Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34545

"Puto"-Rufe

Mexiko: Fußballverband geht gegen homophobe Sprechchöre vor

Wie in Frankreich sollen auch in Mexiko homophobe Gesänge mit Spielunterbrechungen bestraft werden. Fußballfunktionäre fürchten, dass das Land ansonsten von der WM ausgeschlossen werden könnte.


In Mexiko wollen Fußballfunktionäre endlich etwas gegen Homosexuellenfeindlichkeit in Stadien unternehmen (Bild: Aleksandr Osipov / flickr)

Der mexikanische Fußballverband und der Verband der ersten Fußballliga ("Liga MX") haben am Freitag angekündigt, verstärkt gegen homophobe Sprechchöre in Stadien vorgehen zu wollen. Ab dem 15. Spieltag, der am 26. Oktober beginnt, sind Schiedsrichter angewiesen, ein Spiel bei homophoben Rufen vorübergehend zu unterbrechen. Sollten die Sprechchöre weitergehen, kann der jeweilige Unparteiische die Spieler für fünf bis zehn Minuten in die Kabine zurückzuschicken. Höchste Sanktionsmaßnahme wäre beim nächsten Heimspiel ein Geisterspiel, also die Austragung ohne Publikum.

Bereits seit Jahren gab es Kritik an Homophobie aus den Rängen und speziell daran, dass mexikanische Fußballfans gegnerische Torhüter während Spielen oft rituell als "Puto" beschimpfen – dabei handelt es sich um einen homophoben Begriff, der mit "Schwuchtel" oder "Stricher" übersetzt werden kann. Dies geschah auch immer wieder bei Länderspielen – zuletzt etwa im Juni im Finale der Nordamerika-Meisterschaft, in der Mexiko gegen die Vereinigten Staaten antrat (queer.de berichtete).

Der mexikanische Fußballverband wurde von der FIFA bereits mehrfach wegen der Sprechchöre bestraft. Nun warnen die Funktionäre, dass eine Fortsetzung der homophoben Gesänge bei WM-Qualifikationsspielen im Extremfall zum Ausschluss aus dem Wettbewerb 2022 in Katar führen könnte.

"Wir wollen keine Probleme"

"Wir sind noch nicht in einer Notsituation, aber wenn wir dieses Problem nicht lösen, werde wird Probleme kriegen. Und das wollen wir nicht", sagte Ligapräsident Enrique Bonilla. Daher müsse man in dieser Sache "proaktiv" vorgehen.

Die "Puto"-Sprechchöre sind auch in anderen lateinamerikanischen Ländern ein Problem. So wurde beispielsweise vergangenes Jahr Argentinien bei der WM in Russland für entsprechende homophobe Ausbrüche der Fans bestraft (queer.de berichtete).

Ein härteres Vorgehen gegen homophobe Sprechchöre sorgte zuletzt in Frankreich für Schlagzeilen, nachdem mehrere Erst- und Zweitligaspiele unterbrochen worden waren (queer.de berichtete). Homophobe Sprechchöre werden dort seit Beginn der neuen Saison gleich behandelt wie rassistische. Diese harte Vorgehensweise führte teilweise auch zu Kritik: Verbandspräsident Noël Le Graët erklärte etwa vor zwei Wochen, dass ihm diese Regelung zu weit gehe (queer.de berichtete). (dk)



#1 NutzerEhemaliges Profil
  • 24.09.2019, 19:43h
  • Notsituation - man will keine Probleme haben ... was für Aspekte bringt man da denn ein?

    Die Not liegt wohl eher in dem problem das gewissenlose Fans nicht mit Andersartigkeit umgehen können und auf solche Fans kann doch ein verein verzichten ... aber hier würde es wohl auch um ganz viel geld gehen und das will man sich wohl nicht entgehen lassen
  • Antworten » | Direktlink »
#2 SixtinusAnonym
  • 24.09.2019, 23:08h
  • Gratulation, absolut ein richtiger Schritt! Besser spät, als nie.

    Würde mir wünschen, dass man bei uns auch konsequenter gegen Homophobie vorginge.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 PetterAnonym