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USA

Montgomery wählt LGBTI-freundlichen Bürgermeister

Erstmals in zwei Jahrhunderten wurde ein afroamerikanischer Bürgermeister in der Hauptstadt von Alabama gewählt. Steven Reed spielte zudem bei der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben eine große Rolle.


Steven Reed gewann die Stichwahl mit zwei Dritteln der Stimmen (Bild: Steven Reed for Motgomery)

  • 10. Oktober 2019, 11:18h, noch kein Kommentar

Die als Geburtsort der US-Bürgerrechtsbewegung geltende Stadt Montgomery hat am Dienstag erstmals in ihrer 200-jährigen Geschichte einen afroamerikanischen Bürgermeister gewählt. Der Demokrat Steven Reed profilierte sich zudem als Verteidiger von Homosexuellenrechten. "Bei dieser Wahl ging es nie um mich", sagte der 45-Jährige nach seinem Wahlsieg in der Hauptstadt des Bundesstaats Alabama. "Es ging um all die Hoffnungen und Träume, die wir als Individuen und Gemeinschaft in dieser Stadt haben."

Reed siegte lokalen Medienberichten zufolge in der Stichwahl mit mehr als 67 Prozent der Stimmen gegen seinen Rivalen David Woods, den Besitzer eines lokalen Fernsehsenders, und soll sein Amt am 12. November antreten.

Der Jurist war der erste Richter im ultrakonservativen Alabama, die im Jahr 2015 Heiratsurkunden für gleichgeschlechtliche Paare ausstellten. Er galt damit als prominentester Gegenspieler von Roy Moore, der damals Chefrichter am Obersten Gerichtshof von Alabama war. Moore hatte trotz einer gegenteiligen Entscheidung des Supreme Court in Washington, D.C. angeordnet, am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festzuhalten (queer.de berichtete). Trotz der Anweisung von Moore gab Reed Eheurkunden an gleichgeschlechtliche Paare aus. In Interviews zeigte er sich kampflustig gegenüber Moore. So sagte er: "Wir werden der Anweisung von Roy Moore nicht folgen, sondern ihn einfach ignorieren. Er ist nur der alte Roy – so ist er halt." Moore stolperte später über einen Missbrauchsskandal – und verlor die Senatswahl gegen einen linksliberalen Demokraten. Für Alabama galt dies als Sensation (queer.de berichtete).

Unterstützung von LGBTI-Aktivisten

Reed war wegen seines Einsatzes für LGBTI-Rechte auch von der größten queeren US-Organisation Human Rights Campaign (HRC) unterstützt worden. "Steven Reed ist der einzige Bürgermeisterkandidat, der mit Sicherheit ein Verbündeter der städtischen LGBTQ-Community ist", erklärte HRC-Sprecherin Carmarion D. Anderson. "Reed hat seit längeren laut und öffentlich für die LGBTQ-Community gesprochen."

Direktlink | Werbespot für Steven Reed

In Montgomery leben 200.000 Menschen, 60 Prozent der Einwohner sind Afroamerikaner. Die Stadt gilt als Geburtsort der US-Bürgerrechtsbewegung, seitdem sich dort die US-Bürgerrechtlerin Rosa Parks am 1. Dezember 1955 weigerte, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen weißen Mann zu räumen, und verhaftet wurde. Der Bürgerrechtsaktivist Martin Luther King predigte in einer baptistischen Kirche in Montgomery – außerdem fanden damals in der Stadt Proteste gegen die Rassentrennung in den USA statt. (AFP/dk)