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Lebendig, einfühlsam und spannend

Schwule Intrigen im katholischen Seminar

In seinem neuen Roman "Stalking im Collegium Ambrosianum" erzählt Bernhard Veil von einer tragischen und einseitigen homosexuellen Liebe an einer kirchlichen Schule.


"Stalking im Collegium Ambrosianum" ist am 12. August 2019 erschienen

Thomas ist bei einem älteren Ehepaar zum Abendessen eingeladen. Beide erzählen ihm von ihrer Tochter, dass sie von einem Priester sehr begeistert sei, weil dieser so gut predigen könne. Als Thomas den Namen dieses Priesters hört, wird er unweigerlich an leidvolle Zeiten erinnert, die er im Collegium Ambrosianum erlebt hatte. Er war damals Rektor dieses kirchlichen Internats, in dem Thomas von einem Mitschüler gnadenlos gestalkt wurde. Weil Thomas aber die Liebe des schwulen Mitschülers nicht erwidern kann, sucht er Hilfe bei einem anderen Seminarist, der ihm vorschlägt, mit ihm zusammen aus dem Internat auszuziehen, damit er von diesem Mitschüler nicht mehr belästigt werden kann.

Doch dieser Entschluss entpuppt sich jedoch als fataler Fehler. Dieser Seminarist war ebenfalls in Thomas verliebt und schlug ihm nur deshalb den Auszug aus dem Internat vor, damit er Thomas auf diese Weise für sich alleine haben kann. Weil Thomas aber auch seine Annäherungsversuche zurückweist, fällt er vom Regen in die Traufe und muss nun die kaltschnäuzigen Demütigungen und Schmähungen von dem enttäuschten Liebhaber erdulden, bis dieser schließlich wieder zurück ins Internat zieht und dort Thomas als streitsüchtigen Kerl darstellt, mit dem man nicht zusammenleben könne. Als es dann doch zu einem Eklat kommt, wird unprofessionell gehandelt, so dass er zusätzlich Spott, Demütigung und Ausgrenzung erfahren muss.

Das Wort "Stalking" war in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts noch unbekannt, nicht aber die fiesen Intrigenspiele, diffamierenden Verleumdungen und Machenschaften, die durch zurückgewiesene Liebesbezeugungen entstehen können, als sich Thomas im Collegium Ambrosianum auf sein Abitur vorbereitete. Homosexuelle Handlungen wurden noch strafrechtlich geahndet und waren mit vielen Tabus besetzt, so dass Thomas damals nicht einschätzen konnte, wie seine Vorgesetzten damit umgehen würden, wenn er sich ihnen anvertrauen und ihnen mitteilen würde, dass er von seinen schwulen Mitschülern belästigt wird.

Bernhard Veils "Stalking im Collegium Ambrosianum" erzählt aus der Opferperspektive, wie eine tragische und einseitige Liebesbeziehung in kaltherzigen Handlungen und sadistischen Gedankenspielen endet – lebendig, einfühlsam und spannend geschildert. (cw/pm)

Infos zum Buch

Bernhard Veil. Stalking im Collegium Ambrosianum. Roman. 133 Seiten. Independently published. 2019. Taschenbuch: 7,90 €. ISBN: 978-1-08880-179-6


#1 MaRRcelAnonym
  • 27.09.2019, 09:45h
  • Die Zusammenfassung liest sich wie Ränkespiele bei Hedwig Courths-Mahler. Und natüüürlich geht es um "Demütigungen" und - was für ein Wort aus der Mottenkiste! - "Schmähungen". Ganz kleine Operette. Hab ich definitiv keine Zeit für.
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#2 Dont_talk_aboutProfil
  • 28.09.2019, 03:31hFrankfurt
  • Schöner Roman. Die "einseitige Liebe" ist ein ganz universelles Thema, das überall vorkommt. Ganz egal wie die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sind.
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