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Audienz

Papst empfängt LGBTI-freundlichen Jesuitenpater

Das Oberhaupt der katholischen Kirche und der liberale US-Theologe James Martin sprachen über das Verhältnis der Kirche zu sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten.


Pater James Martin gehört zu den Hoffnungsträgern von LGBTI-Gläubigen (Bild: Facebook / James Martin, SJ)

Papst Franziskus hat den amerikanischen Jesuitenpater James Martin am Montag zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Martin, der in den USA vor allem für seine Forderung nach einer offeneren Haltung gegenüber Homosexuellen bekannt ist, erklärte im Anschluss gegenüber dem "Religion News Service", dass er mit dem Pontifex insbesondere das Verhältnis der Kirche gegenüber LGBTI angesprochen habe.

"Das Gespräch war toll und sehr aufmunternd", sagte Martin. "Es ging hauptsächlich um den Umgang mit LGBT-Katholiken. Franziskus hat sich gefreut, darüber zu reden", so Martin. "Ich habe 30 Minuten mit einem warmen und barmherzigen Pastor gesprochen." Er hoffe, dass schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Katholiken dieses Treffen als Zeichen "für die Liebe und Sorge von Papst Franziskus" sehen. Sein Ziel sei es gewesen, LGBT-Katholiken beim Papst eine Stimme zu geben. Über konkrete Gesprächsinhalte machte Martin jedoch keine Angaben.

One of the highlights of my life. I felt encouraged, consoled and inspired by the Holy Father today. And his time with…

Gepostet von Fr. James Martin, SJ am Montag, 30. September 2019
Facebook / Fr. James Martin, SJ

Papst fragte Audienz an

Martin erklärte weiter, dass die Audienz auf Anfrage von Franziskus zustande gekommen sei. Laut Martin habe ihn der Papst bei einer Veranstaltung getroffen und erklärt: "Ich will eine Audienz mit Ihnen."

In den USA ist Martin, der Chefredakteur des Jesuitenmagazins "America" und gern gesehener Gast in Nachrichtensendern wie CNN und MSNBC, umstritten – Grund ist Veröffentlichung seines Buches "Eine Brücke bauen: Wie die katholische Kirche und schwule, lesbische, bisexuelle und trans* Menschen eine wertschätzende Beziehung finden" im Jahr 2017. In dem Buch hatte sich Martin für einen engen Dialog zwischen Kirche und LGBTI-Community eingesetzt. Konservative Katholiken hatten ihn deshalb als "Ketzer" bezeichnet, allerdings hatten auch vereinzelt Bischöfe die Veröffentlichung des Buches begrüßt. (dk)



#1 SarkastikerAnonym
  • 01.10.2019, 18:19h
  • "für die Liebe und Sorge von Papst Franziskus"

    Wenn er so besorgt ist, frage ich mich ernsthaft und ausnahmsweise ohne jeden Sarkasmus, warum er sich dann nicht mal gewisse Würdenträger seiner Organisation aus Polen zur Brust nimmt?
    Bei deren Kommentaren und Parolen sollte einem wirklich besorgten Hirten bezüglich seiner queeren Schäfchen unter solcher Fuchtel Angst und Bange werden.
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#2 Homonklin44Profil
  • 01.10.2019, 18:45hTauroa Point
  • ""Er hoffe, dass schwule, lesbische, bi- und transsexuelle Katholiken dieses Treffen als Zeichen "für die Liebe und Sorge von Papst Franziskus" sehen. ""

    Seriously? Kommt eher so rüber, wie eine Art PR-Trick, wenn die das nach all den Tiraden von sonstwelchen Kirchenknilchen in aller Welt auch noch schlucken sollen.
    Da fragt man sich, wovon die eigentlich nachts so träumen.

    Wer will denn von dem Chef der Kostümbarden auch geliebt und umsorgt sein, wenn es bedeutet, an Märchen zu glauben und sich in bald jeder Befassung aus seinem Konzern irgendwie herabgewürdigt und angegriffen vorzufinden?

    www.kirchenaustritt.de

    Das ist eine reelle Chance!
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#3 LarsAnonym
  • 02.10.2019, 08:37h
  • Antwort auf #2 von Homonklin44
  • Fr. Martin ist als Jesuit viel zu reflektiert, um an Märchen zu glauben. Sein theologisches Konzept ist abstrakter, deshalb kann er relativ offen sein, wobei für ihn natürlich der christliche Ideen- und Bilderkosmos der Bezugspunkt bleibt, seine Identität.

    Seine Videoansprache an LGBT zeigt das deutlich. Es geht ihm da vor allem um die Stärkung des Selbst von queeren Menschen, wobei er den Wechsel zu anderen (spirituellen) Gemeinschaften nicht ausschließt.

    Egal, ob man in der Kirche bleibt oder nicht, ist es für an Religion oder Spiritualität interessierte Menschen sicher nützlich, seine Haltung zu religiösen Fragen zu studieren.
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#4 niccinicciAnonym
#5 Homonklin44Profil
  • 02.10.2019, 13:49hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von Lars
  • ""Es geht ihm da vor allem um die Stärkung des Selbst von queeren Menschen, wobei er den Wechsel zu anderen (spirituellen) Gemeinschaften nicht ausschließt. ""

    So eine Stärkung erreicht man durch die Befreiung von dem ganzen Mumpitz rund um die verlogene Sekte. Man befreit sich vor allem selbst. Von einer den Verstand vernebelnden "Gemeinschaft" zur nächsten zu wechseln, löst das Urproblem nicht auf, einer Verblendung hinterher zu laufen.

    Mir schon klar, dass das "Spirituelle" nicht erreichen kann, da einwärts gelenkte Introjektsteuerung vorliegt.

    Die Bande weiter zu unterstützen, indem man alles ignoriert, was die an Verachtung und Demütigungen sonst so loswerden, selbst ihre brachial widerwärtigen Verbrechen nachzusehen, und sich weiter in "spirituelle" Geiselhaft zu betten, Stockholm-Syndrom artig und vermeintlich brav - woher soll da eine Stärkung kommen? Da stärkt man die Urheber seiner Schwächung mit.
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#6 FilipProfil
  • 02.10.2019, 15:19hHamburg
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • "...Stärkung erreicht man durch die Befreiung von dem ganzen Mumpitz rund um die verlogene Sekte. Man befreit sich vor allem selbst. Von einer den Verstand vernebelnden "Gemeinschaft" zur nächsten zu wechseln, löst das Urproblem nicht auf, einer Verblendung hinterher zu laufen."

    Meine Zustimmung! Das sehe ich genauso.
    (Wobei ich in der glücklichen Situation war, mich hier nie befreien zu müssen.)
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#7 LarsAnonym
  • 04.10.2019, 08:47h
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • Auch wenn man Spiritualität nichts abgewinnen kann, würde ich das ganze nicht als Mumpitz bezeichnen. Spritualität kann über Bilder, Riten und Geschichten Menschen Werkzeuge liefern, die sie seelisch beruhigen, sie kann natürlich Menschen auch vereinnahmen und psychisch manipulieren.

    Auf jeden Fall reagiert sie auf menschliche Bedürfnisse nach Halt, Trost, Gemeinschaft, Sinngebung, inneren Frieden. Menschen können sich vielleicht von Spiritualität oder Kirchen befreien, aber nicht von diesen Bedürfnissen. Wenn man Menschen "befreien" will, sollte man positiv formulieren können, woher man selber seine Kraft und Sicherheit oder Gelassenheit im Leben hernimmt.

    Wie gesagt, kann man da viel von den Jeusuiten lernen.
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#8 TheDadProfil
  • 04.10.2019, 12:07hHannover
  • Antwort auf #7 von Lars
  • ""Menschen können sich vielleicht von Spiritualität oder Kirchen befreien, aber nicht von diesen Bedürfnissen.""..

    Äh ?
    Anders als die Bedürfnisse nach Essen, Schlaf und Sex befinden sich die von Dir aufgezählten, und als "Bedürfnisse" bezeichneten, erlernten, und indoktrinierten "Handlungs-Funktionen" nicht im genetischem Programm des Menschen, und sind damit dann auch vollständig frei von der "Erfüllung"..

    Anders als Du hier denkst, und auch vorgibst, es sei so, kann man derlei "Bedürfnisse" ziemlich leicht ablegen, und sich von ihnen befreien..

    Dazu muß man nämlich nur anfangen zu denken, und sich über diesen ganzen Mumpitz informieren..

    Was man dem Klerus dann vorwerfen muß, und anders als den einfachen "Gläubigen"..
    Der einfache "Gläubige" weiß in der Regel recht wenig über die Inhalte seines "Glaubens", und vor allem nicht über das System mit dem er bei der Stange gehalten wird..
    Der Klerus ist darüber ausführlich informiert, und stellt mit einer schier unglaublichen schauspielerischen "Leistung" derlei "Spiritualität" öffentlich dar OBWOHL er um den Unfug von Riten, Heiligenverehrung und Prozessionen weiß..

    Und Leut wie Du fallen bereitwillig darauf herein..
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#9 LarsAnonym
  • 09.10.2019, 14:10h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • "Anders als die Bedürfnisse nach Essen, Schlaf und Sex befinden sich die von Dir aufgezählten, und als "Bedürfnisse" bezeichneten, erlernten, und indoktrinierten "Handlungs-Funktionen" nicht im genetischem Programm des Menschen, und sind damit dann auch vollständig frei von der "Erfüllung".."

    Problematisches Argument. Im genetischen Programm des Menschen gibt es auch kein Bedürfnis nach Menschenrechten, sozialem Verhalten, politischer Freiheit, Demokratie.
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#10 Religioten-WatchAnonym
  • 10.10.2019, 20:31h
  • Antwort auf #7 von Lars
  • "die sie seelisch beruhigen"

    --->Das tun Valium und Opium auch.

    "sollte man positiv formulieren können, woher man selber seine Kraft und Sicherheit oder Gelassenheit im Leben hernimmt."

    --->Tu doch nicht so, als ob das niemand täte bzw. als ob niemand dabei helfen würde, das zu lernen. Im Gegenteil: Hilfe ist allgegenwärtig. Psychologen und Psychotherapeuten helfen dabei allen, die von Esoterik loskommen wollen - und das sogar von den Krankenkassen kofinanziert. Es gibt keine Ausrede.

    "Wie gesagt, [sic!] kann man da viel von den Jeusuiten lernen."

    Dass Männer übers Wasser gehen oder sog. "Ungläubige" töten zu müssen? Dass feurige Zungen vom Himmel fallen und dass Tote als Zombies wiederkommen? "Glauben" über das klare Denken zu stellen aus Angst vor einem eingebildeten Wesen, das einen sonst aufs Übelste straft und tötet? Auf eingebildete Stimmen im Kopf zu hören und ihre Weisungen zu befolgen?

    So etwas Irres gilt es nicht zu "lernen", sondern zu überwinden und zu heilen!
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