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Amtsgericht Köln

Kunde schlägt trans Prostituierte zusammen

Eine Kölner Sexarbeiterin wurde von einem 19-jährigen Kunden zusammengeschlagen, offenbar aus Transphobie. Das Urteil: 50 Sozialstunden und 500 Euro Schmerzensgeld.


Milde Strafe für einen Kunden, der sich an der Transsexualität einer Sexarbeiterin störte (Bild: Emmanuel Huybrechts / flickr)

Das Amtsgericht Köln hat am Montag einem 19-jährigen Iraker wegen Körperverletzung eine Verwarnung erteilt, nachdem er eine venezolanische trans Prostituierte nach dem Sex verprügelt hatte. Das Opfer hatte laut der Tageszeitung "Kölner Stadtanzeiger" einen Nasenbeinbruch erlitten. Außerdem splitterte ein Teil eines Zahnes ab und die Oberlippe war eingerissen. Der Täter muss seinem Opfer nach der Entscheidung des Gerichts 500 Euro Schmerzensgeld zahlen, außerdem muss er 50 Sozialstunden ableisten.

Dem "Stadtanzeiger" zufolge hatten sich der Angeklagte und die 38-jährige Frau im Internet kennengelernt und ein Treffen in der Wohnung des Opfers vereinbart – für 25 Euro Bezahlung. Laut der Sexarbeiterin habe in ihrer Anzeige neben "single, hetero, 1,72 Meter groß, blond, normal gebaut" auch der Hinweis "Trans" gestanden. Der Kunde gab aber an, er habe erst davon erfahren, als sich die Sexarbeiterin auszog und er ihren Penis zu Gesicht bekam. Laut seinem Anwalt habe er eine "Frau im klassischen Sinne" für ein sexuelles Abenteuer gewollt.

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Gewalt erst nach Geschlechtsverkehr

Trotzdem sei es zum Sex gekommen. Erst danach habe der Teenager Probleme mit der Transsexualität der Frau gehabt – und habe ihr mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Auch die vereinbarten 25 Euro wollte er nicht bezahlen.

Die Sexarbeiterin erklärte, sie akzeptiere das Urteil. Sie verwies darauf, dass sie wegen Diskriminierung einst aus ihrem Heimatland Venezuela geflohen sei, und zeigte sich enttäuscht darüber, "dass mir so etwas nun in Köln passiert". (cw)



#1 LiliciousAnonym
#2 FilipProfil
#3 LenaAnonym
  • 02.10.2019, 04:39h
  • als selbst transsexuelle Richterin kann ich nur mein mangelndes Verständnis für die Entscheidung des Gerichtes zum Ausdruck bringen. Auf Grund eigener Erfahrungen mit meinen kollegInnen während meiner Transition verwundert mich die Entscheidung aber auch nicht. Und was diesen verkommenen freier angeht, soll er doch hingehen, wo er oder seine Vorfahren hergekommen sind, denn dort würde statt seiner meine Schwester der seiner Auffassung nach gerechten strafe zugeführt werden.
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#4 TransMumAnonym
  • 02.10.2019, 09:11h
  • Ich bin gerade auf so vielen Ebenen schockiert. Aber für mich ziehe ich aus dem Urteil, und dem Umgang der Gesellschaft damit, wichtige Schlüsse

    Hier kann ich Alexandra Billings zitieren "it is a revolutionary act for a trans person of color to walk out of my front door".
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#5 beeindrucktAnonym
#6 LaguneAnonym
#7 FilipProfil
#8 TheDadProfil
  • 03.10.2019, 15:16hHannover
  • Antwort auf #3 von Lena
  • ""Und was diesen verkommenen freier angeht, soll er doch hingehen, wo er oder seine Vorfahren hergekommen sind, denn dort würde statt seiner meine Schwester der seiner Auffassung nach gerechten strafe zugeführt werden.""..

    Ich finde es ja nicht nur absurd, das Menschen die ihre eigene Herkunft nicht einmal im Ansatz reflektiert haben, andere Menschen dazu auffordern
    "dorthin zu gehen woher sie kommen",
    um sich dann noch zu entblöden, Sätze zu formulieren, die bei Licht betrachtet vollständiges Nicht-Wissen über die dort herrschende Gesellschaft offenbart..

    Denn wenn es dort wo er herkommt, Menschen wie "deine Schwester" in solchen Positionen gäbe, dann wäre dieser Junge Mann vollständig anders sozialisiert worden..
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