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Kommentare zu:
LGBTI-Aktivisten: Rückständige Gesundheitsversorgung treibt trans* Personen in den Selbstmord


#21 LorenProfil
#22 Anonyma
  • 10.10.2019, 18:34h
  • Antwort auf #19 von trans naysayer
  • "Headline:
    "BVT* sieht Therapie von Transmenschen und Zwangseinweisungen in Gender-Kompetenz-Zentren (Gender-KZs) durch das Konversions-Therapie-Verbot bedroht. Er fordert dringende Nachbesserungen.""

    Wenn der BVT* denn wenigstens wirklich mal so ehrlich wäre... Aber auch eine solche Headline wird es nie geben, denn eine Bedrohung der "Trans-Therapie" - ähm - "Trans-Begleitung" durch ein Konversions-Therapie-Verbot wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit durch die von Dir weiter oben erwähnte Klüngelei hinter verschlossenen Türen bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden. Korrekterweise hätte meine kleine Schlagzeilen-Phantasie also lauten müssen: "Trans Menschen schockiert: Trotz Konversions-Therapie-Verbot werden sie noch immer therapiert!". Mein Fehler...

    "Circles. Der Kreis schliesst sich immer wieder an der gleichen Stelle: Selbstbild!"

    Absolute Zustimmung... Allerdings gibt es da noch diesen winzig kleinen Strohhalm Hoffnung, an den ich mich klammere: In einem Land wie Deutschland, das über eine so ausgeprägte und umsatzstarke Sozialindustrie verfügt, sollte man immer auch die Frage stellen "Who profits?". Und wenn da dann die entsprechenden (finanziell motivierten) Verstrickungen - Annette Güldenring als Leiterin einer Transgenderambulanz, Mari Günther als "Systemische Transgender-Beraterin", die Krise der deutschen Sexualmedizin etc. pp. - ans Tageslicht kommen, dann besteht vielleicht doch noch eine klitzekleine Hoffnung, dass der Ärger der "Betroffenen" darüber, im Grunde nur Melkkuh der Sozialindustrie zu sein, das Selbstbild überflügelt und sie wenigstens einen kleinen Aufstand anzetteln... Oder erwarte ich da schon wieder zu viel?
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#23 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 18:41h
  • Antwort auf #21 von Loren
  • "Ist wahrscheinlich beruflich bedingt:"

    Ja, ich weiss von ihrer Beratungstätigkeit. Das ist ein Grund. Aber das ist nicht der einzige Grund.

    @Anonyma:
    "Das ist auch wirklich faszinierend. Ich kann mir in diesem Zusammenhang ja immer kaum verkneifen, an das Experiment mit den Hunden zur "erlernten Hilflosigkeit" zu denken..."

    Die Protagonisten der deutschen Transverbände können sich und ihr Transsein nur in Psychiatrischem Kontext denken. Sie haben die Narrative der Psychiatrie über sich tief internalisiert. Es ist so chronifiziert, dass sie das nicht einmal mehr realisieren. Die Psychiatrie bietet ihnen alles, was sie brauchen:
    Die "Erklärung" für ihr So-Sein, Das Selbstbild, das Verfahren und den (vermeintlichen) "Ausweg". Die "Lösung".

    Internalized Oppression.
    Was passiert, wenn unterdrückte Menschengruppen das stigmatisierende, pathologisierende und abwertende Bild einer "Mehrheit" über sich tief internalisieren? Wenn dieser Narrativ "unter die Haut geht"? Wenn man so sehr in diesem Gedankenkäfig lebt, dass man alles, was ausserhalb dieses Käfigs ist, nicht mehr denken kann - oder will? Menschen, die sich von innen verzweifelt an die Käfigstäbe klammern, selbst dann, wenn man ihnen die Käfigtür öffnet und sagt "Komm doch einfach raus. Guck mal, was es hier draussen alles gibt".

    In diesem Moment der Internalisierung übernehmen die Unterdrückten die Arbeit der Unterdrückenden und setzen die Stigmatisierung, Abwertung, vermeintliche Hilfsbedürftigkeit und Abhängigkeit stellvertretend für die Unterdrückenden selbstständig für sich um und tradieren sie.

    Das geht dann soweit, dass daraus ein "Recht" abgeleitet wird.

    Die Protagonisten der deutschen Transvertretungen können Trans-Rechte nur innerhalb des nicht hinterfragten Rahmens der Medikalisierung denken. Sie kommen nicht einmal auf die Idee, Trans OHNE MEDIKALISIERUNG zu denken. Das können sie nicht.

    Ich weiss das. Ich habe vor Jahren mit all diesen Menschen gesprochen. Sie haben nicht einmal verstanden, wovon ich rede. Sie konnten das nicht einmal denken. Mich starrten leere, ausdrucklose Augen an. Am Ende wurde ich als Bedrohung für ihre "Realitäten" wahrgenommen. Error.

    Das Problem in Deutschland ist diese lückenlose, umfassende und bedingungslose Verstrickung mit der pathologisierenden Psychiatrie. Die Tentakel der Psychiatrie-Krake reichen in Deutschland bis in jede einzelne SHG. Von den Leiter*innen der SHGs wird dieser Psychiatrie-Narrativ tradiert und alle werden wie mit einem Trichter der Psychiatrie zugeführt.

    Die "Gender Kompetenz Zentren (Gender-KZs) schliessen die Tür hinter den deutschen Transmenschen endgültig. Wer wissen will, in welcher Katastrophe das endet, muss z.B. nur nach Dänemark schauen, wo das bereits umgesetzt ist.

    Diese Tatsachen zu benennen, gilt in diesen Strukturen als Sakrileg. Es ist tabu. Die deutschen Transverbände funktionieren nach innen wie Sekten. Es gibt ein "geschlossenes" Weltbild und Selbstbild. Alles, was dieses Bild bedroht, muss ferngehalten werden.

    Ein vermeintliches herbeiphantasiertes "Recht auf Therapie" ist das exakte Gegenteil von Transgender Human Rights. Die sehen ein einfaches Consent-Verfahren vor.

    Die deutschen Transverbände sehen die "Sexualmedizin" tatsächlich als ihre Verbündeten. Im wahrsten Sinne als "natürliche" Verbündete.

    Die deutschen Transverbände verstehen "Transgender Human Rights" nicht. Und sie verstehen auch nicht, dass man sich die Abschaffung des TSG auch gleich sparen könnte, wenn man solche Strukturen etabliert. Denn das ist ein Rückschritt in tiefste dunkelste Zeiten. Eine historische Katastrophe.

    Seit ich hier schreibe, schreibe ich gegen die toxischen Narrative der Psychiatrie an und versuche, allen zu verdeutlichen, dass nicht das TSG sondern die Psychiatrie das Problem ist. Was nutzt es, wenn man seinen Namen und Personenstand im Idealfall irgendwann einfach per Formblatt ändern kann, aber dann in so ein System gerät-?

    Von daher war meine Frage "Wie hat die Sexualmedizin Mari Günter dazu bekommen, so etwas zu sagen" eher rhetorisch gemeint.
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#24 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 19:30h
  • Antwort auf #22 von Anonyma
  • "Oder erwarte ich da schon wieder zu viel?"

    Ich wünschte, Du könntest jetzt mein Gesicht sehen. Das würde jedes weitere Wort erübrigen. Ich habe gerade dieses unverbindliche Lächeln im Gesicht.

    Es gibt nur einen Weg: Emanzipation. Dazu gehört auch Emanzipation von diesen Strukturen.

    Offensichtlich ist das von den Protagonisten der Verbände nicht zu erwarten. Right?

    Das muss von "unten" kommen.

    Change doesnt come to those who wait. Change comes to those who do.
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#25 TransMumAnonym
  • 10.10.2019, 19:58h
  • Antwort auf #23 von trans naysayer
  • "Die Protagonisten der deutschen Transvertretungen können Trans-Rechte nur innerhalb des nicht hinterfragten Rahmens der Medikalisierung denken. Sie kommen nicht einmal auf die Idee, Trans OHNE MEDIKALISIERUNG zu denken. Das können sie nicht."

    Mich würde einmal genau interessieren was Du mit" medikalisierung" meinst.
    Für mich ist sehr klar das Trans* sehr viele Wege einschließt. Non-binary (mit/ohne OP), trans* mit/ohne hrt und mit/ohne GaOP und alles was ich vergessen habe. Und alle Wege sind Trans* genug.
    Oder meinst Du Psychopharmaka und Antidepressiva?
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#26 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 20:37h
  • Antwort auf #25 von TransMum
  • "Mich würde einmal genau interessieren was Du mit" medikalisierung" meinst."

    Vereinfacht ausgedrückt:
    Medikalisierung ist die Tendenz von Gesellschaften, selbst alltägliche Prozesse des Lebens unter die Definitions-Hoheit der Medizin zu stellen durch Verantwortungs-Übertragung an Ärzte und Gesundheits-Systeme. Damit werden Lebensumstände oder Dinge, die komplexen Lebensumständen unterliegen, pathologisiert und der "Behandlung" durch die Medizin/Psychiatrie zugeführt.

    Z.B. gesunde Menschen, die einfach nur sind, was sie sind. Aber nicht so sind wie sie "sein sollen". Z.B. Du, weil Du trans bist.

    de.wikipedia.org/wiki/Medikalisierung
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#27 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 20:58h
  • Antwort auf #25 von TransMum
  • P.S.

    @Anonyma hat in diesem Forum mal geschrieben:
    "In demokratischen Gesellschaften gibt es nur eine Möglichkeit, Menschen, die nicht straffällig geworden sind, zu stigmatisieren. Indem man sie pathologisiert und psychiatrisiert."

    Da Du trans bist, wirst Du deshalb der Medizin/Psychiatrie, ihrer Definitions-Gewalt, "Behandlung" und ihren "Therapie-Zielen" übergeben. Du wirst der Medikalisierung zugeführt.

    Im Fall von trans erzwingt man diese Medikalisierung mit der Zwangs-Therapie. Gesellschaftliche Kontrolle durch Übergabe an und Aufsicht durch die Medizin/Psychiatrie.
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#28 trans naysayerAnonym
#29 trans naysayerAnonym
  • 10.10.2019, 21:21h
  • Antwort auf #25 von TransMum
  • #23 @trans naysayer:
    "Ein vermeintliches herbeiphantasiertes "Recht auf Therapie" ist das exakte Gegenteil von Transgender Human Rights. Die sehen ein einfaches Consent-Verfahren vor."

    Ein einfaches Consent-Verfahren beim ZUgang zu gewünschten medizinischen Leistungen würde also die Transmenschen von der Medikalisierung - und damit der Pathologisierung - befreien.
    Deshalb wird das auch in allen internationalen Resolutionen so für Transmenschen gefordert.

    Consent-Verfahren heisst:
    Selbstbestimmte Entscheidungen ohne die Einflussnahme Dritter (z.B. der Sexualmedizin oder des Staates) -> Einfache Aufklärung über medizinische Eingriffe und ihre Folgen, wie bei jedem anderen medizinischen Eingriff auch -> Einwilligung des Patienten durch Unterschrift. Fertig.

    So, jetzt bin ich aber fertig. :-)))
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#30 TransMumAnonym

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