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Das Casino-Glücksspiel: Gibt es spezielle Angebote für LGBTQ?

Das "First Gay Online Casino" ist schon wieder Geschichte. Warum schafft die Freizeitindustrie derzeit kein spezielles Angebot für queere Menschen?


Vielerorts verheißen die Flaggen in Regenbogenoptik, dass LGBTQ hier "zuhause" sind bzw. als Bewegung regelrecht zelebriert wird. Doch nicht allerorts werden Schwule, Lesben und Bisexuelle mit wehenden Flaggen empfangen. Kanada, Schweden und Portugal gehören laut Spartacus Gay Index zu den freundlichsten LGBTQ-Reiseländern (Bild: pixabay.com / tuendebede / CC0 Public Domain)
  • 16. September 2019, 18:13h, noch kein Kommentar

Die Regenbogen-Flaggen haben längst Deutschland erobert. Allein im September konnten Interessierte deutschlandweit 14 Veranstaltungen unter eben dieser Flagge besuchen. Auch im Freizeitbereich gibt es immer mehr Angebote für die mit dem Kurzzeichen LGBTQ bezeichnete Gruppe, der Transgender, Schwulen, Lesben, Bisexuellen und queere Menschen angehören. Wie sehr sich die Freizeitindustrie auf diese Gruppe einstellt, verrät der folgende Artikel.

Gibt es in puncto Online-Casino Nachholbedarf?

Wer danach sucht, findet in vielen Freizeitbereichen spezielle Angebote für die LGBTQ-Gruppe, doch eine Trendbewegung versagt sich dieser Zielgruppe oder berücksichtigt sie zumindest nicht (mehr) explizit. So zumindest scheint es beim Blick auf die Rankings, die beispielsweise die besten Bonus Casinos listen. Wer hier nach einer Zocker-Option sucht, die Schwule, Lesben oder Bisexuelle mit einem Bonus versorgt, sucht zunächst vergebens. Damit ist auch klar, dass es im Sektor der Online-Casinos mit Spezial-Angeboten für diese Gruppe noch an Auswahl hapert.

Warum dieser Part der Freizeitindustrie kein spezielles Angebot schafft, dürfte an den unterschiedlichen Spielvorlieben der Online-Casino-Besucher liegen, die ebenso variieren wie bei Menschen, die nicht zur LGBTQ-Gruppe gehören. Ein Casino, das sich als "First Gay Online Casino" bezeichnet hat, gab es lange Zeit. Es trug den Namen Tom's Casino. Spezielle Boni für Schwule gab es dort nicht, einen Einstiegsbonus in Höhe von 100 Euro hingegen schon. Auch verbarg sich hinter dem genannten Label letztlich nur ein Online-Casino, das ebenso auf Spiele von Play'n'Go, NetEnt, BetSoft und Microgaming setzte und damit – rein spielerisch betrachtet – keinen Unterschied zum regulären Online-Casino machte. Und dennoch: Der Adonis-Körper von "Tom", der seinen Namen für das Casino sponsorte, ließ beim ersten Klick bereits einen Hauch der Schwulen-Szene mitschwingen.

Ob mit der Schließung von Tom's Casino wirklich eine Lücke in diesem Teil der Freizeitindustrie klafft, findet in der Szene weder Bestätigung noch Kritiker. Stattdessen können sich Schwule, Lesben und Bisexuelle gerade im Online-Casino ähnlich fühlen wie jeder X-beliebige Spieler, denn während das Online-Casino den Schein der Glücksspielwelt auf den Computer zaubert, profitiert die LGBTQ-Gruppe dennoch von der Anonymität des Internets.

Weniger anonym, dafür mit speziellen Angeboten winkt die Casino-Metropole Las Vegas


Wer in der Anonymität eines Online-Casinos spielen möchte, findet kaum mehr spezielle Angebote für LGBTQ. Wer hingegen nach Las Vegas reist, der hat dort eine recht große Auswahl an speziellen Hotels, Clubs und Pubs (Bild: pixabay.com / zzim780 / CC0 Public Domain)

Wer sich ganz bewusst gegen die Anonymität der Online-Casinos entscheidet und das Casino-Vergnügen direkt am Casino-Hot-Spot erleben möchte, der reist vornehmlich nach Las Vegas. Dort gibt es sogar eine Reihe von speziellen Angeboten für LGBTQ.

• LGBTQ-freundliche Hotels: Encore At Wynn, Luxor Hotel & Casino, Tropicana Las Vegas, Caesars Palace, Planet Hollywood Resort & Casino, Paris Las Vegas. Viele dieser Hotels befinden sich direkt am bekannten "Strip", der die Hauptstraße von Las Vegas darstellt, und werden explizit als "LGBTQ-freundlich" bezeichnet, ohne exklusiv für diese Gruppe zu öffnen.

• LGBTQ-freundliche Kneipen: Badlands Saloon, Charlie's of Las Vegas, Flex Nightclub, Piranha. Diese Bars, Clubs und Kneipen bilden eine Anlaufstelle für LGBTQ, die nach Las Vegas pilgern, um dem Glücksspiel zu frönen. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Events im Ort, wie beispielsweise die Gay Days, Las Vegas Pride, Matinee Las Vegas Festival und andere.

Vor allem der Reisesektor boomt

Wer nach ganz speziellen Freizeitangeboten für LGBTQ sucht, bekommt vor allem Reiseangebote präsentiert. Damit hat sich die Reiseindustrie offensichtlich bereits aufgemacht, um ein spezielles Angebot für die Zielgruppe zu schaffen. Hotelanlagen, Restaurants und Freizeitoptionen werden angeboten – für LGBTQ und teilweise sogar von LGBTQ, was die Authentizität noch einmal deutlich steigert.

Im offiziellen Spartacus Gay Index ist sogar niedergeschrieben, in welchen Ländern LGBTQ besonders freundlich empfangen werden.

• Im Ranking von 2019 liegen Kanada, Portugal und Schweden mit zehn Punkten in der Gesamtwertung an der Spitze.
• Mit neun Punkten in der Gesamtwertung direkt dahinter rangieren Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Island, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Spanien, Großbritannien und La Réunion.
• Frankreich, Gribaltar, Grönland, Irland, Uruguay und die Schweiz schließen sich an.

Im Gesamtranking, das insgesamt 197 Plätze ausweist, stehen der Iran, Saudi Arabien, Somalia und Russland auf den letzten Plätzen. Sie kommen auf 14, 15 oder 16 Minus(!)-Punkte im Ranking.

Alltagstaugliche Freizeitaktivitäten für LGBTQ sind vornehmlich regional geprägt

Versteht man Freizeitaktivitäten als eine gemeinsame Beschäftigung außerhalb der Arbeitszeit, wird schnell klar, dass viele Freizeitaktivitäten vor allem regional geprägt sein müssen. Ebenso werden sie auch angepriesen und beworben – beispielsweise von den Städten, in denen sie stattfinden. Die bayerische Hauptstadt München geht an dieser Stelle wahrlich vorbildlich voran und weist auf dem eigenen Stadtportal sowohl Beratungsstellen aus als auch Vereine, in denen Gleichgesinnte getroffen werden können. (ak)