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Berlin

Mittags am Hauptbahnhof: Schwules Paar beleidigt und geschlagen

Erneut meldet die Berliner Polizei eine Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund. Der 27 Jahre alte Tatverdächtige wurde vorübergehend festgenommen.


Der Vorfall ereignete sich auf dem Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof (Bild: Roman Lashkin / flickr)

Am Sonntagmittag kam es am Berliner Hauptbahnhof zu einer Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagnachmittag.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge war ein 25-Jähriger gegen 11.50 Uhr gemeinsam mit seinem 28 Jahre alten Lebenspartner am Europaplatz unterwegs. Plötzlich trat ein Mann an ihn heran. Dieser soll den 25-Jährigen erst homophob beleidigt und anschließend ins Gesicht geschlagen haben.

Am Tatort trafen zuerst Bundespolizisten ein und nahmen den mutmaßlichen Schläger vorläufig fest, wobei er einen Bundespolizisten bedrohte. Der Festgenommene im Alter von 27 Jahren wurde kurz darauf an Kollegen der Polizei Berlin übergeben. Diese nahmen seine Personalien auf und entließen ihn im Anschluss. Die Ermittlungen führt – wie bei Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin. Nähere Angaben zum Tatverdächtigen wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Homophobe Attacke auch in Berlin-Mitte

Erst in der Nacht zu Samstag waren in Berlin-Mitte vier Männer aus einer Gruppe heraus geschlagen wurden, nachdem sie die Frage "Seid ihr schwul?" bejaht hatten. Drei der Angegriffenen erlitten leichte Verletzungen (queer.de berichtete).

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der deutschlandweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten forderten daraufhin die Bundesregierung auf, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 KommentarlosAnonym
#2 N8EngelProfil
  • 06.10.2019, 21:57hWenden
  • Mittags am Hauptbahnhof. Nicht abends. Mittags. an einem Ort an dem hunderte Menschen anzutreffen sind, wo es Videoüberwachung gibt. Übergriffe gegen LGBTIQ* scheinen so normal zu sein, das man unter solchen Umständen sicher ist. Da frage ich mich wie lange es noch dauert, bis der erste LGBTIQ* Treffpunkt brennt.
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#3 seb1983
  • 06.10.2019, 22:42h
  • Antwort auf #2 von N8Engel
  • Gewalt und Berlin gehören doch insbesondere dort inzwischen einfach zusammen, wenns Busfahrer, Polizisten, Schwarze und Juden trifft bekommen Sschwule halt auch ihren Anteil ab.
    Wenn überhaupt gibts dann ein Jahr später eine Gerichtsverhandlung und Bewährungsstrafe.
    Das einzige was noch ordentlich verfolgt wird ist Steuerhinterziehung, während auf der Straße ganz eigene Gesetze gelten.

    Andauernd nach der Politik zu rufen die doch bitte alles richten soll ist zwar gute deutsche Gartenzwerg Mentalität, es müssen aber erstmal die grundsätzlichen Hausaufgaben erledigt werden.
    Die Gesetze sind da! Setzt sie auch durch und duldet keine rechtsfreien Räume, angefangen bei den Schulen im öffentlichen Raum, im Internet.
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#4 SixtinusAnonym
  • 06.10.2019, 22:57h
  • An die Organisatoren diverser CSD's:
    Macht homophobe Gewalt endlich zum Hauptthema der nächsten Demos.

    Wenn wir nicht darauf hinweisen, wissen die Heteros gar nicht, was bei uns so täglich abgeht.

    Darum keine Berichte, darum keine Aktion der Politik.

    Partner*in an der Hand, Faust im Gesicht wäre ein mögliches Motto.
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#5 DavidRealProfil
#6 UrberlinerAnonym
#7 DramaQueen24Profil
  • 07.10.2019, 10:32hBerlin
  • Die Ratten kommen aus den Löchern, weil Parteien wie die AfD (und manch CDUler) Homophobie und Gewalt gegen Homosexuelle wieder salonfähig machen.
    Mich würde mal interessieren, warum es für den Täter ein no go ist, wenn ein schwules Paar sich küsst oder Händchen hält?
    Hat es was mit seiner Rolle als Mann zu tun, die er dadurch bedroht sah? Wenn ja, ist seine Geschlechtsidentität nicht gefestigt.
    Oder schlug er zu, weil er insgeheim selber schwul ist, es sich jedoch nicht eingestehen kann? Wenn ja, rate ich zu einem CO.
    In jedem Fall aber zu einer harten Strafe, kein "Täter-Opfer-Ausgleich", denn der ist ein Witz, die Täter lachen darüber; aber vielleicht Sozialstunden im Kiez.
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#8 YannickAnonym
  • 07.10.2019, 11:29h
  • Und Union und SPD befinden sich weiterhin in ihrem Dornröschen-Schlaf und ignorieren Realitäten.
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#9 BarcaAnonym
  • 07.10.2019, 17:03h
  • Antwort auf #3 von seb1983
  • Ich finde, dass gerade in Berlin die Polizei engagiert und konsequent ermittelt. Bisher sind alle von mir wegen Hasskriminalität im Internet, die von der Polizei Berlin bearbeitet wurden, mit Nachdruck bearbeitet worden, die spätere Verurteilungsrate wegen Volksverhetzung lag bei 95%, dann noch einige weitere wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten und Beleidigung. So ein Engagement würde ich mir mal bei uns im Bundesland wünschen, wo man von der Polizei sogar noch belächelt wird, wenn man dort erscheint. In anderen Bundesländern wird sogar noch wegen Beleidigung auf sexueller Grundlage ermittelt, diesen Tatbestand gibt es gar nicht (mehr). Also von der Polizei Berlin sollten sich einige Länder mal eine Scheibe abschneiden!
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#10 DunkelzifferAnonym
  • 07.10.2019, 18:15h
  • Antwort auf #9 von Barca
  • Ja, glücklicherweise erfahren wir in Berlin dank der Polizei vom wahren Ausmaß der Taten.

    Ich will gar nicht wissen, wie groß das Problem bundesweit ist.

    Aber dessen Erfassung wird ja von Union und SPD verhindert und entsprechende Anträge von Grünen und Linkspartei werden immer wieder von Union und SPD abgeschmettert.

    Wohl damit niemand das wahre Ausmaß erfährt...
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