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"Gewalttätiger Sexverbrecher"

USA: Prominenter schwuler Parteispender verhaftet

Einer der prominentesten Parteispender der Demokraten sitzt wegen Drogendelikten in Untersuchungshaft. Zwei Männer waren in seinem Haus an einer Überdosis verstorben.


Ed Buck gehörte bis vor kurzem zu den angesehensten Aktivisten in der Schwulenhochburg West Hollywood

  • 18. September 2019, 12:06h, noch kein Kommentar

Ed Buck, ein 65-jähriger Parteispender und Aktivist der Demokratischen Partei, ist am Dienstag in seiner Heimatstadt West Hollywood,festgenommen worden. Anlass ist, dass vergangene Woche ein Mann in Bucks Haus eine Überdosis Crystal Meth verabreicht bekommen hatte, ins Krankenhaus eingeliefert werden musste und nur knapp überlebte.

Bereits zuvor hatte es Vorwürfe gegen Buck gegeben, weil in den letzten drei Jahren zwei Männer in seinem Haus durch Drogen zu Tode gekommen waren. Im Juli 2017 war ein 26-jähriger Callboy in seinem Haus gestorben, im Januar 2019 ein 55-jähriger ehemaliger schwuler Pornostar (queer.de berichtete). In beiden Fällen soll die unter Schwulen beliebte Droge Crystal Meth für den Tod verantwortlich sein.

Direktlink | Bericht in den Lokalnachrichten mit Bildern seiner Verhaftung

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Staatsanwaltschaft fordert vier Millionen Dollar Kaution

Die Staatsanwaltschaft forderte in einem Antrag, dass Buck nur gegen eine Kaution in Höhe von vier Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro) wieder freigelassen werden sollte. Dem Aktivisten werden Drogendelikte und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Die Ankläger warfen dem 65-Jährigen vor, ein "gewalttätiger, gefährlicher Sexverbrecher" zu sein, der obdachlosen Männern Drogen und Geld anbiete, um seine sexuellen Fetische zu befriedigen.

Buck habe "keine Achtung vor dem Leben", erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. So habe er den beiden toten Männern das Meth persönlich injiziert, was in der Vergangenheit von Bucks Anwalt bestritten worden war. Der dritte Mann, der überlebte, soll drei Mal von Buck mit Meth injiziert worden sein. Laut der Anklageschrift habe sich der Millionär dann geweigert, dem Mann zu helfen, und ihn in seinem Haus festgehalten – er konnte jedoch fliehen und bei einer nahegelegenen Tankstelle schließlich einen Krankenwagen rufen. Eine erste Anhörung ist für Mittwoch angesetzt.

Vorwürfe an die Justizbehörden

Bereits nach dem zweiten Todesfall Anfang des Jahres hatte es Proteste gegen Buck gegeben. Da beide Opfer schwarz waren, warfen Demonstranten der Justiz Rassismus vor. Sie erklärten, dass offenbar für einen weißen Millionär mit politischen Verbindungen, der für den Tod von Schwarzen verantwortlich sei, keine Strafverfolgung stattfinde.

Buck war in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts zum Millionär geworden, nachdem er einen Tageszeitungsverlag günstig kaufte und später zu einem weit höheren Preis abstieß. Er soll laut Medienberichten in den vergangenen zehn Jahren über 110.000 Dollar an Demokratische Kandidaten gespendet haben, darunter auch an Barack Obama und Hillary Clinton.

In West Hollywood, der schwulsten Stadt der USA, lebte Buck seit 1991. Die Stadt war vor einem halben Jahr wegen eines weiteren politischen Sexskandals in den Schlagzeilen: Bürgermeister John Duran trat zurück, nachdem ihm drei Mitglieder des Gay Men's Chorus sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten (queer.de berichtete). (cw)