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Gerichtsentscheidung

Bayreuth: Bauarbeiter wegen homophoben Übergriffs verurteilt

Ein 33-jähriger Deutschrusse soll in den frühen Morgenstunden einen Schwulen offenbar aus Hass auf Homosexuelle mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.


Der Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe und Schadensersatz verurteilt (Bild: Hans Splinter / flickr)

Das Amtsgericht Bayreuth hat laut einem Bericht des "Kuriers" vom Donnerstag einen 33-jährigen Bauarbeiter wegen eines offenbar aus Homosexuellenhass motivierten Übergriffs auf einen 32-jährigen Gastronomieangestellten zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.500 Euro verurteilt. Außerdem muss er dem Opfer, der als Nebenkläger am Verfahren teilnahm, 1.200 Schmerzensgeld zahlen. Der Angeklagte streitet alle Vorwürfe ab und hat kurz nach der Urteilsverkündung erklärt, er wolle Rechtsmittel einlegen.

Die Tat hatte sich bereits am 12. November 2018 ereignet. Der Angegriffene sagte vor Gericht aus, er habe mit Freunden in einer 24-Stunden-Bar in der Friedrich-Ebert-Straße gefeiert, da er einen festen Arbeitsplatz ergattert hatte. Er habe gegen 4.20 Uhr in der Früh mit zwei Deutschrussen Darts gespielt. In einer Unterhaltung sei es um Eheprobleme gegangen. Daraufhin habe er gesagt: "Mit meinem Mann ist alles in Ordnung." Als Reaktion habe er vom Angeklagten einen Faustschlag ins Gesicht bekommen. Danach sei es zu einem Handgemenge gekommen. Er sei dann zu einer Polizistin gegangen, habe ihr den Vorfall geschildert und den Täter gezeigt. Er habe dabei betont, dass er "wegen meiner sexuellen Orientierung" attackiert worden sei.

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Der Angeklagte will verwechselt worden sein

Der Angeklagte stritt jegliche Beteiligung an der Tat ab ("Das ist eine Verwechslung"). In einem ersten Verfahren im März hatte er einen 41-jährigen Freund als Zeugen mitgebracht, der ihn entlastet habe. Gegen diesen Mann, ebenfalls ein Deutschrusse, wird nun wegen Falschaussage ermittelt.

Das Gericht sah die Schuld des Angeklagten als erwiesen. Der vorsitzende Richter berief sich dabei auf die Aussage des Opfers und der Polizistin sowie Bilder der geröteten Fingerknöchel des Angeklagten. (cw)



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#1 lennyAnonym
  • 13.09.2019, 17:10h
  • Wie bei mir, dieses scheiß Homophobe und kriminelle Pack. Nicht mal den Arsch in der Hose zu seinen Taten zu stehen.

    Dazu ein lahmes Urteil, der Staat streicht sich 4500 ein und das Opfer soll sich mit 1200 begnügen die er evtl. noch einklagen darf!

    Ich habe bis heute noch keinen Cent gesehen vom Täter, aber hauptsache der Staat hat damals 28000 eingenommen. Mein Leben war danach bia heute ruiniert!
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#2 Homonklin44Profil
  • 14.09.2019, 08:44hTauroa Point
  • Man darf immerhin belobigen, dass in dem Fall konsequent geahndet wurde, und das Ernst genommen wurde.
    Wie oft wird versucht, sowas herunterzuspielen und dann noch zu meinen, ja, man hätte ja selbst Schuld, wenn man drüber redet.

    Gut, ich würde nie drüber reden - zu viel erfahren auf dem Gebiet. Geht keinen an.
    Aber es sollte doch üblich sein, dass Jeder das erwähnen kann, wenn er mutig genug dafür ist, oder stolz drauf. Da braucht es wahrscheinlich noch Jahre und viele Urteile, bis die Leute diese Sicherheit kennen.

    Hoffe, dass die den anderen Kerl auch wegen Falschaussage überführen. So ein Gehabe ist armselig.
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#3 ZuMildAnonym
  • 14.09.2019, 10:16h
  • Ich finde das Urteil zu mild. Zu viel Geld für den Staat, zu wenig für das Opfer. Homophobe Attacken sollten VIEL härter bestraft werden.
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#4 Ralph
  • 14.09.2019, 11:35h
  • Antwort auf #3 von ZuMild
  • Die Aussage kann ich nachvollziehen. Ich denke aber, das Ergebnis soll ja für den Täter fühlbar sein, und da ist es ohne Belang, an wen er zahlen muss. Freilich erscheint mir ein Schmerzensgeld von 1 500 etwas gering. Dass regelmäßig bei einem Ersttäter (nehmen wir einen solchen mal an) Milde gezeigt wird, ist auch nicht grundsätzlich zu beanstanden. Allerdings fragt sich schon, ob diese Zurückhaltung bei vorsätzlicher Körperverletzung angebracht ist. Schlimm wäre es, wenn der Täter einen Bonus wegen seines "kulturellen Hintergrundes", d.h. wegen seiner Herkunft aus einem extrem schwulenfeindlichen Land, bekommen hätte. Da der Artikel dazu nichts hergibt, gehen wir mal davon aus, dass es einen solchen Bonus nicht gegeben hat.
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