik in einem großen Tümpel voll Schönrednerei eigenhändig zu ersäufen. Sie hat das Krötenschlucken über viele Jahre hinweg professionalisiert. (Neu im Shop: "100 leckere Rezepte mit Froschlurchen")

    Was sollten wir uns denn von dieser Veranstaltung erwarten?
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#2 FredericAnonym
#3 userer
  • 12.09.2019, 14:34h
  • Antwort auf #1 von Piepmatz
  • So ist es. Und die emanzipatorisch unterentwickelte Zielgruppe wird nach dieser Show stöhnen: "Was wollen die Hinterlader denn jetzt noch immer, es ist doch alles gut", obwohl nichts gut ist mit der Christenunion und ihrer Anführerin.
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#4 Ralph
  • 12.09.2019, 16:14h
  • Wir kennen die Worthülsen ja... "Ich bedaure, dass Menschen sich verletzt und beleidigt fühlen"... "Es tut mir leid, dass meine Aussagen als herabsetzend empfunden wurden", "Leider ist der Eindruck enstanden, dass ich Menschen kränken wollte; ich wurde völlig missverstanden"... und natürlich der altbewährte Klassiker: "Ich habe doch selbst schwule Freunde!"
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#5 IronikerEhemaliges Profil
  • 12.09.2019, 17:04h
  • "Sie haben an geeigneter Stelle eine eindeutig homophobe Äußerung gemacht und es natürlich auch so gemeint. Dummerweise ist das zur falschen Zielgruppe durchgesickert, wurde skandalisiert und nun droht die öffentliche Stimmung gegen Sie zu kippen. Sie fürchten um Ansehen / Kunden / Sponsoren? Nun gut, da führt an einer öffentlichen Stellungnahme kein Weg mehr vorbei.

    Aber wie macht man das, ohne als Depp dazustehen? Das Zauberwort heißt: Subtext! Während Sie oberflächlich so tun, als beugten Sie reumütig das Haupt, können Sie mit Botschaften zwischen den Zeilen nämlich munter weiterkeilen! Und so wirds gemacht:"

    derzaunfink.wordpress.com/2014/06/17/krokodilstranen-eine-ha
    ndreichung-fur-den-tag-danach/
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#6 feli491Anonym
  • 12.09.2019, 17:20h
  • Wie schön, dass ein Akt der Entschuldigung zwei Seiten erfordert - die eine Person/Gruppe, die etwas Falsches getan/gesagt hat, bittet um Entschuldigung. Die zweite Person/Gruppe nimmt die Entschuldigung entsprechend an - oder eben nicht. Und nach dem ganzen Mist, den die schon von sich gegeben hat, wäre ich definitiv nicht gewillt, ihre Entschuldigung anzunehmen. Da muss schon sehr viel mehr kommen als ein paar billige Worte, selbst wenn sie ihre Entschuldigung einwandfrei formuliert (also ohne, "wenn ihr euch dadurch angegriffen fühlt, tut mir das leid" - wie stehen eigentlich die Wetten, dass sie es genau so oder ähnlich formulieren würde?)
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#7 PetterAnonym
  • 12.09.2019, 18:24h
  • Selbst wenn sie sich heute entschuldigen würde, käme das viel zu spät.

    Sie hat dämliche Witzchen über Transsexuelle und Transgender gebracht, sie hat immer wieder den demokratischen Beschluss des Parlaments zur Eheöffnung infrage gestellt und ihre Ablehung der Gleichstellung deutlich gemacht. Etc. etc. etc.

    Sie hat sich über Monate hinweg niemals dafür entschuldigt, sondern das sogar noch rechtfertigt und noch schlimmer gemacht.

    Ganz ehrlich:
    da braucht sie sich jetzt auch nicht mehr zu entschuldigen.

    Wie sie wirklich denkt, hat sie oft genug bewiesen. Wenn jetzt eine Entschuldigung käme, wäre das nicht ernsthaft gemeint, sondern nur taktisch, um ihre maroden Kanzler-Chancen zu retten.
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#8 GerritAnonym
  • 12.09.2019, 18:58h
  • >>>>> LSU will "Gesprächsfaden nicht abreißen" lassen <<<<<

    Andere würden sagen, dass die LSU kein bisschen Selbstachtung hat und wieder mal vor LGBTI-Hassern kriecht und für Hetze Verständnis zeigt. Ganz so, wie man es von der LSU gewöhnt ist.
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#9 GerritAnonym
  • 12.09.2019, 18:59h
  • Antwort auf #7 von Petter
  • Das ist genau der Punkt. Selbst wenn die sich jetzt entschuldigen würde, wäre das nur eine taktische Maßnahme, die nicht aufrichtig gemeint ist. Denn wie sie wirklich über LGBTI denkt, hat sie jetzt oft genug und mehr als deutlich klar gemacht.
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#10 no_mercyAnonym
  • 12.09.2019, 18:59h
  • Entschuldigen? Das käme einem Widerspruch gleich. Es ist bekannt, was sie über uns denkt, und auch, dass sie zur Miss Homophobia gekürt wurde. Insofern erwarte ich nicht, dass sie sich entschuldigt. Und außerdem gilt es auch erst dann, wenn diese Entschuldigung angenommen wird. Da hat sie bei mir pech.

    ©BuntesUndSchönes
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