Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34548

Reformpaket

Frankreichs Parlament berät Ausweitung von künstlicher Befruchtung

Auch Lesben sollen nach dem Willen der Macron-Regierung in Frankreich Zugang zu künstlicher Befruchtung erhalten. Die katholische Kirche ruft zum Widerstand auf.


Gesundheitsministerin Agnès Buzyn will mit der Reform die gesellschaftliche Vielfalt abbilden (Bild: Amélie Tsaag Valren / wikipedia)

In Frankreich soll auch lesbischen Paaren und unverheirateten Frauen eine künstliche Befruchtung erlaubt werden. Die Nationalversammlung – das ist das Unterhaus des Parlaments – begann am Dienstag in Paris damit, ein neues Bioethikgesetz zu beraten. Gesundheitsministerin Agnès Buzyn sprach von einer Chance, die Vielfalt in der Gesellschaft auch in den Gesetzen abzubilden. "Gleichgeschlechtliche Paare und alleinerziehene Eltern sind heute ein Fakt. Es wäre heuchlerisch, sie nicht anzuerkennen", sagte Buzyn.

Es ist die erste große Gesellschaftsreform unter dem sozialliberalen Präsidenten Emmanuel Macron, der seine Amtszeit vor knapp zweieinhalb Jahren begonnen hatte.

Bisher ist die künstliche Befruchtung nur heterosexuellen Paaren erlaubt, die keine Kinder zeugen können. Sie müssen verheiratet sein oder mindestens zwei Jahre zusammenleben. Katholische Verbände stellten sich gegen die Reform. Sie rufen für den 6. Oktober zu einer Großdemonstration in Paris auf. Laut Bischof Éric de Moulins-Beaufort, dem Chef der katholischen Bischofskonferenz, ist es die "Pflicht" eines jeden Bürgers, gegen die Reform auf die Straße zu gehen.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Leihmutterschaft bleibt verboten

Buzyn hatte bereits im Sommer angekündigt, dass die Leihmutterschaft weiter verboten bleibe. Auch in Deutschland ist dies untersagt, allerdings werden Kinder aus Leihmutterschaft, die im Ausland auf die Welt kommen, von deutschen Gerichten in der Regel anerkannt (queer.de berichtete). Die FDP hatte vergangenen Monat einen Anlauf gestartet, Leihmutterschaft zu legalisieren, stieß damit aber auf Widerstand unter anderem von CDU und Grünen (queer.de berichtete).

Das neue französische Gesetz sieht auch das Ende der Anonymität der Samenspende vor. Ein Mann muss zukünftig akzeptieren, dass das geborene Kind bei Volljährigkeit bestimmte Informationen über den Spender erfahren darf. In Deutschland steht die künstliche Befruchtung theoretisch allen Frauen offen – für alleinstehende oder lesbische Paare ist es dennoch häufig schwierig. Ein Vorstoß des Bundesfamilienministeriums vom Frühjahr, Homosexuelle im Abstammungsrecht mehr Rechte einzuräumen, wurde von LGBTI-Aktivisten als nicht ausreichend kritisiert (queer.de berichtete). (dpa/dk)



#1 FilipProfil
  • 25.09.2019, 09:37hHamburg
  • "Laut Bischof Éric de Moulins-Beaufort, dem Chef der katholischen Bischofskonferenz, ist es die "Pflicht" eines jeden Bürgers, gegen die Reform auf die Straße zu gehen."

    Frage mich gerade, mit welchem Argument?
    Sind dort alle Bürger katholisch? Und wieviele Argumente braucht man, um noch in der katholischen Kirche zu verbleiben?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PetterAnonym
  • 25.09.2019, 16:12h
  • "Die katholische Kirche ruft zum Widerstand auf."

    Wie immer...

    Die können es einfach nicht lassen, sich in demokratische Gesetzesprozesse einzumischen und ihre Anhänger aufzustacheln...

    Die Katholen werden sich niemals ändern...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 lucdfProfil
  • 25.09.2019, 19:26hköln
  • Wie immer mischt sich die Kirche ein, obwohl Frankreich stark laizistisch ist. Niemand zwingt die Katholiken zu irgendetwas. Umgekehrt wollen sie allen ihre Ideen aufzwingen.
  • Antworten » | Direktlink »