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- 20. September 2005 1 Min.
Ankara Der Gouverneur der türkischen Hauptstadt Ankara hat eine gerichtliches Verbot einer neu gegründeten Homosexuellen-Gruppe gefordert, da diese gegen die Sittengesetze des Landes verstoße. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, könnte dies für Verstimmung in der Europäischen Union sorgen, die sich um Reformen zu mehr Freiheit und Demokratie bemüht. Der Zweck der 1994 gegründeten Gruppe Kaos sei nicht in Einklang zu bringen mit dem türkischen Recht, begründete der Gouverneur seinen Vorstoß in einem am Montag veröffentlichten Brief. "Das ist nichts, was uns überrascht", sagte Kaos-Generalsekretär Ali Erol. "Die Bürokratie ist beunruhigt durch den Bruch des letzten Tabus der Türkei - Homosexualität." Sollten die Gerichte ein Verbot der Gruppe beschließen, werde Kaos den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte anrufen. Homosexualität ist in der Türkei erlaubt. Es gibt jedoch - wie auch in Deutschland - kein Gesetz, das Schwule und Lesben vor Diskriminierung schützt, berichtet Reuters. Das Vereins- und Versammlungsrecht hatte die Türkei im Zuge einer Ausrichtung auf die EU teilweise liberalisiert. (nb)
Links zum Thema:
» Kaos Ankara (engl.)











