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Oktoberfest München

Nach homophobem Angriff: Regenbogenfahnen wehen auf der Wiesn

Ein offenbar aus Hass auf Schwule motivierter Übergriff veranlasste die Veranstalter des bekanntesten Volksfestes der Welt, Flagge zu zeigen.


Günther Kaiser (Leiter Wiesnbauhof), Dr. Kai Kundrath (Geschäftsführer Sub e.V.), Clemens Baumgärtner (Referent für Arbeit und Wirtschaft) und Jörg Garstka (Vorstand Sub e.V.) hissen die Regenbogenfahne auf der Wiesn (Bild: Landeshauptstadt München / RAW)

Nach einer schwulenfeindlichen Attacke gegen zwei Männer auf dem Münchner Oktoberfest haben die Veranstalter Regenbogen-Fahnen gehisst. Sie sollen am Dienstag an zwei Masten am Festeingang als Zeichen für Toleranz, Respekt und Vielfalt wehen.

"Die Wiesn steht wie kaum ein Ereignis sonst für Münchens Motto 'leben und leben lassen'", sagte Wiesn-Chef und Münchens Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). "Gewalt gegen Menschen, die sich nicht am Mainstream orientieren, darf auf unserer Wiesn keinen Platz haben. Wer die Wiesn kennt, weiß, dass jeder dort ungestört feiern kann. Zwei sich küssende Männer oder händchenhaltende Frauen sind dort völlige Normalität." Mit den Regenbogenfahnen wolle die Landeshauptstadt diese Botschaft auch nach Außen tragen.

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"Hey, ihr Schwuchteln"

Wie die Polizei am Dienstag bestätigte, hatte in der vergangenen Woche eine zehn- bis fünfzehnköpfige Besuchergruppe vier junge Männer mit dem Ausspruch "Hey ihr Schwuchteln" beleidigt. Als einer der vier auf die Gruppe zuging und sie zur Rede stellte, schlugen mehrere aus der großen Gruppe zu. Ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger – laut Medienberichten heterosexuelle Männer – wurden verletzt. In ersten Berichten über den Zwischenfall hatte die Polizei den homophoben Hintergrund noch nicht bestätigen wollen (queer.de berichtete). Inzwischen wurden Ermittlungen durch das Kommissariat 44 (Politisch motivierte Kriminalität / Rechts) aufgenommen.

Das Münchner Oktoberfest war am 21. September mit dem Einzug der Wiesnwirte und dem traditionellen Fassanstich eröffnet worden. Noch bis zum Sonntag werden insgesamt sechs Millionen Besucher aus dem In- und Ausland erwartet. Die Polizei ist mit einer eigenen "Wiesnwache" vor Ort, auch rund 600 Helfer und 50 Ärzte sind während des zweiwöchigen Festes im Einsatz. (dpa/dk)



#1 IronikerEhemaliges Profil
  • 01.10.2019, 15:35h
  • Wenn das alles "Normalität" ist - weshalb wehen die Fahnen dann nur am Dienstag?

    Warum nicht bis zum Ende des Festes?

    Und warum überhaupt nicht immer während des gesamten Festes?

    Oder ist das alles eben doch nicht "normal" genug?
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#2 EigerAnonym
#3 PetterAnonym
  • 01.10.2019, 18:28h
  • Toll, dass wenigstens die Veranstalter des Oktoberfests deutlich Flagge gegen Hass und Gewalt und für Vielfalt und Liebe setzen.

    Wenn die Politik schon nichts unternimmt, sind solche Zeichen umso wichtiger...

    DANKE
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#4 XmucAnonym
  • 01.10.2019, 18:34h
  • Gestern in der Fischervroni auf dem Oktoberfest wurde daran erinnert, dass es nun schon seit 30 Jahren den "besonderen" Montag auf der Wiesn in diesem Zelt und den Auftritt der Kapelle von Sepp Folger zusammen mit "Baby Bubble" gibt... Die Redner ein Vertreter der Stadt München (CSU) und auch Sepp Folger sprachen davon wie schön das doch sei, dass man die "Community" willkommen heisst und auf der Wiesn für jeden Platz zum feiern ist - aber das Wort schwul oder lesbisch haben beide auch nach 30 Jahren nicht geschafft in ihren Reden auszusprechen...
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#5 Ralph
#6 Ralph
  • 01.10.2019, 18:51h
  • Übrigens: Ich lese gerade bei LEO, dass die Regenbogenfahnen bis zum Wiesnende wehen sollen.
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#7 HerzPeaceVoltEhemaliges Profil
#8 Ana NymAnonym
  • 03.10.2019, 01:49h
  • Oh was sind wir aber wieder alle vollkommen überrascht!!
    Doch was war vor 2 Jahren mit folgender Warnung an uns?

    www.queer.de/detail.php?article_id=29693

    Hm??
    Damals hätte man schon Flagge zeigen müssen. Wir lernen: Wenn man Homo-, Trans-, Bi-, Asylanten-, oder sonsteinen Hass passieren lässt oder sich sogar angstvoll danach richtet, dann geht der nicht einfach weg, sondern gedeiht und erscheint akzeptiert oder normal.
    Es gehören ggf. Schilder an die Zugänge, so wie an den Ortsschildern in Stolberg (bei Aachen) "Stolberg hat für Ausländerhass keinen Platz!" oder so ähnlich steht da.
    "Auf den Wiesn' hat Homo-, Bi-, Trans-, ... Hass keinen Platz!" Groß und deutlich sichtbar und wenn das nicht reicht auch an/in den Bierzelten. Oder positive Statements "Alle lieben hier wie und wen sie wollen!", "Leben und leben lassen", ..
    und bitte nicht nur auf Deutsch, denn auch andere internationale Besucher*innen sollen verstehen wie die Dinge hier in der EU liegen sollten.

    Btw. Durch eine Regenbogenflagge wird das hochgeschätzte Wiesn-Fest nicht zu einer LGBTIQA+-Veranstaltung, es ist nur ein (leider nötiges) Statement gegen selbstverständlichen LGBTIQA+-Hass.
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