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Meinungsfreiheit

Marielle Franco für Sacharow-Preis nominiert

Die im vergangenen Jahr ermordete Stadträtin aus Rio de Janeiro ist nach 31 Jahren die erste LGBTI-Anwärterin auf die Auszeichnung des Europäischen Parlaments.


Die linke lesbische Stadträtin und LGBTI-Aktivistin Marielle Franco wurde am 14. März 2018 in Rio de Janeiro ermordet (Bild: justiceformarielle.com)

Die ermordete Stadträtin Marielle Franco sowie zwei weitere Aktivisten aus Brasilien zählen zu den diesjährigen Anwärtern auf den Sacharow-Preis für Meinungsfreiheit des Europäischen Parlaments. Nominiert wurden außerdem der inhaftierte Uigure Ilham Tohti und fünf kenianische Jugendliche, die gegen die Beschneidung von Mädchen kämpfen, wie das EU-Parlament am Dienstag mitteilte.

Franco ist die erste LGBTI-Anwärterin in der 31-jährigen Geschichte des Preises. Der ungeklärte Mord an der schwarzen lesbischen Aktivistin aus Rio de Janeiro liegt wie ein Schatten über Brasiliens Menschenrechtslage: Im März 2018 waren die damals 38-jährige Stadträtin und ihr Fahrer von Unbekannten getötet worden. Franco hatte als Shooting-Star gegolten und sich in den Favelas gegen Gewalt und Korruption sowie für LGBTI-Rechte engagiert.

Warnung an Präsident Bolsonaro

"Mit dieser Nominierung tritt das Europäische Parlament entschieden gegen zunehmende und inakzeptable Gewalt gegen LGBTI-Personen in Brasilien und auf der ganzen Welt ein", erklärte die grüne EU-Abgeordnete und Co-Vorsitzende der LGBTI Intergroup, Terry Reintke. "Es ist außerdem eine starke Botschaft an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – wie Präsident Bolsonaro -, die Gewalt gegen LGBTI-Personen dulden. Wir werden dies nicht länger akzeptieren."

Ebenfalls für den diesjährigen Sacharow-Preis nominiert war der schwule brasilianische Ex-Abgeordnete Jean Wyllys, der nach der Wahl Bolsonaros ins deutsche Exil flüchtete - er verzichtete jedoch auf die Ehre, um anderen Aktivisten den Vortritt zu lassen. Anwärter aus Brasilien sind neben Marielle Franco der Häuptling Raoni Metuktire sowie die Umweltaktivistin Claudelice Silva dos Santos aufgrund ihres Kampfes gegen die Abholzung im Amazonasgebiet.

Der in China inhaftierte Wissenschaftler Tohti setzt sich für eine Verbesserung der Situation der uigurischen Minderheit in der Volksrepublik ein. Er war 2014 wegen Separatismus zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die fünf Schülerinnen aus Kenia wurden für ihren Einsatz gegen die Genitalverstümmelung nominiert. Sie haben eine Smartphone-App entwickelt, um betroffene Mädchen zu unterstützen.

Verleihung am 18. Dezember

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte Preis wurde 1988 ins Leben gerufen. Er wird jährlich vom Europäischen Parlament an Menschen verliehen, die sich weltweit "in besonderer Weise für die Menschenrechte eingesetzt haben". Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 18. Dezember in Straßburg während der letzten Plenarsitzung des Jahres verliehen. (cw/AFP)



#1 HerzPeaceVoltEhemaliges Profil
  • 11.10.2019, 07:16h
  • Da steckt Rassismus dahinter. In Brasilien wird eine kämpferische, dunkelhäutige Frau, die die Machtstrukturen im System kritisiert, nicht geduldet.
    Die Favelas werden kriminalisiert und wer sich dem entgegen stellt - boom. Auch viele Jugendliche sind ermordet worden.

    Mittlerweile gibt es eine andere Frau, die den Kampf von Frau Franco fortsetzt. Frau Franco ist durch die Ermordung zum Symbol für den Kampf für Menschenrechte geworden.

    Mein Respekt für sie :-)
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