Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34614

Polizeibericht

Vier Schwule in Berlin-Mitte angegriffen

"Seid ihr schwul?" Weil die Angesprochenen diese Frage bejahten, wurden sie in der Nacht zu Samstag von einem jungen Mann aus einer Gruppe heraus geschlagen.


Erneut meldet die Polizei in der Hauptstadt einen homophob motivierten Übergriff (Bild: René Mentschke / flickr)

In Berlin-Mitte kam es in der Nacht zu Samstag zu einer gefährlichen Körperverletzung mit homophobem Hintergrund. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Samstagmittag.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge waren vier Männer – zwei 19-Jährige, ein 20-Jähriger und ein 37-Jähriger – am Zionskirchplatz unterwegs, als sie von vier der Beschreibung nach jungen Männern zunächst nach Zigaretten gefragt wurden. Die Angesprochenen verneinten und gingen weiter. Kurz darauf wurden die Vier von den jungen Männern erneut angesprochen und gefragt, ob sie homosexuell seien. Dies bestätigen die Gefragten.

Plötzlich griff ein junger Mann die beiden 19-Jährigen und den 37-Jährigen an und schlug ihnen ins Gesicht. Die Angegriffenen riefen daraufhin laut um Hilfe. Ein 19-Jähriger und der 20-Jährige flüchteten in die Anklamer Straße und baten Passanten um Hilfe. Daraufhin ergriff die junge Vierergruppe die Flucht und lief in Richtung Brunnenstraße weg. Die Geschlagenen erlitten leichte Kopfverletzungen, verzichteten jedoch auf ärztliche Behandlungen.

Der Staatsschutz ermittelt

Wie in solchen Fällen üblich, hat der für Hasskriminalität zuständige Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin die weiteren Ermittlungen übernommen. Nähere Angaben zu den Angreifern wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der deutschlandweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten forderten daraufhin die Bundesregierung auf, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 FinnAnonym
#2 SixtinusAnonym
  • 05.10.2019, 14:00h
  • Nächstes zentrales Thema und Motto des Berliner CSD: Homophobe Gewalt.

    ... schön wär's. Würde mal zeigen, dass wir als Community das Thema ernst nehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 Carsten ACAnonym
  • 05.10.2019, 14:23h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Unsere schwarz-rote Bundesregierung will doch nur noch irgendwie ihre Restlaufzeit absitzen.

    Wenn nicht mal eine Bedrohung wie der Klimawandel von denen ernst genommen wird und sie endlich aufwachen lässt, wie sollen das dann so ein paar verprügelte Schwule?

    Union und SPD sind komplett eingeschlafen und wollen Deutschland jetzt auch ins Koma regieren...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 05.10.2019, 14:38hberlin
  • Antwort auf #1 von Finn
  • "Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich aufwacht?"

    Was muss noch alles passieren bevor schwule zurückschlagen!
    Das haben wir in den 70zigern schon mal vor augen gehabt und uns entsprechend verhalten!
    Und ich spreche da auch von eigener erfahrung am mehrigdamm vor dem rauschgold.

    Es ist mit diesen "meldungen doch auch das bild verbreitet, "das man mit UNS alles anfangen kann" so man danach nur schnell genug von der bildfläche verschwindet.
    Das schwulenklatsche ist in deren szene wieder mutprobe .

    Hilfreich mal ein tritt seitwärts ins bein...
    Da hilft als fortbewegungsmittel meist nur noch der sanitätswagen...
    Die "mutprobe am eigenen leib schmerzhaft zu erfahren, schafft uns den nötigen abstand.
    Respekt!
    Mehr braucht es nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Patrick SAnonym
  • 05.10.2019, 14:39h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Wenn man gar nicht vorhat, Politik zum Schutz von Minderheiten zu machen, ist es völlig egal was alles passiert und schon passiert ist.

    Das gilt nicht nur für unsere Anliegen, sondern auch für Juden etc.. Sieht man ja an den kosmetischen Gegenmaßnahmen. Oder denkt hier irgendjemand, dass Kameras am berliner Schwulendenkmal die Homophobie einzelner Menschen bekämpft oder dass das Tragen einer Kippa Antisemitismus bekämpft?
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Nick NameAnonym
#7 LotiAnonym
  • 05.10.2019, 15:50h
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • Hab ich auch getan damals Anfang d.80 er Jahre vor der Gigolo Bar morgens um 6Uhr. Ein junger Typ war der Ansicht mit seinem Totschläger wahllos auf Schwule einzuprügeln zu müssen. Meinen Freund streifte er am Kopf damit. Da gingen bei mir sämtliche Sicherungen durch. Ehe er ein zweites mal zuschlagen konnte habe ich ihn überwältigt. Ein anderer Gast kam mir zu Hilfe und am Ende landete der Schläger vor Gericht. Selbst sein Kumpel, der im Auto gesessen hatte, wodurch wir die Anzeige überhaupt erst machen konnten, sagte vor Gericht gegen den Schläger aus. Echt jetzt, es reicht. Wehrt Euch. Notfalls Pfefferspray dabeihaben und voll in die Fresse des Angreifers damit und sofort die Polizei verständigen.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 LotiAnonym
  • 05.10.2019, 16:06h
  • Antwort auf #6 von Nick Name
  • Auch wieder richtig. Ist mir mal alleine passiert. Eine Gruppe von Jugendlichen umkreiste mich nachts plötzlich in einem Park. Zwei Mädchen befanden sich unter ihnen und schreien hysterisch: schlagt ihm die Fresse ein. Der Anführer fragte mich, ob ich schwul sei und ich verneinte. Dann fragte er nach einer Zigarette, die ich ihm auch gab. Er sagte zu mir ganz unverhohlen, Du mußt wissen, wir mögen keine Schwulen und sie zogen ab. Manchmal muß man sich mit einer Notlüge aushelfen. Schnell ging ich vom Ort des Geschehens, bevor die Gruppe es sich doch anders überlegt. Schon kurz darauf sah ich jemanden um sein Leben rennen.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 SixtinusAnonym
  • 05.10.2019, 17:09h
  • Antwort auf #8 von Loti
  • Wenn ich deine Schilderung und die deines Vorkommentators lese, der sagt, man solle seine Homosexualität leugnen, dann denke ich mir:

    Den Zenit der Toleranz haben wir wohl erreicht. Jetzt geht es wieder bergab. Schauen wir mal, wann wir auch rechtlich wieder verfolgt werden, wenn wir uns nicht ohne Scheuklappen für unsere Rechte einsetzen.

    Ich kann nur jeden auffordern, zu seiner Homosexualität offen zu stehen, sofern nicht lebensbedrohlich. Oftmals ist es nämlich Feigheit und Bequemlichkeit, die manchen davon abhält, zu sich zu stehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LotiAnonym
  • 05.10.2019, 17:49h
  • Antwort auf #9 von Sixtinus
  • Sicher hast Du vollkommen recht mit Deiner Aussage. Beide meiner Kommentare sind aber unterschiedlich zu bewerten. Bei dem Typen mit den Totschläger half mir ein kräftiger Gast des Lokals, der durch Zufall gerade aus dem Lokal kam und sofort die Situation verstanden hatte und Eingriff. Alleine hätte ich den Schläger nicht zur Strecke gebracht. Und ich war in Rage, wegen meines Freundes, der sich anschließend mit mir in die Notaufnahme begab, um den Verdacht auf Gehirnerschütterung untersuchen zu lassen.
    Beim anderen Vorfall in der Nacht im Park war ich umringt von ca. 10 Jugendlichen. Da half nur die Notlüge und bloß schnell weg.
  • Antworten » | Direktlink »