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Fragwürdige Wahl

Kein Scherz: AKK wird Sonderbotschafterin des Karnevals

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer wird trotz ihres diskriminierenden Witzes auf Kosten von intergeschlechtlichen Menschen zur ersten Sonderbotschafterin des Bundes Deutscher Karneval ernannt.


Annegret Kramp-Karrenbauer am 28. Februar beim Faschingsauftritt in Baden-Württemberg, bei dem sie über "Toiletten für das dritte Geschlecht" witzelte

Die CDU-Vorsitzende und Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer wird am Samstag in Cottbus zur ersten Sonderbotschafterin des Bundes Deutscher Karneval (BDK) ernannt. Im Laufe der Jubiläums-Gala wird ihr auch der Ehrenring überreicht. Auf dem Programm steht im Anschluss eine Rede von ihr.

Eine fragwürdige Wahl, schließlich hatte Annegret Kramp-Karrenbauer im Frühjahr mit einem Witz auf Kosten von intergeschlechtlichen Menschen für Kopfschütteln und Empörung gesorgt. Bei einem Auftritt am 28. Februar beim "Stockacher Narrengericht" sagte die CDU-Vorsitzende, "Toiletten für das dritte Geschlecht" seien "für die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen. Dafür – dazwischen – ist diese Toilette". Nach einem ersten Bericht auf queer.de wurden Medien bundesweit auf den Fall aufmerksam.

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Nach dem Scherz brachen AKKs Umfragewerte ein

Für den Scherz wurde die CDU-Chefin von anderen Parteien sowie den Lesben und Schwulen in der Union scharf kritisiert, während sie selbst die Äußerungen mehrfach trotzig ohne Entschuldigung "verteidigte" und Parteifreunde sich über eine "linke Intoleranzpolizei" und "Schultoiletten des 3. bis 312. Geschlechts" empörten (queer.de berichtete). Sogar ihre Umfragewerte brachen kurz nach der Debatte ein (queer.de berichtete).

Der Karnevals-Bund wies Kritik an der Würdigung von Kramp-Karrenbauer zurück. Im Karneval müsse man auch Toleranz erwarten, erklärte ein Sprecher gegenüber dpa. Geehrt werde die CDU-Politikerin für ihr jahrzehntelanges öffentliches Eintreten für das Kulturgut Fasching, Fastnacht und Karneval, hieß es. Seit 2009 tritt AKK regelmäßig als Putzfrau Gretel mit Kittelschürze und Kehrbesen auf. (cw/dpa)

Über ein Kontaktformular auf der Homepage kann man dem Bund Deutscher Karneval eine Nachricht schicken.



#1 Carsten ACAnonym
  • 20.09.2019, 20:21h
  • Da kann sie ja unter dem Deckmantel angeblichen "Humors" fleißig weiter hetzen...

    So schafft der Karneval sich selbst ab, denn er verrät seine Wurzeln:

    Wahrer Humor richtet sich gegen Obrigkeiten und Mächtige - nicht gegen Schwächere und Minderheiten...
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#2 tchantchesProfil
#3 GerritAnonym
  • 21.09.2019, 08:20h
  • Das zeigt wieder mal, dass AKK null Feingefühl hat.

    Wenn Sie nur ein Fünkchen Anstand hätte, würde sie dieses Angebot dankend ablehnen, weil sie weiß, was sie damit schonmal angerichtet hat.

    Aber wahrscheinlich ist sie sogar noch froh, dass sie jetzt dauerhaft ein Forum hat, wo sie Dinge, die sie im Bundestag nie sagen könnte, als dümmliche Witzchen getarnt loslassen kann.

    Ich habe nur eine Frage:
    wie lange will die SPD diese Spalterin und ihre Partei noch an der Macht halten?
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#4 tiberioAnonym
#5 DramaQueen24Profil
  • 21.09.2019, 09:05hBerlin
  • Die Schlaftablette AKK zur Karnevalssonderbotschfterin? Vielleicht im Saarland, aber doch nicht deutschlandweit? Da blamiert die uns doch nur.
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#6 DramaQueen24Profil
  • 21.09.2019, 09:06hBerlin
  • "Der Karnevals-Bund wies Kritik an der Würdigung von Kramp-Karrenbauer zurück. Im Karneval müsse man auch Toleranz erwarten, erklärte ein Sprecher gegenüber dpa."

    Toleranz wird immer von anderen erwartet, nie aber von den eigenen Leuten!
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#7 DramaQueen24Profil
#8 Still_Ith
  • 21.09.2019, 10:50h
  • Karneval war schon immer dazu da, aus bessergestellt-konservativer Perspektive auf sowas wie mich zu spucken und lauthals über Leute wie mich zu lachen. Als jemand, der trans*, kinky, schwul ist, sowieso. Aber durch den männerbündischen Charakter ehrlich betrachtet bereits seit meiner Zuweisung zum weiblichen Geschlecht.

    AKK hat mit ihrer Bereitschaft, auf dieser Schiene mitzuschwimmen, signalisiert, dass sie für so eine Position taugt. Titelei und Ehrung gibt es nicht "trotz", sondern basierend auf ihrer extremen Toleranz in Richtung Rechtsaußen.
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#9 NutzerEhemaliges Profil
  • 21.09.2019, 11:13h
  • Karneval ist doch das Fest der Narren und bei diesem Fest treten immer mehr Politiker*innen auf. Irgendwie passt das also doch ...lach
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#10 Ralph
  • 21.09.2019, 11:37h
  • Na so zeigt der organisierte Karneval doch, wes rechten Geistes Kind er ist. Kann doch nicht schaden, Bescheid zu wissen über die alkoholseligen Zotenreißer. Eine Überraschung ist das für mich nicht. Ich erinnere mich sehr gut an eine Kappensitzung in Wiesbaden (wo ich damals wohnte) in den 80ern. Zwar war ich nicht dabei (da seien alle guten Geister vor), aber die Berichterstattung in der Zeitung war sehr ausführlich. Ein Redner hatte sich als Klischeetunte verkleidet und tuckte in der Bütt herum, Bericht erstattend von angeblichen Erlebnissen, die man als Schwuler so hat und die einen ganz fuchtbar komisch wirken lassen. Refrain war nach jedem Absatz: "Ich brauch kein Haschisch und kein Joint, ich hab nen süüüüüüüßen Freund!" - nein, so lustig aber auch. Der Reporter vermerkte zustimmend, dass der Redner "auf homosexuell" gemacht und das Publikum das mit Begeisterung aufgenommen habe. Seither hat sich im deutschen Karneval offenbar nicht viel geändert, nur dass heute auch Frauen minderheitenfeindliche Zoten absondern dürfen. Wir wollen nicht vergessen, dass der Karneval im Dritten Reich zu den Stützen des Regimes zählte und in den 30ern die Karnevalsumzüge von auf dreckigste Weise antisemitischen Motivwagen strotzten. Ich verkenne nicht, dass es im Sitzungskarneval gute politische Vorträge gibt und bei den Umzügen mutig-kritische Motivwagen, aber von denen, die solche Reden halten und solche Wagen gestalten, hab ich keinen Protest gegen AKK vernommen. Die haben wohl Angst, als vermeintliche Nestbeschmutzer nicht mehr teilnehmen zu dürfen.
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