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CNN Town Hall Meeting
Demokratische Kandidaten bekennen sich live im TV zu LGBTI-Rechten
Der Nachrichtensender CNN schaufelte seine gesamte Primetime frei, um mit neun demokratischen Präsidentschaftsbewerbern über LGBTI-Themen zu sprechen.

Die neun Teilnehmer des Town Hall Meetings (von links oben nach rechts unten): Joe Biden, Corey Booker, Pete Buttigieg, Julián Castro, Kamala Harris, Amy Klobuchar, Beto O'Rourke, Tom Steyer und Elizabeth Warren (Bild: CNN)
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11. Oktober 2019, 09:25h 4 Min.
In einem sogenannten Town Hall Meeting befragten amerikanische Wähler am Donnerstag zwischen 19.30 Uhr und 24.00 Uhr (Ostküstenzeit) live im Fernsehen neun Präsidentschaftsbewerber der Demokraten zu Themen, die Lesben, Schwule, Transpersonen und Intersexuelle betreffen. Alle Kandidaten sprachen sich darin für eine Verbesserung der rechtlichen Lage von LGBTI aus und kritisierten die Regierung von US-Präsident Donald Trump.
An der CNN-Sendung nahmen alle Favoriten teil – mit Ausnahme von Senator Bernie Sanders, der in den letzten Tagen zwei Schicksalsschläge hinnehmen musste: Er erlitt einen Herzinfarkt und seine Schwiegertochter verstarb kurz nach einer Krebsdiagnose. Ihre Teilnahme abgelehnt hatten ferner zwei weniger aussichtsreiche Kandidaten: der Geschäftsmann Andrew Yang und die Kongressabgeordnete Tulsi Gabbard, die Anfang der Nullerjahre als junge Frau für die homophobe Organisation ihres Vaters gearbeitet hatte und für die "Heilung" Schwuler und Lesben warb. Sie gab im Wahlkampf an, ihre Position inzwischen grundlegend geändert zu haben. Beide nannten angebliche Terminschwierigkeiten als Grund für die Absage.
Jeder Kandidat konnte nacheinander in 30 Minuten Stellung nehmen zu Themen wie HIV-Prävention, Hassverbrechen gegen LGBTI oder Diskriminierung am Arbeitsplatz. Im Vorfeld hatten bereits drei Kandidaten detaillierte Pläne zu LGBTI-Rechten vorgestellt – dabei handelte es sich um den offen schwulen Bürgermeister Pete Buttigieg, die linke Senatorin Elizabeth Warren sowie um Senatorin Kamala Harris.
Judy Shepard befragte Joe Biden
Der augenblicklich nach Umfragen führende Joe Biden hatte seine erste Frage von Judy Shepard erhalten, der Mutter des 1999 wegen seiner Homosexualität ermordeten Studenten Matthew Shepard. Die unermüdliche Aktivistin wollte wissen, was Biden gegen Hassverbrechen tun wolle. Der 76-Jährige versprach, mehr Geld für Strafverfolgungsbehörden zu investieren, um "terroristische Gruppen" zu beobachten, die LGBTI bedrohten.
/ CNNJudy Shepard, the mother of Matthew Shepard, asked Joe Biden what he would do to reduce hate crimes against the LGBTQ community.
CNN (@CNN) October 11, 2019
Biden stressed the importance of passing the Equality Act, first and foremost. #EqualityTownHall https://t.co/uwN6eZAl12 pic.twitter.com/1xXlCvoEIn
Buttigieg, der bislang einzige offen schwule Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der Demokratischen Partei, sprach auch über seinen christlichen Glauben. Dass er seinen Mann Chasten geheiratet habe, habe ihn "näher zu Gott" gebracht, so der 37-Jährige. Elizabeth Warren lieferte einen viralen Moment, als sie auf die Frage, was sie einem religiösen Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe sagen würde, mit den Worten antwortete: "Heiraten Sie einfach eine Frau. Das finde ich cool – vorausgesetzt, Sie finden eine."
/ ewarrenHow would I respond to someone who says marriage is between one man and one woman? #EqualityTownHall pic.twitter.com/8uNXqXI5n7
Elizabeth Warren (@ewarren) October 11, 2019
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Auch mehrere Transpersonen fragten die Kandidaten nach ihren Haltungen. Der 20-jährige Gavin Grimm, der in seiner Schule wegen seiner Geschlechtsidentität diskriminiert worden war und deshalb vor Gericht zog und zunächst gewann, wollte etwa wissen, ob sich Corey Booker für einen Diskriminierungsschutz im Bildungssystem einsetze. Booker antwortete: "Als Ihr Präsident werde ich dafür jeden Tag mit wilder Entschlossenheit und einem Dringlichkeitsbewusstsein kämpfen."
Proteste von schwarzen trans Aktivistinnen
Während in der Livesendung gerade Beto O'Rourke interviewt wurde, unterbrach die Trans-Aktivistin Blossom Brown die Debatte, als sie das Mikrofon von einer Fragestellerin – der Mutter eines transsexuellen Kindes – abnahm und erklärte: "Schwarze Transfrauen werden in diesem Land getötet und CNN hat schwarze Transfrauen zum letzten Mal ignoriert". Moderator Don Lemon erklärte daraufhin: "Der Grund, warum wir hier sind, ist Menschen wie Ihnen Gehör zu verschaffen."
/ alexsalvinewsBlossom Brown, a black trans woman, interrupts a question to BetoORourke at the CNN #LGBTQTownHall:
Alex Salvi (@alexsalvinews) October 11, 2019
No black trans woman has taken the mic tonight, no black trans man has taken the mic … that's how anti-blackness works. That's how erasure works." pic.twitter.com/hu2ljehUmW
Mehrere weitere trans Aktivisten wollten auf ihr Schicksal aufmerksam machen. Der Auftritt von Buttigieg wurde ebenfalls von Demonstranten unterbrochen, die Transparente zeigten und "Trans Lives Matter" skandierten. Beim Auftritt von Senatorin Kamala Harris schrie eine Zuschauerin: "Wie bringen wir diese Männer dazu, farbige trans Frauen nicht mehr zu töten? Wir werden gejagt."
Laut Forschern des Williams Institute der University of California in Los Angeles sind neun Millionen LGBTI-Amerikaner für die Wahl registriert. Bei einem knappen Wahlausgang könnten sie das Zünglein an der Waage sein.
Laut aktuellen Umfragen liefern sich Joe Biden und Elizabeth Warren derzeit im innerparteilichen Vorwahlkampf ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach Angaben von "Real Clear Politics" sprechen sich im Augenblick 28 Prozent der Demokraten für Biden aus und 26 Prozent für Warren. Dahinter folgen Bernie Sanders (15 Prozent), Pete Buttiegieg und Kamala Harris (je 5 Prozent) sowie Andrew Yang (3 Prozent). Alle anderen Kandidaten liegen unter zwei Prozentpunkten.
Die Vorwahlen beginnen am 3. Februar 2020 in Iowa. Sie ziehen sich bis Mitte Juni hin. Die Präsidentschaftswahl findet dann am 3. November statt. Laut Wettbüros ist Donald Trump derzeit nach wie vor Favorit auf den Sieg, allerdings sind seine Werte im Zuge mehrerer Skandale zuletzt zurückgegangen.
Links zum Thema:
» Alle Infos zum Town Hall Meeting auf CNN.com
Mehr zum Thema:
» CNN überträgt Themenabend zu LGBTI-Rechten mit Trump-Herausforderern (05.09.19)















Wollen wir hoffen, dass der Spuk der Republikaner bald vorbei ist und wieder Moderne, Freiheit und der Geist der US-Verfassung in den USA regieren.
Am besten fand ich den Kommentar von Elizabeth Warren:
"Was sagen Sie einem Wähler, der der Meinung ist, dass aus religiösen Gründen ein Mann eine Frau heiraten sollte?" - "Dass er eine Frau heiraten soll."
Dieser eine Satz sagt alles:
Die sollen ruhig das machen, was sie für richtig halten (solange sie niemand anderen damit schaden). Aber sie sollen aufhören, anderen ihren Willen diktieren zu wollen und denen dieselbe Freiheit zugestehen. Denn es betrifft deren Leben gar nicht.