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Polizeibericht

Junger Schwuler in Berlin-Neukölln krankenhausreif geprügelt

Das 23-jährige Opfer und sein zwei Jahre jüngerer Begleiter wurden am Freitagnachmittag aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus homophob beleidigt, geschlagen und getreten. Der Ältere erlitt einen Jochbeinbruch.


Am Freitagnachmittag wurden zwei Männer in Berlin-Neukölln zunächst homophob beleidigt und anschließend angegriffen. Die Anzeige erfolgte später am Abend durch eine Familienangehörige eines der Angegriffenen, meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntag.

Laut Polizeibericht sollen die beiden Männer gegen 16.40 Uhr in der Hermannstraße unterwegs gewesen sein, als sie zunächst aus einer Gruppe von Jugendlichen heraus homophob beleidigt worden sein sollen. Anschließend sollen beide durch Schläge und Tritte angegriffen worden sein. Nachdem einer der Angegriffenen den Notruf wählte, flüchteten die Täter in Richtung Selchower Straße.

Der 23-jährige Angegriffene erlitt einen Jochbeinbruch und wurde in einem Krankenhaus behandelt. Bei seinem 21-jährigen Begleiter war zunächst keine Behandlung nötig, er gab aber an, sich gegebenenfalls selbst zum Arzt begeben zu wollen. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Dieser Schritt ist bei Verdacht auf politisch motivierte Gewalt oder Hasskriminalität üblich. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Zunahme der gemeldeten Hasskriminalität

In Neukölln kommt es immer wieder zu homophoben Übergriffen. So waren Ende Juli zwei Frauen mit den Worten "Scheiß-Lesben, euch sollte man den Schädel einschlagen" beleidigt worden (queer.de berichtete). Anfang Juli meldete die Polizei einen schwulenfeindlichen Überfall, bei dem ein Mann leicht verletzt wurde (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor war in dem Bezirk eine lesbische Frau von einer Jugendgruppe attackiert worden (queer.de berichtete).

In Berlin werden anders als in vielen anderen deutschen Städten mögliche homo- oder transfeindliche Hintergründe von Straftaten gezielt in den Polizeiberichten publik gemacht. Die Polizei und Staatsanwaltschaft der Hauptstadt besitzen eigene Ansprechpartner für LGBTI.

In der Nacht zu Samstag wurde auch ein junges schwules Paar in Berlin-Lichtenberg angegriffen (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 15.09.2019, 12:34h
  • Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich aufwacht?

    Muss erst jemand sterben?
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#2 TimonAnonym
  • 15.09.2019, 13:48h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Union und SPD blockieren ja sogar die bundesweite Erfassung von Hassverbrechen gegen GLBTI.

    Dass das in Berlin passiert, haben wir dem Engagement der Berliner Polizei zu verdanken.

    Sonst wird in Deutschland jeder Fliegenschiss statistisch erfasst. Aber bei Hassverbrechen gegen GLBTI wird das von unserer schwarz-roten Bundesregierung verhindert und alle diesbezüglichen Anträge von Grünen und Linkspartei ein ums andere mal abgeschmettert.

    Man soll wohl nicht mal erfahren, wie groß das Problem wirklich ist, damit der Handlungsdruck nicht zu groß und die Untätigkeit nicht zu peinlich wird.
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#3 UrberlinerAnonym
  • 15.09.2019, 14:31h
  • Hätten die Opfer Kippa getragen, gäbe es sofort morgen oder übermorgen eine riesige Demonstration mit prominenten Rednern und auch sonst vielfältige Solifaritätsbekundungen. Das finde ich richtig und gut - und ich wünsche mir eine solche klare Reaktion der Mehrheitsgesellschaft auch in Fällen von Schwulenhass.
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#4 JustmeAnonym
  • 15.09.2019, 16:04h
  • Sich wehren und aufhören auf die Hilfe einer bröckelnden Gesellschaft zu hoffen.

    Leider verstehen einige Täter keine andere Antwort auf ihre Aktionen als das sie selbst gejagt und ihre eigene Medizin kosten
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#5 GerritAnonym
  • 15.09.2019, 16:46h
  • Wenn der Staat uns nicht schützen kann oder will, müssen wir uns dann vielleicht selbst schützen?
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#6 Winston ChurchillAnonym
  • 15.09.2019, 16:53h
  • Antwort auf #4 von Justme
  • War am Wochenende nicht Folsom in Berlin ?

    Warum gehen die da nicht hin? Die Jungs wissen schon wie man solche Kanalien händeln muss.

    Angst zeigen war schon immer schlecht, solche Typen riechen das und fühlen sich dann stark, weil sie sonst im Leben nix haben.

    Ich bin auch schon in Berlin mit meinem Mann angepöbelt worden. Ich habe mich freundlich entschuldigt und gesagt das ich schlecht höre er müßte lauter sprechen mein Hörgerät wäre gestern abend bei einer Schlägerei verloren gegangen. Über den Gipfeln ward Ruh und der Mund voller Zähne.

    Selbstbewustsein ausstrahlen und im Zweifel zurück schlagen. Die Jungs haben 1969 in der Christopher Street die Polizisten nicht gestreichelt um ihre Rechte durch zusetzen.

    Mein Vater hat mir beigebracht, man wird Opfer eines Unfalls, aber wenn man geschlagen wird sollte man bei der Schlägerei immer Beteiligter sein, auch wenn man nicht gewinnt.
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#7 SixtinusAnonym
  • 15.09.2019, 20:34h
  • Einfach nur beschämend und traurig für diese Gesellschaft.

    Ist in überregionalen Zeitungen nicht mal eine Randnotiz wert.

    Homophobie wird in Deutschland - auch von den Medien - bei weitem nicht so ernst genommen wie andere Formen der Diskriminierung.

    Und warum wird nie eine Täterbeschreibung veröffentlicht, wenn das Ziel doch angeblich Aufklärung ist?
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#8 KerzmanProfil
  • 15.09.2019, 20:37hPrinceton
  • Antwort auf #6 von Winston Churchill
  • >>> Angst zeigen war schon immer schlecht, solche Typen riechen das und fühlen sich dann stark, weil sie sonst im Leben nix haben. <<<

    Als Mitglied diverser Minderheiten-Gruppen (Metrotwink, Halbneger, Jude, Ausländer, Klassenprimus) hatte ich an unserer Schule in Wiesbaden so manche unverschämte Rede zu erdulden (und abzuschmettern); als mir jedoch ein Mitschüler an den Kragen gehen wollte, versetzte ich ihm einen (eher milden) Hieb auf die Nuß, mit der Folge, daß er in sich zusammensank und auf den Fußboden fiel. Ich reichte ihm die Hand, um ihm beim Aufstehen zu helfen, da war er erstmal total platt vor Verwirrnis. Ich werde nicht sagen, daß wir Freunde wurden, aber er und die anderen Klassenkameraden waren wie verwandelt, mit Verbalinjurien und Anrempeln et al. war Schluß. Situationen sind unterschiedlich und unterschiedlich zu bewerten, in meinem Fall gings gut.
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#9 Ith_Anonym
  • 16.09.2019, 09:19h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Du tust ja gerade so, als komme das mit dem Sterben nicht vor.

    Relative harte Geschichte wurde in der taz kürzlich gründlich beleuchtet (link unten). Muss aber warnen, die detaillierte Beschreibung der Gewalt hat Triggerpotential, und fängt dramatisch-reißerisch auch schon im ersten Absatz an, VOR einem neutralen Überblick (was für mich ein Hinweis darauf ist, dass die Reporterin eben auch nicht für Mit-Betroffene schreibt, sondern für ein gedacht heteronormatives Publikum ohne Migrationshintergrund und aus dem Mittelstand, dem sowas nicht passieren würde/könnte). Zusammenfassend: Der einzige Schwule in ner 4er-Gruppe junger Männer wurde von wenigstens einem davon offen für seine Homosexualität gehasst, diente dem Rest schon länger als Fußabtreter und wurde am Ende recht brutal von allen dreien gemeinsam erschlagen.

    Gericht und Staatsanwaltschaft gaben sich verwundert und konnten kein Motiv erkennen. Weder Rechtsextremismus noch Homophobie als politische Grundlage. Denn wenn Täter aussagen, dass sie jemanden zwar verachtet haben und/oder seine Homosexualität gehasst haben, dann hat Homophobie nichts damit zu tun, wenn sie so jemanden am Ende auch töten. Solange keiner sagt "ich hab auf ihn eingeprügelt, WEIL er schwul war" isses auch keine politisch motivierte, homophobe Gewalt.

    Ganz am Rande: Unter den Tags des Artikels taucht "#Homophobe Gewalt" auch nicht auf. Selbst der Reporterin reicht es bei den Schlagwörtern, sich auf die "Rechte Gewalt" zu beschränken.

    Hat sich jetzt irgendwas geändert, außer dass die Rechtssprechung uns vorgeführt hat, dass es ihr gleichgültig ist? Irgendwie ja nicht.

    taz.de/Homofeindliche-Gewalt-in-Aue/!5621565/
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#10 Thom-assAnonym
  • 16.09.2019, 19:34h
  • Antwort auf #3 von Urberliner
  • Vorsicht mein lieber

    eine Minderheit mit anderer mINDERHEIT aufzuwiegen, ist nicht sehr schön. Ich bin zufälligerweise schwul und jüdisch, auch wenn ich keine kippa trage. Mein ex Partner ist moslem na und ? Was soll das? Wir alle werden doppelt und dreifach diskriminiert

    Studien zeigen zudem, dass menschen die diskriminiert werden, selber vermeintlich nach unten treten.

    Arme treten nach unten auf Minderheiten und die wiederum auf uns schwule
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