Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34654

CNN Town Hall Meeting

Demokratische Kandidaten bekennen sich live im TV zu LGBTI-Rechten

Der Nachrichtensender CNN schaufelte seine gesamte Primetime frei, um mit neun demokratischen Präsidentschaftsbewerbern über LGBTI-Themen zu sprechen.


Die neun Teilnehmer des Town Hall Meetings (von links oben nach rechts unten): Joe Biden, Corey Booker, Pete Buttigieg, Julián Castro, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Beto O'Rourke, Tom Steyer und Elizabeth Warren (Bild: CNN)

In einem sogenannten Town Hall Meeting befragten amerikanische Wähler am Donnerstag zwischen 19.30 Uhr und 24.00 Uhr (Ostküstenzeit) live im Fernsehen neun Präsidentschaftsbewerber der Demokraten zu Themen, die Lesben, Schwule, Transpersonen und Intersexuelle betreffen. Alle Kandidaten sprachen sich darin für eine Verbesserung der rechtlichen Lage von LGBTI aus und kritisierten die Regierung von US-Präsident Donald Trump.

An der CNN-Sendung nahmen alle Favoriten teil – mit Ausnahme von Senator Bernie Sanders, der in den letzten Tagen zwei Schicksalsschläge hinnehmen musste: Er erlitt einen Herzinfarkt und seine Schwiegertochter verstarb kurz nach einer Krebsdiagnose. Ihre Teilnahme abgelehnt hatten ferner zwei weniger aussichtsreiche Kandidaten: der Geschäftsmann Andrew Yang und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, die Anfang der Nullerjahre als junge Frau für die homophobe Organisation ihres Vaters gearbeitet hatte und für die "Heilung" Schwuler und Lesben warb. Sie gab im Wahlkampf an, ihre Position inzwischen grundlegend geändert zu haben. Beide nannten angebliche Terminschwierigkeiten als Grund für die Absage.

Jeder Kandidat konnte nacheinander in 30 Minuten Stellung nehmen zu Themen wie HIV-Prävention, Hassverbrechen gegen LGBTI oder Diskriminierung am Arbeitsplatz. Im Vorfeld hatten bereits drei Kandidaten detaillierte Pläne zu LGBTI-Rechten vorgestellt – dabei handelte es sich um den offen schwulen Bürgermeister Pete Buttigieg, die linke Senatorin Elizabeth Warren sowie um Senatorin Kamala Harris.

Judy Shepard befragte Joe Biden

Der augenblicklich nach Umfragen führende Joe Biden hatte seine erste Frage von Judy Shepard erhalten, der Mutter des 1999 wegen seiner Homosexualität ermordeten Studenten Matthew Shepard. Die unermüdliche Aktivistin wollte wissen, was Biden gegen Hassverbrechen tun wolle. Der 76-Jährige versprach, mehr Geld für Strafverfolgungsbehörden zu investieren, um "terroristische Gruppen" zu beobachten, die LGBTI bedrohten.

Twitter / CNN

Buttigieg, der bislang einzige offen schwule Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der Demokratischen Partei, sprach auch über seinen christlichen Glauben. Dass er seinen Mann Chasten geheiratet habe, habe ihn "näher zu Gott" gebracht, so der 37-Jährige. Elizabeth Warren lieferte einen viralen Moment, als sie auf die Frage, was sie einem religiösen Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe sagen würde, mit den Worten antwortete: "Heiraten Sie einfach eine Frau. Das finde ich cool – vorausgesetzt, Sie finden eine."

Twitter / ewarren

Auch mehrere Transpersonen fragten die Kandidaten nach ihren Haltungen. Der 20-jährige Gavin Grimm, der in seiner Schule wegen seiner Geschlechtsidentität diskriminiert worden war und deshalb vor Gericht zog und zunächst gewann, wollte etwa wissen, ob sich Corey Booker für einen Diskriminierungsschutz im Bildungssystem einsetze. Booker antwortete: "Als Ihr Präsident werde ich dafür jeden Tag mit wilder Entschlossenheit und einem Dringlichkeitsbewusstsein kämpfen."

Proteste von schwarzen trans Aktivistinnen

Während in der Livesendung gerade Beto O'Rourke interviewt wurde, unterbrach die Trans-Aktivistin Blossom Brown die Debatte, als sie das Mikrofon von einer Fragestellerin – der Mutter eines transsexuellen Kindes – abnahm und erklärte: "Schwarze Transfrauen werden in diesem Land getötet und CNN hat schwarze Transfrauen zum letzten Mal ignoriert". Moderator Don Lemon erklärte daraufhin: "Der Grund, warum wir hier sind, ist Menschen wie Ihnen Gehör zu verschaffen."

Twitter / alexsalvinews

Mehrere weitere trans Aktivisten wollten auf ihr Schicksal aufmerksam machen. Der Auftritt von Buttigieg wurde ebenfalls von Demonstranten unterbrochen, die Transparente zeigten und "Trans Lives Matter" skandierten. Beim Auftritt von Senatorin Kamala Harris schrie eine Zuschauerin: "Wie bringen wir diese Männer dazu, farbige trans Frauen nicht mehr zu töten? Wir werden gejagt."

Laut Forschern des Williams Institute der University of California in Los Angeles sind neun Millionen LGBTI-Amerikaner für die Wahl registriert. Bei einem knappen Wahlausgang könnten sie das Zünglein an der Waage sein.

Laut aktuellen Umfragen liefern sich Joe Biden und Elizabeth Warren derzeit im innerparteilichen Vorwahlkampf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Angaben von "Real Clear Politics" sprechen sich im Augenblick 28 Prozent der Demokraten für Biden aus und 26 Prozent für Warren. Dahinter folgen Bernie Sanders (15 Prozent), Pete Buttiegieg und Kamala Harris (je 5 Prozent) sowie Andrew Yang (3 Prozent). Alle anderen Kandidaten liegen unter zwei Prozentpunkten.

Die Vorwahlen beginnen am 3. Februar 2020 in Iowa. Sie ziehen sich bis Mitte Juni hin. Die Präsidentschaftswahl findet dann am 3. November statt. Laut Wettbüros ist Donald Trump derzeit nach wie vor Favorit auf den Sieg, allerdings sind seine Werte im Zuge mehrerer Skandale zuletzt zurückgegangen.



#1 GerritAnonym
  • 11.10.2019, 16:43h
  • Gut, dass sich alle Präsidentschafts-Anwärter der Demokraten zu LGBTI-Rechten bekennen.

    Wollen wir hoffen, dass der Spuk der Republikaner bald vorbei ist und wieder Moderne, Freiheit und der Geist der US-Verfassung in den USA regieren.

    Am besten fand ich den Kommentar von Elizabeth Warren:
    "Was sagen Sie einem Wähler, der der Meinung ist, dass aus religiösen Gründen ein Mann eine Frau heiraten sollte?" - "Dass er eine Frau heiraten soll."

    Dieser eine Satz sagt alles:
    Die sollen ruhig das machen, was sie für richtig halten (solange sie niemand anderen damit schaden). Aber sie sollen aufhören, anderen ihren Willen diktieren zu wollen und denen dieselbe Freiheit zugestehen. Denn es betrifft deren Leben gar nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 PetterAnonym
  • 11.10.2019, 17:55h
  • Antwort auf #1 von Gerrit
  • Selbst wenn einer/eine von denen nächster Präsident werden sollte (was ich natürlich auch hoffe), so ist der Schaden, den die aktuelle Regierung hinterlässt, dermaßen groß, dass es Jahre oder gar Jahrzehnte dauern wird, bis das alles wieder gekittet ist.

    Aber je früher damit begonnen wird, desto besser...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AlbrechtAnonym
  • 11.10.2019, 18:22h
  • Schon seit seinen Lügen zur Zuschauerzahl bei seiner Amtseinführung macht Trump nur mit Lügen, Betrügen, Manipulieren und Faktenverdrehen von sich reden. Und nebenher hetzt und spaltet er.

    Der hat politisch, wirtschaftlich, sozial und kulturell schon genug angerichtet. Aber dass der auch noch Atomwaffen und das Militär kontrolliert, macht mir Angst.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 FinnAnonym
#5 DramaQueen24Profil
  • 12.10.2019, 06:27hBerlin
  • Ganz ehrlich? Ich glaube, den meisten KandidatInnen geht es weniger um unsere Rechte, als vielmehr darum, unsere Stimmen zu bekommen, um demokratischer Kandidat gegen Trump zu sein. Das jemand von denen es ernst meint, traue ich nur Pete und Mrs Harris zu.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TheDadProfil
  • 12.10.2019, 12:07hHannover
  • Antwort auf #5 von DramaQueen24
  • ""Ganz ehrlich? Ich glaube, den meisten KandidatInnen geht es weniger um unsere Rechte, als vielmehr darum, unsere Stimmen zu bekommen, um demokratischer Kandidat gegen Trump zu sein.""..

    Um ein aussichtsreicher Kandidat gegen den derzeitigen Präsidenten-Darsteller zu sein ist es weder Ehrenrührig um die Stimmen von Minderheiten zu werben, noch sie dann auch am Ende zu erhalten !

    Zumal bei (nicht nur Deiner !) Deiner konservativen Haltung zur Politik und zur Gesellschaft ja schon ein Stoppen der Pläne der Trump-Administration ein "sehr großer Sieg" für die Gesellschaften in den US-Bundesstaaten herauskommt..
  • Antworten » | Direktlink »
#7 DramaQueen24Profil
  • 12.10.2019, 13:00hBerlin
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • TheDad, im Gegensatz zu Dir habe ich in den USA gelebt, und kenne die amerikanische Mentalität. Zudem habe ich das Town Hall Meeting auf CNN gesehen, und die Körpersprache einiger Kandidaten analysiert. Denn die verrät mehr, als das, was man sagt. Biden zum Beispiel hat durch seine Körperhaltung gezeigt, dass zwischen Reden und Denken Welten liegen. Würde er Präsident werden, würde er seine Versprechen sehr schnell "vergessen."
    Ich will den Wechsel, will einen Demokraten (am besten eine Frau) im Weißen Haus. Nur, es muss die richtige Person sein, jemand, der oder die zu dem Wort steht, das er oder sie gegeben hat.
    Meiner Meinung hat am besten jemand die Chance dazu, der so wenig mit dem politischem Establishment vernetzt ist, weil dadurch auch junge und konservative Wähler gewonnen werden.
    Übrigens, ich bin links, nicht konservativ, war in der Linkspartei:

    www.die-linke-reinickendorf.de/ueber-uns/chronik/wer-ist-wer
    /


    Ich verließ die Partei (aber nicht meine politische Einstellung), weil auch diese Partei feministisch redet, aber patriarchalisch handelt, vor allem, wenn es um Posten geht.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FinnAnonym
  • 12.10.2019, 14:26h
  • Antwort auf #7 von DramaQueen24
  • ---------------------------
    Biden zum Beispiel hat durch seine Körperhaltung gezeigt, dass zwischen Reden und Denken Welten liegen. Würde er Präsident werden, würde er seine Versprechen sehr schnell "vergessen."
    --------------------------

    Scheinbar hast DU vergessen, wie sehr Biden sich auch als Vizepräsident unter Obama für LGBTI-Themen eingesetzt hat.

    Im übrigen ist es Linie der Demokratischen Partei, sich auch um LGBTI-Rechte zu kümmern, weil sie wissen, dass das ein wichtiger Teil ihrer Wählerschaft ist. Da kann kein Kandidat komplett von abweichen.

    Und die wollen ja auch wiedergewählt werden.

    Ob die am Ende LGBTI-Rechte aus Überzeugung oder aus Taktik umsetzen, ist mir egal. Solange es nur passiert.

    Und jeder einzelne von denen wäre tausendmal besser als die aktuelle Situation.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 KerzmanProfil
  • 12.10.2019, 20:46hPrinceton
  • Antwort auf #8 von Finn
  • >>> Scheinbar hast DU vergessen, wie sehr Biden sich auch als Vizepräsident unter Obama für LGBTI-Themen eingesetzt hat. <<<

    Und er hat einen zögerlichen Obama im Jahre 2013 davon überzeugt, die Ehe für alle hier in den U.S.A. zu unterstützen. Es ist also unredlich, Biden aufgrund irgendwelcher Merkmale seiner >Körpersprache< (siehe Gerlindes Kommentar weiter oben) als unglaubwürdig zu diffamieren; mir ist jedenfalls keine Äußerung und/oder Handlung von ihm bekannt, die ihn re Community-Rechten disqualifizieren würde.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 TheDadProfil
  • 13.10.2019, 13:40hHannover
  • Antwort auf #7 von DramaQueen24
  • ""TheDad, im Gegensatz zu Dir habe ich in den USA gelebt, und kenne die amerikanische Mentalität. Zudem habe ich das Town Hall Meeting auf CNN gesehen, und die Körpersprache einiger Kandidaten analysiert.""..

    Überflüssiges Beiwerk..
    Denn Du weißt nicht, was ich alles weiß, was ich alles sehe, was ich alles mache..

    Kommen wir also wieder zu den Fakten..
    Es ist nicht Ehrenrührig um die Stimmen von Minderheiten zu werben, und sie dann auch zu erhalten..
    Das läßt dann mindestens erkennen eine andere Politik als die derzeitige machen zu wollen..

    ""Ich will den Wechsel, will einen Demokraten (am besten eine Frau) im Weißen Haus. Nur, es muss die richtige Person sein, jemand, der oder die zu dem Wort steht, das er oder sie gegeben hat.""..

    Ich bin mir da nicht abschließend sicher, ob das dann "demokratisch" ist..
    Ein Demokrat..
    Ein Frau..
    Möglichst noch eine PoC..

    Ich habe hier mal vor langer Zeit geschrieben :
    Die USA wird an dem Tag zu einer Demokratie, an dem eine
    "Native-Trans*-Frau mit Hispano-stämmigem Mann und Kindern"
    als Präsidentin vereidigt werden wird..

    Die USA kriegt genau den Präsidenten, denn die Wählenden wählen..
    Trotz des antiquierten Wahl-Männer-Systems entscheiden am Ende die Stimmen..

    Ob es dort möglich ist eine/n Kandidatin/en an die Macht zu bringen
    ""der so wenig mit dem politischem Establishment vernetzt ist, weil dadurch auch junge und konservative Wähler gewonnen werden.""
    (anstatt diesen jungen und konservativen mal das leben zu erklären)
    wage ich dann zu bezweifeln..
  • Antworten » | Direktlink »