https://queer.de/?34670
Sachsen
Homohasser sitzt für CDU im Chemnitzer Stadtrat
Der CDU-Politiker Kai Hähner bezeichnete Schwule und Lesben als "abnormal" und behauptete, der CSD verleite Kinder zur Homosexualität – nun gelang ihm der Einzug ins Stadtparlament.
- 13. Oktober 2019, 15:32h 2 Min.

Kai Hähner auf einem CDU-Wahlplakat
Der CDU-Politiker Kai Hähner aus Chemnitz wird von seiner Vergangenheit eingeholt. Nachdem ihm bei der Kommunalwahl am 26. Mai im fünften Anlauf der Einzug in den Stadtrat gelang, erinnerten nun mehrere User in sozialen Netzwerken an eine extrem homophobe Tirade des 46-Jährigen aus dem Jahr 2010.
So hatte Hähner vor neun Jahren in einer E-Mail an den CSD Leipzig Schwule und Lesben als "abnormal" bezeichnet und behauptet, der CSD verleite Kinder zur Homosexualität. "Leben Sie, wie Sie wollen, im Privaten und lassen Sie andere mit Ihrer Abnormalität in Ruhe", schrieb der sächsische Christdemokrat wörtlich (queer.de berichtete). Weiter hieß es in der Reaktion auf ein Radiointerview mit einem Mitglied des CSD-Vereins: "Durch Ihre öffentlichen Auftritte und das Zuschaustellen Ihrer Lebensweise gilt Homosexualität inzwischen als 'trendy'. Und somit verleiten Sie Jugendliche, die sich in einer sexuellen Findungsphase befinden." Schließlich drohte Hähner: Sollten bereits Kinder mit dem Thema Homosexualität in Berührung kommen, wolle er "der erste sein, der die Verantwortlichen dafür vor Gericht bringt".
/ TwitAndersHaben wir in #Chemnitz jetzt mit Kai Hähner auch noch einen offen homophoben CDU-Stadtrat? #wtfhttps://t.co/BgNsMZt7pp
Twitty Anders (@TwitAnders) October 5, 2019
|
Eine Entschuldigung steht bis heute aus
Die Hass-Mail an den CSD-Verein hatte 2010 für bundesweite Empörung gesorgt. Selbst der heutige sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte sich als damaliger CDU-Generalsekretär von den Äußerungen seines Chemnitzer Parteifreundes distanziert. Die Aussagen seien "indiskutabel" und nicht die Meinung der CDU (queer.de berichtete).
Für seine Entgleisung aus dem Jahr 2010 hat sich der Kommunalpolitiker bis heute nicht entschuldigt. Gegenüber dpa gab sich Kai Hähner damals lediglich "überrascht, was das für Wellen geschlagen hat". Die nicht als öffentliche Äußerung gedachte interne Mitteilung habe er "bewusst provokativ geschrieben, um eine Reaktion zu bekommen".
Auch neun Jahre später zeigt er wenig Reue. "Ich habe ein anderes Familienbild", erklärte der neue Stadtrat am Samstag gegenüber dem Boulevardblatt "Morgenpost". Nur bei seiner Wortwahl ruderte er zurück: "Den Begriff 'abnormal' würde ich heute nicht mehr verwenden. Schwul sein ist nicht abnormal."
Der Chemnitzer CSD-Organisator Toni Rotter will Hähner laut der Zeitung eine zweite Chance geben: "Er soll zeigen, was für eine Arbeit er macht." (cw)














