https://queer.de/?34554
Großbritannien
Urteil: Britischer Transmann nicht als Vater seines Kindes anerkannt
Da Freddy McConnell sein Kind geboren habe, sei er rechtlich die Mutter, urteilte der britische High Court.

McConnell wurde in Großbritannien durch eine Kino-Dokumentation und zahlreiche Portraits wie hier im "Guardian" bekannt (Bild: freddy.mcconnell / instagram)
- 25. September 2019, 18:09h 2 Min.
Ein Transmann, der ein Kind geboren hat, darf in Großbritannien nicht offiziell "Vater" sein. Der Londoner High Court wies am Mittwoch die Forderung des Briten Freddy McConnell zurück, auf der Geburtsurkunde seines Kindes statt als Mutter als Vater eingetragen zu sein. Auch der Ersatzbegriff "parent", die im Englischen vorhandene geschlechtsneutrale Einzahl von Eltern, wurde abgelehnt.
Es gebe einen "wesentlichen Unterschied zwischen dem Geschlecht einer Person und deren Status als Elternteil", führte Richter Andrew McFarlane im Urteil aus. Demnach sei eine Mutter eine Person, die "den physischen und biologischen Prozess des Austragens einer Schwangerschaft und Gebärens durchläuft". Das treffe auf McConnell zu.
Der 32-Jährige, der durch die diesjährige Kino-Dokumentation "Seahorse" über ihn bekannt wurde und sich bei Twitter mit dem Filmuntertitel "Dad who gave birth" vorstellt, hatte seit Jahren als Mann gelebt, das weibliche Reproduktionssystem aber behalten und 2018 durch künstliche Befruchtung ein Kind bekommen.
Zum Zeitpunkt der Geburt war McConnell bereits rechtlich als Mann anerkannt. Ein Standesbeamter hatte allerdings die Eintragung als Vater verweigert. Vor Gericht hatte McFarlane auf eine wegweisende Entscheidung für die Trans-Elterngemeinde gehofft.
|
Er sei traurig über das Urteil, das Transmännern verwehre, "als Vater oder Elternteil" auf der Geburtsurkunde ihrer Kinder vermerkt zu werden, twitterte der Journalist des "Guardian". Er werde gegen das Urteil in Berufung gehen. Seine Anwälte nannten das Urteil einen "Schlag gegen den Transgender-Kampf für Gleichberechtigung"." In Großbritannien habe er das Recht, das Geschlecht auf der eigenen Geburtsurkunde zu ändern – "warum denn nicht auf der seines Kindes?", fragte Anwältin Karen Holden. (dpa/cw)
Links zum Thema:
» Guardian-Portrait über Freddy McConnell














