Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34564

Sippenhaft

USA verhängen Sanktionen gegen LGBTI-Aktivistin Mariela Castro

2014 hatte Mariela Castro Geschichte geschrieben, als sie als erste kubanische Abgeordnete wegen LGBTI-Diskriminierung im Parlament mit "Nein" stimmte.


Mariela Castro – hier bei der CSD-Parade in Hamburg 2010 – setzt sich seit Jahren für LGBTI und den Kampf gegen HIV/Aids ein (Bild: Northside / wikipedia)

Die Trump-Regierung hat Einreiseverbote gegen den früheren kubanischen Staatschef Raúl Castro und dessen Familie verhängt. Die Sanktionen betreffen auch seine vier Kinder, darunter seine Tochter Mariela Castro Espín, eine prominente Aktivistin für die Rechte von Homosexuellen und den Schutz vor HIV/Aids. Die 57-Jährige war 2012 nach San Francisco und New York gereist, im Jahr darauf erhielt sie in Philadelphia von der LGBTI-Organisation "Equality Forum" eine Auszeichnung für ihren Einsatz für die Rechte queerer Menschen.

Die langjährige Chefin des staatlichen Zentrums für sexuelle Aufklärung (CENESEX) organisierte auf Kuba staatliche CSDs und sorgte vor fünf Jahren für Schlagzeilen, als sie im Abnick-Parlament des diktatorisch regierten Landes erstmals eine "Nein"-Stimme abgab, um gegen die Diskriminierung sexueller und geschlechtlicher Minderheiten zu protestieren (queer.de berichtete).

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Mike Pompeo: Kuba verletzt Menschenrechte

US-Außenminister Mike Pompeo begründete die Maßnahme am Donnerstag damit, dass Raúl Castro in seiner fortbestehenden Rolle als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei für Menschenrechtsverstöße verantwortlich sei. Hintergrund sei, dass unter Castros Aufsicht mehr als 100 politische Gefangene in Kuba im Gefängnis gesessen hätten und tausende Kubaner willkürlich festgenommen worden seien, sagte Pompeo in New York. Auf Twitter erklärte Pompeo, ein erklärte Gegner von LGBTI-Rechten, dass das kubanische Regime auch für die Krise in Venezuela verantwortlich sei.

Twitter / SecPompeo

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den unter Vorgänger Barack Obama 2015 eingeleiteten Kurs der schrittweisen Annäherung an Kuba weitgehend wieder rückgängig gemacht.

Das kommunistische Regime in Kuba hat nach der Revolution im Jahr 1959 Homosexuelle jahrzehntelang brutal verfolgen lassen und in Umerziehungslager gesteckt, in denen viele von ihnen zu Tode kamen. Die Kommunisten begründeten die Verfolgung damals damit, dass es sich bei Homosexualität um eine kapitalistische Ausprägung handelte, die es auszurotten galt. Erst in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts ließ der Verfolgungsdruck nach. Inzwischen hat das Land – auch dank des Einflusses von Mariela Castro – die Diskriminierung Homo- und Transsexueller gesetzlich verboten. 2010 entschuldigte sich der frühere Diktator Fidel Castro, der Onkel von Mariela Castro, für die Verfolgung Homosexueller (queer.de berichtete).

In Kuba gab es in den letzten Jahren auch Debatten um die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben. Wegen Widerstands in der Bevölkerung stoppte das Regime vergangenes Jahr jedoch die Gleichstellung, die eigentlich in der Verfassung festgeschrieben werden sollte (queer.de berichtete). (dk)



#1 HerzPeaceVoltEhemaliges Profil
#2 DramaQueen24Profil
  • 27.09.2019, 14:34hBerlin
  • Klar, in Kuba werden Menschenrechte verletzt. Aber wenn wir in die USA sehen, entdecken wir mehr Menschenrechtsverletzungen, als im (offiziell) kommunistischen) Kuba.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Sülze-WatchAnonym
  • 27.09.2019, 15:01h
  • Antwort auf #2 von DramaQueen24
  • Selbstverständlich gibt es regional erhebliche Mängel in den USA. Aber realistischerweise sehen Amnesty und Reporter ohne Grenzen das ganz anders als die Dramaqueen.

    Der mysteriöse Klammergebrauch im Kommentar soll wohl was anderes nahelegen, aber Fakt ist: Kuba ist kommunistisch, Kuba unterdrückt und foltert Menschen, Kuba diskriminiert LGBT*IQ auf breiter Front.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 DramaQueen24Profil
  • 28.09.2019, 06:11hBerlin
  • Antwort auf #3 von Sülze-Watch
  • Falsch! Kuba ist nicht kommunistisch, Kuba hat eine sich als kommunistisch gebende Herrscherclique, die so kommunistisch ist wie Trump. Sprich: Sie hat die kommunistischen Ideale der kubanischen Revolution verraten. Und die Menschen dort sind auch keine Kommunisten, denn sie kennen kaum etwas anderes. Diktatur haben sie nie kennengelernt. Zuerst die Diktatur von Castros Vorgänger Batista, davor die Besatzung durch die Amerikaner, und davor war Kuba das Mündel der Spanier. Erst durch die Revolution von 1959 wurden Kuba zuerst unabhängig und frei, und dann, durch den Einfluss der Sowjetunion kommunistisch und zum Büttel der Sowjetunion. Frei waren Kubaner nur in den Jahren 1959 bis 1962/3.
    Ich habe nie geleugnet, dass in Kuba Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben, und, in etwas geringerem Maße, auch heute noch stattfinden. Vor allem gegen LGBTIQ-Menschen gab und gibt es viele Fälle (in jüngster Zeit ist die RKK dafür hauptverantwortlich).
    Doch dieses Thema dreht sich in erster Linie nicht um die Menschenrechtsverletzungen in Kuba, sondern denen in den USA, wo unsere Bürgerrechte zugunsten der "religiösen Freiheit" beschnitten werden sollen. Wo Menschen in Sippenhaft genommen werden, wo sie nur den selben Nachnamen, als ein Täter tragen, und mit ihm verwandt sind. Hat man das nach dem 11. September auch mit der Familie bin Laden getan? Nein, die durften mit Schutz ausreisen. Lag wahrscheinlich daran, weil Vater und Sohn Bush enge finanzielle Interessen mit der bin Laden Familie verband, und aus Kuba finanziell nichts zu holen ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TheDadProfil
  • 28.09.2019, 14:43hHannover
  • Antwort auf #3 von Sülze-Watch
  • ""aber Fakt ist: Kuba ist kommunistisch, Kuba unterdrückt und foltert Menschen, Kuba diskriminiert LGBT*IQ auf breiter Front.""..

    Äh ?

    ""US-Außenminister Mike Pompeo begründete die Maßnahme am Donnerstag damit, dass Raúl Castro in seiner fortbestehenden Rolle als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei für Menschenrechtsverstöße verantwortlich sei. Hintergrund sei, dass unter Castros Aufsicht mehr als 100 politische Gefangene in Kuba im Gefängnis gesessen hätten und tausende Kubaner willkürlich festgenommen worden seien, sagte Pompeo in New York.""..

    Mal so zur Erinnerung :

    Wie viele Gefangene OHNE "Haftbefehl" oder ordentliches Gerichtsverfahren, oder gar nur einer ordentlichen Anwaltlichen Vertretung halten denn die USA AUF KUBA in ihrem Lager in Guantanamo gefangen ?

    Wie viele Berichte über Folter die dort angewendet wurde gibt es ?

    Und wie viele US-Politiker* sind dafür von einer Einreise nach Kuba sanktioniert worden ?

    Was Pompeo hier macht, wenn er neben Raúl Castro auch die Tochter Mariela Castro Espín auf die Sanktionsliste setzt, ist "einfache Sippenhaft" !

    Und nun mal auch noch zur Erinnerung :
    Hätte die BRD die Tochter, deren Ehemann, und den Enkel von Erich Honecker an der Einreise in die BRD gehindert ?
  • Antworten » | Direktlink »