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Berlin

Videoüberwachung von LGBTI-Denkmälern: Kultursenator "sehr skeptisch"

Am Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer soll künftig eine Videokamera Vandalismus Einhalt gebieten. Der offen schwule Kultursenator glaubt aber nicht, dass damit das Problem gelöst wird.


Kultursenator Klaus Lederer (Bild: Wiki Commons / Martin Rulsch / CC-BY-SA-3.0)

  • 4. Oktober 2019, 08:35h 9 2 Min.

Der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) warnt davor, sich von der Aufstellung von Überwachungskameras zum Schutz von LGBTI-Denkmälern zu viel zu versprechen. Zwar seien Akte von Vandalismus wie gegen die Gedenktafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer Anfang der Woche "gezielte Angriffe auf die LGBTQ-Community", so Lederer gegenüber dem Magazin "Mannschaft". "Ob allerdings Videoüberwachung hier hilft, ist die Frage – als Linker bin ich sehr skeptisch, was den verstärkten Einsatz von Videoüberwachung generell angeht. Weder verhindern Kameras solche Angriffe, noch ändern sie die dahinterstehende Geisteshaltung."

Hintergrund der Äußerung ist der Beschluss einer Denkmalstiftung, dass das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen im Berliner Tiergarten künftig von einer Kamera überwacht werden soll. Eine zweimonatige Testphase dazu startet am 17. Oktober (queer.de berichtete). Lederer versicherte jetzt, dass wie beim Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma die Kamera so positioniert werde, dass keine Passanten gefilmt werden, sondern nur Personen, die sich direkt am Denkmal aufhielten.

Keine Videoüberwachung am Magnus-Hirschfeld-Ufer

Für die Gedenktafeln für die erste homosexuelle Emanzipationsbewegung am Magnus-Hirschfeld-Ufer ist Lederers Kulturverwaltung direkt verantwortlich. Da diese Tafeln "völlig frei im Straßenland" stünden, sehe er keine rechtliche Grundlage für eine Videoüberwachung. Er halte diese auch nicht für verhältnismäßig.

Die Mitglieder des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg hatten sich im vergangenen Jahr mit deutlicher Mehrheit für eine Videoüberwachung von LGBTI-Denkmälern und Kriminalitätsschwerpunkten in der Szene ausgesprochen (queer.de berichtete). Erst vergangene Woche stellte die Bundesregierung fest, dass es in Deutschland einen erheblichen Anstieg von Sachbeschädigungen gebe, die aus Hass gegen sexuelle und/oder geschlechtliche Minderheiten verübt werden (queer.de berichtete).

Der offen schwule Politiker Lederer war von 2007 bis 2016 Berliner Landeschef der Linkspartei. Seither ist der 45-Jährige Kultursenator in einer rot-rot-grünen Koalitionsregierung. (cw)

-w-

#1 TheDad
  • 04.10.2019, 12:43hHannover
  • ""Weder verhindern Kameras solche Angriffe, noch ändern sie die dahinterstehende Geisteshaltung.""..

    Das stimmt..
    Doch ich kann mich nicht daran erinnern das je eine/r der Täter* solcher Vandalismen gefasst wurde..

    Und das muß sich zunächst dringend ändern um eine Veränderung dieser "Geisteshaltung" in der Bevölkerung auszulösen..

    Am Ende muß es aber auch heißen :
    Was für das Holocaust-Mahnmal gilt, muß auch für die anderen Mahnmale der Stadt gelten, egal ob nun für das Homosexuellen-Mahnmal gegenüber, oder das Mahnmal für die gefallenen Sowjetischen Soldaten wenige Hundert Meter weiter..
    Sie alle müssen vor solchem Vandalismus geschützt werden..
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#2 N8Engel
  • 04.10.2019, 12:48hWenden
  • Ja, es stimmt, man verändert nicht die Geisteshaltung der Täter und ihres Umfeldes. Es verändert aber das Selbstverständnis der LGBTIQQ* Scene. Ideal wäre es, niemand bräuche eine Überwachungskamera, die nur dazu dienen kann Täter zu ermitteln, aber es werden keine Täter ermittelt, es steht niemand vor Ort, der das Mahnmal schützt. Wenn ein derartiges Zeichen nicht geschützt werden kann, wer schützt dann die Menschen vor denen die ein Gedankengut haben, welches nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist.
    Die Überwachung sehe ich als ein Symbol. Es zeigt, das Dieses Mahnmal nicht weniger Bedeutung hat wie ein kleiner Stadtrandbahnhof.
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#3 SixtinusAnonym
  • 04.10.2019, 13:50h
  • Dass Kameras keine Beschädigung verhindern, wäre von Herrn Lederer erst noch zu beweisen.

    Nur Behauptungen aufstellen, ist bei einem so wichtigen Thema nicht ausreichend.

    Und vom Erfassen der Täter möchte ich erst gar nicht sprechen.
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