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Großbritannien

David Cameron ist besonders stolz auf die Ehe für alle

In seinem neuen Buch "For The Record" nennt Großbritanniens ehemaliger Premierminister die Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare "eines der Dinge, auf die ich am stolzesten bin".


David Cameron war von 2010 bis 2016 Premierminister von Großbritannien (Bild: Number 10 / wikipedia)

Der frühere britische Premierminister David Cameron bereut es nicht, in seiner Amtszeit die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durchgesetzt zu haben – im Gegenteil: Die Ehe für alle sei "eines der Dinge, auf die ich am stolzesten bin", schreibt der konservative Politiker in seinen Memoiren "For the Record" (Fürs Protokoll), die am Donnerstag erscheinen. Auszüge wurden bereits in der "Times" veröffentlicht.

Die Öffnung der Ehe gehöre zu den "umstrittensten Themen" in seiner Zeit als Regierungschef, räumt Cameron in seinem Buch ein. "Ich wusste, wir würden Parteimitglieder verlieren. Einer kam sogar in meine Sprechstunde und zerriss seinen Mitgliedsausweis. Es war ein Thema, dass mich in Schwierigkeiten bringen oder sogar stürzen könnte. Aber ich bereue absolut nichts, und es ist eines der Dinge, auf die ich am stolzesten bin."

Haschisch-Beichte und Kritik am Nachfolger


Camerons Memoiren sind ab 19. September im Buchhandel erhältlich

Cameron war seit 2005 Vorsitzender der konservativen Tories in Großbritannien und von 2010 bis 2016 Premierminister. Nach dem Ergebnis des von ihm selbst einberufenen EU-Referendums trat er zurück.

In seinen mit über 750 Seiten sehr umfangreichen Memoiren verteidigt der 52-Jährige die verlorene Brexit-Abstimmung, übt aber auch scharfe Kritik an seinem Parteifreund und Nachfolger Boris Johnson. Darüber schreibt er etwa über seinen Haschisch-Konsum am Elite-Internat Eton. Die Einnahmen aus dem Verkauf des Buches will der Ex-Regierungschef an Wohltätigkeitsorganisationen spenden.

Großbritanniens konservative Partei galt über Jahre als äußerst homophob und hatte in den Achtzigerjahren unter Premierministerin Margaret Thatcher unter anderem Homo-"Propaganda" an Schulen verboten ("Section 28"). Erst David Cameron zwang seine Partei auf nationaler Ebene zu einem LGBTI-freundlichen Kurs. So warb er 2011 auf einem Parteitag vehement für die Öffnung der Ehe (queer.de berichtete).

"Jedem, der diesem Thema reserviert gegenüber steht, sei gesagt: Ja, es geht um Gleichberechtigung, aber es geht auch um etwas anderes, nämlich darum, Verantwortung für einen Menschen zu übernehmen", so Cameron damals in seiner viel beachteten Rede. Das sei ein konservatives Konzept. "Die Gesellschaft wird stärker, wenn wir Verantwortung übernehmen und einander unterstützen. Ich bin nicht für die Ehe-Öffnung, obwohl ich ein Konservativer bin; ich unterstütze die Ehe-Öffnung, weil ich ein Konservativer bin." (cw)



#1 Carsten ACAnonym
  • 15.09.2019, 17:52h
  • Ist er auch so stolz darauf, seinen Bürgern ohne jeden Grund und ohne jede Veranlassung ein Referendum auf die Nase gedrückt zu haben und damit Populisten die Türe weit aufgemacht zu haben, die das Land in das größte Chaos seit dem zweiten Weltkrieg bringen?
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#2 MariposaAnonym
  • 16.09.2019, 09:16h
  • Meines Erachtens mal jemand, der die Marke "konservativ" anscheinend richtig versteht und sich deutlich von "reaktionär" in Sachen Familien- und Gesellschaftspolitik unterscheidet. Schade, daß es bei uns nur 75 Unionsabgeordnete waren, die es genauso verstanden haben.

    Ändert aber leider nichts daran, daß er nunmal ein gescheiterter Premier ist und ohne seine Entscheidung für das Referendum wäre uns das ganze unwürdige Theater um den Brexit erspart geblieben.....
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#3 ThaBingbangAnonym
  • 16.09.2019, 15:00h
  • Antwort auf #1 von Carsten AC
  • Die Bürger hatten jede Möglichkeit etwas anderes oder gar nicht zu wählen, niemand hat sie gezwungen. Wenn die Bauern aus Wales, die über 80% ihrer waren in die restliche EU exportieren, zum großen Teil für den Brexit stimmen, sind sie selber Schuld. Cameron selber war gegen diesen, kann sich aber nicht ewig gegen so viele Gegenstimmen wehren, das ist eben Demokratie.
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#4 AFD-WatchAnonym
  • 16.09.2019, 15:49h
  • Antwort auf #3 von ThaBingbang
  • So einfach ist das nun auch wieder nicht. Das Ergebnis war zum einen knapp, zum anderen haben Nordirland und Schottland mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt. Würden sich Nordirland und Schottland demokratisch für unabhängig erklären, würde das verbleibende UK das auch nicht so hinnehmen.
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#5 TheDadProfil
  • 17.09.2019, 11:47hHannover
  • Antwort auf #4 von AFD-Watch
  • ""Würden sich Nordirland und Schottland demokratisch für unabhängig erklären, würde das verbleibende UK das auch nicht so hinnehmen.""..

    Das sehe ich etwas anders..
    Denn die EU hat schon signalisiert das ein unabhängiges Schottland, Wales, und auch Nord-Irland Teil der EU bleiben würde, auch dann wenn das Mutterland England austritt..
    Allerdings würde das die komplizierten Verträge die jetzt vorliegen, und gegen die Boris Johnson mit seiner absurden Strategie der Ausschaltung des Britischen Parlamentes anzugehen versucht, auch nicht gerade einfacher..
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