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"Alarmierend"

Deutliche Zunahme von Sachbeschädigungen aus Hass gegen LGBTI

Die gesellschaftliche Polarisierung zeigt sich in einer alarmierenden Statistik: Immer häufiger werden Übergriffe auf Gedenkstätten und Orte für LGBTI gemeldet.


Schmierereien am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen in Berlin (Bild: Angel Ivanov / LSVD)

Im Jahr 2019 hat es eine deutliche Zunahme von Sachbeschädigungen gegeben, die aus Hass auf sexuelle oder geschlechtliche Minderheiten verübt worden sind. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage des Kölner Bundestagsabgeordneten Sven Lehmann (Grüne) hervor.

Laut der Bundesregierung wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres bislang 42 Sachbeschädigungen gemeldet, "die dem Themenfeld sexuelle Orientierung zugeordnet sind". Neun dieser Übergriffe seien auf Gedenkstätten wie das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen verübt worden. Zuletzt wurden das Mahnmal im Berliner Tiergarten Anfang dieses Monats beschmiert (queer.de berichtete).


Ein Gedenkstele in Nürnberg wurde im Januar beschmiert (Bild: Bündnis gegen Trans- und Homophobie)

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen erheblichen Anstieg. Im gesamten Jahr 2018 sind nach Angaben der Bundesregierung nur 25 Sachbeschädigungen aus Hass auf LGBTI gemeldet worden. In den Jahren davor waren es noch weniger (2017: 23, 2016: 20, 2015: 10). Die Zahlen basieren allerdings auf Meldungen der Länder, die Taten unterschiedlich bewerten und melden (queer.de berichtete).

In der Antwort heißt es weiter, dass sich die Bundesregierung "mit verschiedenen Maßnahmen für den Schutz und die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Lebensweisen und gegen Homophobie in der Bevölkerung" einsetze, etwa im Rahmen der Bundeszentrale für politische Bildung (queer.de berichtete).

Den Grünen reichen diese Maßnahmen bei weitem nicht aus. Die Fraktion fordert angesichts des Anstieges der Übergriffe eine "Gesamtstrategie gegen Homo- und Transfeindlichkeit", erklärte Sven Lehmann. Daher müsse endlich ein bundesweiter Aktionsplan für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt aufgelegt werden. Der 39-Jährige verwies darauf, dass seine Fraktion bereits im Mai einen umfassenden Antrag vorgelegt hätten, für den 35 Millionen Euro vorgesehen sein sollten (queer.de berichtete). Zudem müsse ein Bund-Länder-Programm gegen homo- und transphobe Gewalt aufgelegt werden.

Twitter / svenlehmann

Lehmann: Sachbeschädigungen sind "Angriffe auf unsere Demokratie"

"Die deutliche Zunahme homo- und transfeindlicher Angriffe auf Gedenkstätten und Orte ist alarmierend", so begründete Lehmann das Engagement seiner Fraktion. Angriffe auf Einrichtungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen seien "Angriffe auf unsere Demokratie und offene Gesellschaft".

Sexuelle und geschlechtliche Minderheiten seien "tagtäglich" Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt und hätten daher ein Anrecht auf den besonderen Schutz des Staates. "Das ist keine Aufgabe einer Minderheit, das ist die Aufgabe aller Demokratinnen und Demokraten", so Lehmann. Man müsse zudem davon ausgehen, dass bei den vorgestellten Zahlen die Dunkelziffer noch weit höher sei. "Die aktuellen Zahlen nehmen wir zudem zum Anlass, eine öffentliche Anhörung im Bundestag zum Thema Homo- und Transfeindlichkeit zu beantragen", kündigte Lehmann an. (dk)



#1 problematischAnonym
  • 24.09.2019, 11:55h
  • Deutliche Zunahme, das kann ich nur bestätigen.
    Vor allem ältere Menschen meinen gerade, nochmal ihre ganze Retro-Erfahrungen herauslassen zu müssen - an der LSBTTIQ! Schüler*innen zeigen sich dagegen sehr aufgeschlossen und gechillt - zumindest in meiner Gegend erlebe ich das gerade so.

    BuntesUndSchönes
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#2 Garfield
  • 24.09.2019, 13:00h
  • Erschreckend finde ich, dass bei der in Zusammenhang mit den Schmierereien am Homo-Denkmal in Berlin aufgelegten Abstimmung eine Mehrheit für Videoüberwachung stimmt.

    Sind wir noch nicht überwacht genug?

    Stellt Euch vor, eine rechtsextremistische Partei, deren Namen ich nicht nennen will, stellt irgendwann doch mal den Innenminister.

    Viel Spaß, wenn der dann das Videomaterial in die Hände bekommt und all die Menschen sieht, die den homosexuellen Opfern vielleicht nur Respekt erweisen wollen.

    Ich kann mich noch an Rosa Listen und an die Überwachung hinter Spiegeln in den Klappen erinnern und ich hatte gehofft, dass die Zeiten, in denen die Republik mehr ein Überwachungsstaat war, vorbei sind. Aber jetzt schreien wir wieder selber danach
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#3 LotiAnonym
  • 24.09.2019, 13:44h
  • Antwort auf #2 von Garfield
  • Paranoia war mir nie geheuer. Du stellst hier eine Behauptung an, die mit sicherer Wahrscheinlichkeit nie zutreffen wird. Und überhaupt, ob eine zentrale Videoüberwachung die Schmierfinken davon abhält das Mahnmal in Berlin in schöner Regelmäßigkeit zu verunstalten, wage ich zu bezweifeln. Dieser Standort ist schlichtweg falsch gewählt.
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#4 FilipProfil
  • 24.09.2019, 14:48hHamburg
  • Antwort auf #2 von Garfield
  • Was für ein neurotischer Kommentar!
    Traust Du dich eigentlich noch auf die Straße?

    "...eine rechtsextremistische Partei, deren Namen ich nicht nennen will"
    Nicht mal den Namen traust Du dich hierhin zu schreiben?

    "Viel Spaß, wenn der dann das Videomaterial in die Hände bekommt und all die Menschen sieht, die den homosexuellen Opfern vielleicht nur Respekt erweisen wollen."
    Es gibt einen Datenschutz in Deutschland. Und was implizierst Du mit der Aussage "vielleicht nur Respekt erweisen sollen"? Oh Gott, vielleicht sieht er sogar Homosexuelle darunter, oder was? Ja, und ???

    Sei mal ein stolzer Schwuler! Die Zeiten haben sich geändert. Und damit die nicht zurückgedreht werden können, müssen wir sichtbarer werden. Damit man erkennt, dass die Minderheit nicht so klein ist, wie oftmals unterstellt.

    (Auf Klappen brauchst Du heute vor Spiegeln keine Angst mehr haben! Trau Dich!)
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#5 PetterAnonym
  • 24.09.2019, 16:11h
  • Gewalt ist eine Spirale.

    Zuerst sind es Sachbeschädigungen und wenn einen das nicht mehr befriedigt und man sieht, dass man damit straffrei wegkommt, übt man irgendwann die Gewalt gegen andere Menschen aus.

    Aber das, was zig psychologische und soziologische Studien sagen, interessiert die Bundesregierung nicht. Die sehen einfach weiter weg.
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#6 NutzerEhemaliges Profil
  • 24.09.2019, 19:45h
  • Unsere jüdischen gedenkstätten sind schon immer Ziel von Angriffe gewesen aber auch Gedenkstätten von Andersartigkeiten werden mehr und mehr angegriffen.

    Seltsam ich dachte gerade wir leben 1933 aber wir haben 2019 oder wiederholt sich gerade die Geschichte ?
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#7 Harmloser BoyAnonym
  • 24.09.2019, 20:26h
  • Wie sich die CDU noch immer auf der Bundesebene einem echten Aktionsplan gegen Schwulenfeindlichkeit verweigern kann, ist nicht nachvollziehbar!!!
    Es gibt keinen sachlichen Grund, einen solchen Aktionsplan zu blockieren!

    Für einen wirklichen bundesweiten Aktionsplan gegen Homophobie und für Respekt und für Akzeptanz! Gegen die CDU-Verlogenheit!

    ... Und ich bin schwul, und ich bin sehr stolz auf meine schwule Identität!
  • Antworten » | Direktlink »
#8 Nur mal soAnonym
#9 TheDadProfil
  • 24.09.2019, 22:59hHannover
  • Antwort auf #2 von Garfield
  • ""Stellt Euch vor, eine rechtsextremistische Partei, deren Namen ich nicht nennen will, stellt irgendwann doch mal den Innenminister.

    Viel Spaß, wenn der dann das Videomaterial in die Hände bekommt und all die Menschen sieht, die den homosexuellen Opfern vielleicht nur Respekt erweisen wollen.""..

    Das stelle ich mir nicht vor..

    Der Bund macht gerade eine Riesen Plakat-Kampagne für den Rechtsstaat..

    Wenn der von Dir angesprochene Fall eintritt, dann ist dieser Rechtsstaat Geschichte..
    Und dann gibt es keinen Grund hier noch länger zu leben..
    Und da schlagen Zwei Herzen in meiner Brust, denn dazu schrieb Konstantin Wecker schon vor mehr als 40 Jahren :

    "Was man sich vor allem merken muss :
    Irgendwann hat es keinen Sinn mehr,
    sich zu verstecken.
    Dann :
    Kein Ticket nach Übersee.
    sondern hierbleiben.
    Brüllen.
    Widerstehn.""..
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#10 FinnAnonym
  • 25.09.2019, 09:33h
  • Antwort auf #7 von Harmloser Boy
  • Aber man muss auch immer wieder darauf hinweisen, dass es eben nicht die Union alleine ist. Denn alleine könnten (mangels absoluter Mehrheit) gar nichts tun.

    Die können nur was tun (oder eben in manchen Bereichen nichts tun), weil die SPD ihnen die Mehrheiten dafür schafft.

    Da damals die SPD die letzte Option für die Union war, hätten die ja prima sagen können "Okay Union, wir wollen zumindest ein Minimum an unseren LGBTI-Versprechen durchsetzen." Und sowas wie ein nationaler Aktionsplan gegen Hass, der Gewalt verhindert, wäre für mich ein Minimum.

    Denn hier geht es nicht um rechtliche Gleichstellung o.ä., sondern schlicht um Schutz unschuldiger Menschen.

    Man muss in Koalitionen Kompromisse eingehen, aber das Wort "Kompromiss" bedeutet eben, dass man sich irgendwo in der Mitte trifft und nicht, dass man seine Forderungen komplett aufgibt.

    Wenn eine Partei sich nicht der Beliebigkeit preisgeben will und es nicht nur um Pöstchen, sondern auch um Inhalte gehen soll, muss es einige rote Linien geben, die man nicht überschreitet. Und dass einem das Schicksal von 15% der Bürger nicht egal ist, sollte so eine rote Linie sein.
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