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Berlin

Mittags am Hauptbahnhof: Schwules Paar beleidigt und geschlagen

Erneut meldet die Berliner Polizei eine Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund. Der 27 Jahre alte Tatverdächtige wurde vorübergehend festgenommen.


Der Vorfall ereignete sich auf dem Europaplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof (Bild: Roman Lashkin / flickr)

  • 6. Oktober 2019, 15:25h 13 2 Min.

Am Sonntagmittag kam es am Berliner Hauptbahnhof zu einer Körperverletzung und Beleidigung mit homophobem Hintergrund. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt am Sonntagnachmittag.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge war ein 25-Jähriger gegen 11.50 Uhr gemeinsam mit seinem 28 Jahre alten Lebenspartner am Europaplatz unterwegs. Plötzlich trat ein Mann an ihn heran. Dieser soll den 25-Jährigen erst homophob beleidigt und anschließend ins Gesicht geschlagen haben.

Am Tatort trafen zuerst Bundespolizisten ein und nahmen den mutmaßlichen Schläger vorläufig fest, wobei er einen Bundespolizisten bedrohte. Der Festgenommene im Alter von 27 Jahren wurde kurz darauf an Kollegen der Polizei Berlin übergeben. Diese nahmen seine Personalien auf und entließen ihn im Anschluss. Die Ermittlungen führt – wie bei Hasskriminalität üblich – der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin. Nähere Angaben zum Tatverdächtigen wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

Homophobe Attacke auch in Berlin-Mitte

Erst in der Nacht zu Samstag waren in Berlin-Mitte vier Männer aus einer Gruppe heraus geschlagen wurden, nachdem sie die Frage "Seid ihr schwul?" bejaht hatten. Drei der Angegriffenen erlitten leichte Verletzungen (queer.de berichtete).

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der deutschlandweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten forderten daraufhin die Bundesregierung auf, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen (queer.de berichtete). (pm/cw)

-w-

#1 KommentarlosAnonym
  • 06.10.2019, 18:34h
  • Was muss noch alles passieren, ehe die Politik endlich aufwacht?
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#2 N8Engel
  • 06.10.2019, 21:57hWenden
  • Mittags am Hauptbahnhof. Nicht abends. Mittags. an einem Ort an dem hunderte Menschen anzutreffen sind, wo es Videoüberwachung gibt. Übergriffe gegen LGBTIQ* scheinen so normal zu sein, das man unter solchen Umständen sicher ist. Da frage ich mich wie lange es noch dauert, bis der erste LGBTIQ* Treffpunkt brennt.
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#3 seb1983
  • 06.10.2019, 22:42h
  • Antwort auf #2 von N8Engel
  • Gewalt und Berlin gehören doch insbesondere dort inzwischen einfach zusammen, wenns Busfahrer, Polizisten, Schwarze und Juden trifft bekommen Sschwule halt auch ihren Anteil ab.
    Wenn überhaupt gibts dann ein Jahr später eine Gerichtsverhandlung und Bewährungsstrafe.
    Das einzige was noch ordentlich verfolgt wird ist Steuerhinterziehung, während auf der Straße ganz eigene Gesetze gelten.

    Andauernd nach der Politik zu rufen die doch bitte alles richten soll ist zwar gute deutsche Gartenzwerg Mentalität, es müssen aber erstmal die grundsätzlichen Hausaufgaben erledigt werden.
    Die Gesetze sind da! Setzt sie auch durch und duldet keine rechtsfreien Räume, angefangen bei den Schulen im öffentlichen Raum, im Internet.
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