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Homophobie

Uganda: Erneut LGBTI-Aktivist ermordet

Keine 24 Stunden, nachdem ein Kabinettsmitglied Homo- und Transsexuelle als "Terroristen" beschimpft hatte, wurde das Mitglied einer queeren Organisation brutal getötet.


Brian Wasswa ist bereits am Sonntag beerdingt worden

Der ugandische LGBTI-Aktivist Brian Wasswa ist nach einer homophoben Attacke in seinem eigenen Haus am Samstag seinen schweren Verletzungen erlegen. Er war ein Aktivist der Children of the Sun Foundation (COSF), die sich für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten sowie Sexarbeiter engagiert.

Laut COSF fielen Unbekannte am Freitagmorgen gegen 4.30 Uhr in Wasswas Haus in Jinja, einer rund 80.000 Einwohner zählenden Stadt im Südosten des Landes, ein. Sie attackierten ihr wehrloses Opfer mit einer Art Machete und fügten ihm zehn lebensbedrohliche Wunden an seinem Kopf bei. Am Samstag gab COSF bekannt, dass Wasswa seinen Verletzungen erlegen sei. Es sei "bestätigt" worden, dass es sich bei der Attacke um einen homophoben Angriff gehandelt habe, so die Organisation.

Dear members Brian is no more. He has passed on

Gepostet von Cosf Uganda am Samstag, 5. Oktober 2019
Facebook / Cosf Uganda

Die Attacke erfolgte nur einen Tag, nachdem ein hochrangiger Vertreter der Regierung Homo- und Transsexuelle in Verbindung mit Terrorismus gebracht hatte. Sicherheitsminister Elly Tumwine warnte im Fernsehen vor einer Terrororganisation. "Sie ist verbandelt mit LGBT und Krytowährungen und Dingen, die die anerkannte Ordnung der Dinge kaputtmachen wollen", so Tunwine.

Twitter / nbstv

Aus Uganda gibt es immer wieder Berichte über Gewalt gegen LGBTI. Die Regierung unter dem seit 1986 mit harter Hand regierenden Präsidenten Yoweri Museveni profiliert sich häufig mit Homophobie. Vergangenes Jahr beschuldigte Museveni etwa "den Westen", afrikanischen Staaten Homosexualität aufzwingen zu wollen (queer.de berichtete). Ironischerweise geht das Homo-Verbot in Uganda, das Schwulen und seit 2000 auch Lesben mit lebenslangen Haftstrafen droht, auf die britischen Kolonialherren zurück. Umfragen zufolge befürworten mehr als 90 Prozent der überwiegend christlichen Bevölkerung Ugandas den homophoben Kurs ihrer Regierung.

Dies führte bereits in der Vergangenheit zu Morden: Für große weltweite Schlagzeilen sorgte 2011 der Mord an dem Aktivisten David Kato, der in seinem eigenen Haus erschlagen wurde (queer.de berichtete). Zu diesem Zeitpunkt debattierten Politiker über die Einführung der Todesstrafe für Homosexuelle. (dk)

We take this opportunity to thank Brandon Queen Sheebah for the great work she is doing of taking care of our brother…

Gepostet von Cosf Uganda am Freitag, 4. Oktober 2019
Facebook / Cosf Uganda | Am Freitag riefen Aktivisten noch dazu auf, für den schwer verletzten Wasswa zu beten

Der von ersten Medienberichten übernommene Name des Getöteten in diesem Artikel wurde nachträglich in seiner Reihenfolge aus Vor- und Nachname geändert



#1 Alexander_FAnonym
  • 07.10.2019, 12:14h
  • Lest euch das gut durch. Das ist es nämlich, was uns erwartet, wenn die Christen die Gesellschaft ihrer Träume verwirklicht haben.

    Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie uns damals im Konfiunterricht immer vorgehalten würde, wie aktiv und vorbildlich die Menschen in Afrika "ihren Glauben leben" würden. Im Nachhinein klingt das in meinen Ohren wie eine Drohung.
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#2 Religioten-WachAnonym
  • 07.10.2019, 12:37h
  • Antwort auf #1 von Alexander_F
  • Exakt so, wie du es sagst, ist es tatsächlich!
    Wir müssen zumindest hier bei uns die Kette so kurz wie möglich halten, an der sie liegen.

    Uganda:
    Rund 85 % der Gesamtbevölkerung Ugandas sind Christen. Davon bekennt sich die überwiegende Anzahl entweder zur römisch-katholischen (39 %) oder zur anglikanischen Kirche (32 %). Fast 14 % der Ugander sind meist sunnitische Muslime.

    de.wikipedia.org/wiki/Uganda#Religionen
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#3 TimonAnonym
  • 07.10.2019, 15:43h
  • Das zeigt wieder mal, dass Worte aus Politik und Kirche ganz reale und dramatische Auswirkungen haben.

    Und so viel auch zur gerne in Deutschland verbreiteten These, rechtliche Gleichstellung würde gesellschaftliche Akzeptanz nicht beeinflussen. Denn umgekehrt gilt das ganz genauso.
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#4 FinnAnonym
  • 07.10.2019, 16:57h
  • Und dieses Regime wird auch mit deutschen Geldern an der Macht gehalten.

    Auch mit Steuergeldern von GLBTI. Auf unser Geld sind die nicht fies. Da ist es nicht der böse, verdorbene Westen.
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#5 AbschaumAnonym
  • 07.10.2019, 18:07h
  • Diese Hetzer der Worte sind keinen Deut besser als ihre Handlanger, die die Taten ausführen.

    Die haben Blut an ihren Händen. Und halten sich wohl auch noch für besonders gottesfürchtig.
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#6 queergayProfil
#7 Carsten ACAnonym
  • 07.10.2019, 18:38h
  • Schlimm.

    Ein Mensch, der nichts anderes getan hat, als sich für Liebe und Freiheit einzusetzen, wurde grausam ermordet. Mit staatlichem Segen bzw. sogar staatlicher Aufforderung.

    Das erinnert daran, wie die Nazis die Juden als "Ungeziefer" beschimpften. So eine Entmenschlichung liefert den Boden für solche Taten.

    Eigentlich sollten zivilisiertere Staaten sowas viel mehr anprangern und auch das Zahlen von Geldern von der Achtung minimalster Grundrechte abhängig machen.

    Aber was kann man schon von unserer schwarz-roten Bundesregierung erwarten? Die haben das Wegsehen zur Perfektion getrieben. Wenn Union und SPD im eigenen Land bei Gewalt und Hetze wegsehen, wird das denen in fernen Afrika erst recht egal sein.
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#8 stephan
  • 07.10.2019, 20:16h
  • Menschenfeindlichkeit von der widerlichsten Art! Wieder ein Opfer der Regierungshetze!

    Ironischerweise geht das Homo-Verbot in Uganda, das Schwulen und seit 2000 auch Lesben mit lebenslangen Haftstrafen droht, auf die britischen Kolonialherren zurück.

    Wer sagt den Afrikaner endlich einmal, dass die Missionare und Kolonialherren ihnen nur Schei*** erzählt haben, so dass die Menschen endlich damit aufhören, den geistigen Abfall der letzten Jahrhunderte der aus Europa exportiert wurde quasi als göttliche Offenbarungen oder als ihre afrikanische Tradition zu behandeln. Wer sagt es ihnen?
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#9 MarbellaAnonym
  • 07.10.2019, 20:31h
  • da sieht man mal wie ungebildete Menschen leicht steuerbar sind.

    Wie hieß es doch gleich? - Halt' du sie dumm, ich halt' sie arm.

    sehr leicht zu steuern, wenn man solche manipulationsmöglichkeiten hat....
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#10 Ana NymAnonym
  • 08.10.2019, 00:38h
  • Antwort auf #1 von Alexander_F
  • Du hast recht.
    Hinzu kommen viele Staaten mit dem Islam als Religion, dort ist der selbe Hass zu finden.
    Aber auch nichtreligöse, z.B. Neonazies in allen Staaten der Welt - sie leben davon Gruppen auszugrenzen! Dann sind da Indien, und China und die konservativen Käfte in Japan.
    Sie finden sich hinter denen ein, die gegen jede Entwicklung sind, Starre und sture Strukturen, Stillstand.
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