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Erfolg für Rechtspopulisten

Schwedische Gemeinde verbietet Regenbogenfahnen an öffentlichen Gebäuden

Eine Koalition aus Rechtspopulisten und Konservativen versucht, die Uhren im als fortschrittlich geltenden Schweden zurückzudrehen.


Für LGBTI-Gegner ist die Regenbogenfahne ein verhasstes politisches Symbol (Bild: Nan Palmero / flickr)

Der Gemeinderat des südschwedischen Sölvesborg hat vergangenen Donnerstag mit den Stimmen einer Koalition aus rechtspopulistischen "Schwedendemokraten" sowie drei weiteren konservativen und wirtschaftsliberalen Parteien – darunter den Christdemokraten und der Moderaten Sammlungspartei – das Hissen der Regenbogenfahne an öffentlichen Gebäuden untersagt. Wie die Lokalzeitung "Blekinge Läns Tidning" meldet, handelt es sich dabei um ein bislang im Land einmaliges Verbot. Die 17.500 Einwohner zählende Gemeinde ist bekannt als Heimatort des "Schwedendemokraten"-Anführers Jimmie Åkesson, der sich in Reden über "obszöne" CSD-Demonstrationen empört hatte. Bislang wird die Flagge in vielen schwedischen Gemeinden anlässlich der CSD-Saison gehisst.

Der Sölvesborger "Schwedendemokraten"-Fraktionschef Nicolas Westrup erklärte, dass die Regenbogenfahne ein politisches Zeichen sei, das als Flagge an öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen habe. Nun versucht auch die Fraktion im benachbarten Ronneby, das Hissen dieser Pride-Flagge zu verbieten.

LGBTI-Aktivisten zeigen sich besorgt

Die Organisatoren des nahegelegenen CSDs in Karlskrona erklärten, es handle sich um eine "besorgniserregende Entwicklung". Man fürchte nun, dass sich nach Jahren des Fortschritts der Wind gegen sexuelle und geschlechtliche Minderheiten drehen könne. Daher kündigten die CSD-Organisatoren auf Facebook an, im Mai 2020 den ersten "Sölvesborg Pride" veranstalten zu wollen.

Auch einige Funktionäre der Moderaten Sammlungspartei, unter deren Regierung 2009 die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet worden war, zeigten sich entsetzt über die Entscheidung ihrer kommunalen Parteifreunde. Filippa Reinfeldt, die Parteisprecherin für LGBTI-Belange, erklärte etwa, das Verbot sei "nicht angemessen", und wies Vorwürfe zurück, die Regenbogenfahne sei politisch: "Ich sehe die Pride-Fahne als Symbol der Freiheit und für das Recht, mit der Person zu sein, die man liebt."

Die "Schwedendemokraten" warnen wie die deutsche AfD seit Jahren vor der angeblichen "Homo-Lobby" – einzelne Politiker sprechen sich auch für ein Verbot von Homo-"Propaganda" aus. Umfragen zufolge liegt die rechtspopulistische Partei landesweit mit um die 20 Prozent an zweiter Stelle hinter den regierenden Sozialdemokraten. (dk)



#1 FliegenAnonym
#2 WeseraalProfil
  • 16.09.2019, 17:42hBremen
  • es ist schlimm, dass Rechtspopulisten jetzt auch schon in Schweden in der Lage sind, solche homophoben Beschlüsse durchzusetzen. Die "Schwedendomokraten" halte ich im übrigen für wenig demokratisch, auch wenn der Name etwas anderes sagt
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#3 djf19Anonym
  • 16.09.2019, 18:25h
  • Direkt die Regenbogenfahne an private Häuse hissenr und wenn man auch darf als Mieter Regenbogenfahne an seinem Balkon aufhängen/hissen.

    Dann bekommt halt kein öffentliches Gebäude die Regenbogenflagge , dafür aber haben umso mehr Leute die Regenbogenflagge bei sich am Haus gehisst.Also nimmt man eine Regenbogenflagge von einem öffentlichen Gebäude weg , so kommen viele neue Regenbogenflaggen an privaten Haushalte usw. gehisst zurück.

    Und wenn es gar nicht anders geht , auch wegen dem Regenbogenflaggenverbot an öffentlichen Gebäuden sollte man eine Klage beim Gericht einreichen , mal sehen wer gewinnt.
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#4 AltoAnonym
  • 16.09.2019, 20:03h
  • Antwort auf #3 von djf19
  • "Direkt die Regenbogenfahne an private Häuse hissenr und wenn man auch darf als Mieter Regenbogenfahne an seinem Balkon aufhängen/hissen."

    Habe ich mal gemacht, da hat man mir die Scheiben in der Nacht mit nem Stein eingeworfen. War aber etwas nördlich von Hamburg, nicht Schweden. Wir haben momentan weltweit eine starke Rechtswelle. Das könnte bald abebben oder uns alle überfluten.
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#5 TrekieAnonym
  • 16.09.2019, 20:04h
  • In Deutschland Koaliert die CDU auch schon lokal mit der AFD, und liebäugelt auch auf Landesebene damit. Denkt bloß alle daran, falls ihr auf die Idee kommen solltet bei denen euer Kreuzchen zu machen!
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#6 BaerchenProfil
  • 17.09.2019, 03:24hzuhause
  • Ich bin entsetzt, das weltoffenste und toleranteste Land welches ich kennen- und liebenlernen durfte beherbergt rechtes Gedankengut...was geschieht hier gerade? Es nimmt beängstigende Formen an...
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#7 BaerchenProfil
  • 17.09.2019, 03:35hzuhause
  • Nachtrag...vor über Zwanzig Jahren plante ich nach Schweden auszuwandern... Nun passiert dort das Gleiche wie in vielen Teilen dieser Welt. So langsam kann man Angst bekommen, sind wir denn irgendwann nirgendwo mehr sicher???
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#8 NutzerEhemaliges Profil
  • 17.09.2019, 11:30h
  • Auch in anderen Ländern Europas nehmen "braune Leute" mehr und mehr die Macht an sich. Es trifft nicht nur (...ich bin jüdisch...) Juden sondern auch Schwule Lesben oder einfach alles was dem braunen Müll im Weg ist.

    Es fängt bei Fahnen an und endet ... wir wissen wo es enden kann.

    Vieles scheint sich in der Geschichte zu wiederholen und genau das macht mir Angst. Als Jude und dann auch noch Schwul - ach ich habe einfach nur Angst wenn ich diese ENtwicklungen sehe. Man zeigt sich "besorgt". Nun ja bei mir ist die Sorge mehr in Angst übergeschlagen.

    Angst Wut Trauer.

    In was für einer Welt leben wir wo viele nicht aus der Geschichte lernten?
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#9 schwedenfanAnonym
  • 17.09.2019, 12:18h
  • Schlimm, dass die SD mittlerweile sogar bei 20% sind. Woher kommt der Zulauf? Ich kriege immer mehr AfD Fans sogar in meiner eigenen Familie. Auf homophobe Kommentare dieser Leute kommt immer: "Die AfD ist nicht schwulenfeindlich, sondern nur gehe die LGBT Ideologie". Was soll man dazu sagen?
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#10 PetterAnonym
  • 17.09.2019, 16:31h
  • Wieso knickt man vor solchen Leuten ein. Damit verleiht man denen nur noch Aufwind...

    Im übrigen ist das eine massive Einschränkung von Freiheitsrechten, die man sonst nur aus autoritären Staaten kennt.

    Ich kann nur hoffen, dass das notfalls bis zum obersten Gericht geht und dass dieses Verbot einkassiert wird.
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