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Einzelkommentar zu:
LGBTI-Aktivisten: Rückständige Gesundheitsversorgung treibt trans* Personen in den Selbstmord


#23 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 18:41h
  • Antwort auf #21 von Loren
  • "Ist wahrscheinlich beruflich bedingt:"

    Ja, ich weiss von ihrer Beratungstätigkeit. Das ist ein Grund. Aber das ist nicht der einzige Grund.

    @Anonyma:
    "Das ist auch wirklich faszinierend. Ich kann mir in diesem Zusammenhang ja immer kaum verkneifen, an das Experiment mit den Hunden zur "erlernten Hilflosigkeit" zu denken..."

    Die Protagonisten der deutschen Transverbände können sich und ihr Transsein nur in Psychiatrischem Kontext denken. Sie haben die Narrative der Psychiatrie über sich tief internalisiert. Es ist so chronifiziert, dass sie das nicht einmal mehr realisieren. Die Psychiatrie bietet ihnen alles, was sie brauchen:
    Die "Erklärung" für ihr So-Sein, Das Selbstbild, das Verfahren und den (vermeintlichen) "Ausweg". Die "Lösung".

    Internalized Oppression.
    Was passiert, wenn unterdrückte Menschengruppen das stigmatisierende, pathologisierende und abwertende Bild einer "Mehrheit" über sich tief internalisieren? Wenn dieser Narrativ "unter die Haut geht"? Wenn man so sehr in diesem Gedankenkäfig lebt, dass man alles, was ausserhalb dieses Käfigs ist, nicht mehr denken kann - oder will? Menschen, die sich von innen verzweifelt an die Käfigstäbe klammern, selbst dann, wenn man ihnen die Käfigtür öffnet und sagt "Komm doch einfach raus. Guck mal, was es hier draussen alles gibt".

    In diesem Moment der Internalisierung übernehmen die Unterdrückten die Arbeit der Unterdrückenden und setzen die Stigmatisierung, Abwertung, vermeintliche Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit stellvertretend für die Unterdrückenden selbstständig für sich um und tradieren sie.

    Das geht dann soweit, dass daraus ein "Recht" abgeleitet wird.

    Die Protagonisten der deutschen Transvertretungen können Trans-Rechte nur innerhalb des nicht hinterfragten Rahmens der Medikalisierung denken. Sie kommen nicht einmal auf die Idee, Trans OHNE MEDIKALISIERUNG zu denken. Das können sie nicht.

    Ich weiss das. Ich habe vor Jahren mit all diesen Menschen gesprochen. Sie haben nicht einmal verstanden, wovon ich rede. Sie konnten das nicht einmal denken. Mich starrten leere, ausdrucklose Augen an. Am Ende wurde ich als Bedrohung für ihre "Realitäten" wahrgenommen. Error.

    Das Problem in Deutschland ist diese lückenlose, umfassende und bedingungslose Verstrickung mit der pathologisierenden Psychiatrie. Die Tentakel der Psychiatrie-Krake reichen in Deutschland bis in jede einzelne SHG. Von den Leiter*innen der SHGs wird dieser Psychiatrie-Narrativ tradiert und alle werden wie mit einem Trichter der Psychiatrie zugeführt.

    Die "Gender Kompetenz Zentren (Gender-KZs) schliessen die Tür hinter den deutschen Transmenschen endgültig. Wer wissen will, in welcher Katastrophe das endet, muss z.B. nur nach Dänemark schauen, wo das bereits umgesetzt ist.

    Diese Tatsachen zu benennen, gilt in diesen Strukturen als Sakrileg. Es ist tabu. Die deutschen Transverbände funktionieren nach innen wie Sekten. Es gibt ein "geschlossenes" Weltbild und Selbstbild. Alles, was dieses Bild bedroht, muss ferngehalten werden.

    Ein vermeintliches herbeiphantasiertes "Recht auf Therapie" ist das exakte Gegenteil von Transgender Human Rights. Die sehen ein einfaches Consent-Verfahren vor.

    Die deutschen Transverbände sehen die "Sexualmedizin" tatsächlich als ihre Verbündeten. Im wahrsten Sinne als "natürliche" Verbündete.

    Die deutschen Transverbände verstehen "Transgender Human Rights" nicht. Und sie verstehen auch nicht, dass man sich die Abschaffung des TSG auch gleich sparen könnte, wenn man solche Strukturen etabliert. Denn das ist ein Rückschritt in tiefste dunkelste Zeiten. Eine historische Katastrophe.

    Seit ich hier schreibe, schreibe ich gegen die toxischen Narrative der Psychiatrie an und versuche, allen zu verdeutlichen, dass nicht das TSG sondern die Psychiatrie das Problem ist. Was nutzt es, wenn man seinen Namen und Personenstand im Idealfall irgendwann einfach per Formblatt ändern kann, aber dann in so ein System gerät-?

    Von daher war meine Frage "Wie hat die Sexualmedizin Mari Günter dazu bekommen, so etwas zu sagen" eher rhetorisch gemeint.
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