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Einzelkommentar zu:
LGBTI-Aktivisten: Rückständige Gesundheitsversorgung treibt trans* Personen in den Selbstmord


#83 Anonyma
  • 14.10.2019, 00:58h
  • Antwort auf #81 von TheDad
  • "Zeig doch einfach mal wie das geht ! Denn in Strukturen gefangen sein IST Teil dieser Lähmung, die dann unfähig macht Neues aufzubauen.."

    Den Ausweg aus diesem Dilemma hat schon der olle Kant 1784 recht treffend zusammengefasst:

    "Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!"

    Nochmal die wichtigsten "Randbedingungen":

    - Das Wissen liegt förmlich auf der Straße. Jeder, der ein Mobiltelefon, ein Tablet oder einen Computer hat, kann es abrufen.
    - Wir werden hier in Deutschland weder mit Gefängnis noch mit dem Tod bedroht.

    Warum also sind wir "gefangen in Strukturen"? Dazu nochmal Kant:

    "Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."

    und:

    "Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es Anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt, u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft schon für mich übernehmen. Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit, außer dem daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben."

    Das ganze Dilemma mitsamt seiner Lösung ist also in einer speziell auf unsere historisch-kulturellen Bedingungen zugeschnittenen Form bereits seit fast auf den Tag genau 235 Jahren bekannt. Noch nicht mal die "Vormünder" haben sich seit damals großartig geändert, sie nennen sich heute bloß anders: Psychiater. Alles, was offensichtlich noch (immer?) fehlt, ist der Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen. Sapere aude!

    gutenberg.spiegel.de/buch/beantwortung-der-frage-was-ist-auf
    klarung-3505/1
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