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"Bauer sucht Frau"

Inka Bause: Weniger schwule Bauern wegen "neuer Spießbürgerlichkeit"

Seit Jahren tritt bei "Bauer sucht Frau" kein schwuler Bauer und keine lesbische Bäuerin mehr auf. Die Moderatorin der Realityshow macht dafür das sich verändernde gesellschaftliche Klima verantwortlich.


Inka Bause moderiert bereits seit 14 Jahren "Bauer sucht Frau" bei RTL (Bild: TVNOW / Ruprecht Stempell)

Die "Bauer sucht Frau"-Moderatorin Inka Bause sieht einen Zusammenhang zwischen einer derzeit sinkenden Zahl von Anmeldungen von schwulen Männern für die RTL-Show und einer "neuen Spießbürgerlichkeit" in der Gesellschaft. "Wir freuen uns bei 'Bauer sucht Frau' über jeden Homosexuellen, der mitmacht", sagte die 50-Jährige dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Aber der kämpft danach oft Kämpfe aus, die er gar nicht alleine gewinnen kann. Wir sind eben keine tolerante Gesellschaft mehr."

Sie habe das Gefühl, dass die Menschen vor 20 Jahren "moderner und aufgeschlossener" gewesen seien als jetzt. "Heute scheinen sich viele in eine neue Spießbürgerlichkeit zu retten, aus Angst vor Globalisierung", analysierte die Moderatorin, Schauspielerin und Schlagersängerin. Daher sei in ihrer Show die "anfängliche totale Offenheit der Bewerbungen" immer weniger geworden.

Auf dem Land bringe eine Teilnahme "einfach unendlich viele Probleme". "Wenn ein homosexueller Bauer postet, dass er im Nachhinein in seinem Dorf mehr negative als positive Erfahrungen gemacht hat, schreckt das andere ab. Das ist unglaublich traurig, weil es nicht mehr zeitgemäß ist", so Bause. Homosexuelle Landwirte würden "erst Ausgrenzung" erfahren – "und dann geht es irgendwann an die Existenz".

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Vom "fleißigen Pferdewirt" Philipp zur "patenten Jungbäuerin" Lena

Die auf einem britischen TV-Format beruhende Show "Bauer sucht Frau" läuft bereits seit 2005 bei RTL. 2011 trat mit dem "fleißigen Pferdewirt" Philipp erstmals ein schwuler Bauer in der Show auf (queer.de berichtete). Am Ende trennte er sich aber von seinem in der Show ausgewählten Partner (queer.de berichtete).

Im Jahr darauf versuchte Bause, den schwulen Denny zu verkuppeln (queer.de berichtete). In der Staffel des Jahres 2013 sollte neben einem schwulen Kandidaten auch die lesbische Bäuerin Lena eine Freundin finden (queer.de berichtete). Die laut RTL "patente Jungbäuerin" verkündete knapp ein Jahr später aber ebenfalls die Trennung von ihrer TV-Freundin (queer.de berichtete). 2016 sollte ein schwuler Bauer auftreten, der aber am Ende aus nicht genannten Gründen herausgeschnitten wurde (queer.de berichtete).

Die neue – rein heterosexuelle – Staffel von "Bauer sucht Frau" startet am Montagabend um 20.15 Uhr bei RTL. (dk)



#1 DominikAnonym
  • 14.10.2019, 14:40h
  • Dass es möglicherweise ja auch schlaue Landwirte gibt, welcher sexuellen Identität auch immer, die einfach viel zu schlau und zu würdevoll sind, um sich für diesen primitiven RTL-Vorführungstrash zur Verfügung zu stellen; auf die Idee kommt die blondierte Hupfdohle mit der aufgesetzten guten Laune wohl gar nicht..!?
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#2 TechnikerAnonym
  • 14.10.2019, 14:41h
  • Vielleicht liegt es ja doch eher daran, daß man - gleich, ob als Hetero oder Homo - damit rechnen muß, in diesen Sendungen nach Strich und Faden vorgeführt zu werden und diese Schaus definitiv "scripted" sind, von "reality" aber nur Spurenelemente enthalten.

    Erinnert sich noch jemand an Bauer Heinrich und sein Schäferlied?

    www.youtube.com/watch?v=FbXXLm6HQGA
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#3 IronikerEhemaliges Profil
  • 14.10.2019, 14:42h
  • Wird uns nicht immer erzählt, heute sei alles besser? Die Gesellschaft sei ja VIEL queerfreundlicher geworden - gar wir bräuchten keinerlei Community und keinerlei eigene Schutzräume mehr?

    Ganz offenbar stimmt da was nicht ganz.
    Ich hatte ja schon immer so ein Bauchgefühl - aber man steht ja gerne mal als Ketzer da, wenn man den Finger in Wunden (auch in der Community) legt. Es hat gefälligst alles Friede-Freude-Eierkuchen zu sein, schön eingelullt von der Ehe für Alle, mit der sich die allerletzten Wünsche aller queeren Menschen restlos erfüllt haben, nicht?

    Nun aber haben wir endlich einen unerschütterlichen Beweis - durch RTL, die Stimme des Volkes. Der wird ja in letzter Zeit ohnehin gern mehr geglaubt als warnenden Community-Mitgliedern...
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#4 JuNiAnonym
  • 14.10.2019, 14:52h
  • Komischerweise haben andere Formate wie z.B. First Dates überhaupt kein Problem mit LGTBQs.
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#5 LotiAnonym
#6 KerzmanProfil
#7 AnselmAnonym
  • 14.10.2019, 19:11h
  • Antwort auf #1 von Dominik
  • Bei Bauer sucht Frau wird mit den vorherigen Kandidaten Kontakt gehalten. Es gibt ja regelmäßig Sendungen mit Altkandidaten. Deshalb traue ich denen durch aus zu, einen Überblick darüber zu haben, wie es den Kandidaten nach der Sendung ergeht.
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#8 Damerow77Anonym
  • 14.10.2019, 20:23h
  • Ich finde Inka Bause hat Recht. Ihre Sendung " Bauer sucht Frau" hab ich zwar kaum gesehen, dennoch mag ich sie als Entertainerin und Sängerin. Die Gesellschaft ist leider im Wandel, hin zu einer neuen Spießbürgerlichkeit. Ich wohne in einem Dorf, ich weiß wovon ich rede.
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#9 Vater
#10 LotiAnonym
  • 14.10.2019, 22:24h
  • Antwort auf #6 von Kerzman
  • Ich wurde damals von einem guten Bekannten, der als Sozialarbeiter bei Subway in Berlin tätig war, angesprochen ob ich nicht Lust hätte auf ein Interview zum Thema Stricher und Callboys bei einer Sendung mit Ilona Christen mitzumachen. Er sagte auch sogleich, es sei nicht umsonst. 500,-DM, Flug und Unterkunft in ein Hotel. Das war schon recht verlockend. Obwohl ich eine feste Anstellung hatte und nicht unbedingt das Geld benötigte, sagte ich zu. Immerhin hatte ich ja selbst so meine Erfahrung gemacht als Stricher am Bahnhof Zoo. Zudem hatte ich als Statist im Film Christiane F mitgewirkt. Als Rolf. Mit gutem Gefühl kam ich in Köln an und als wir alle so in einem Raum saßen, überkam mich schon so ein Bauchgefühl, das dieses Unterfangen vielleicht doch nicht so gut sei. Vor der Aufzeichnung meinte noch I.Christen zu uns, dies sei eine Nachmittagssendung und sie möchte vulgäre Ausdrücke wie Ficken nicht hören. Wir waren zu fünft und nur einer von uns war ein Callboy. Die übrigen drei Jungs aktive Stricher. Alle trugen sie dunkle Sonnenbrillen, um nicht erkannt zu werden. Nur ich nicht. Die Sendung wurde aufgezeichnet und beim Interview zeigte Ilona Christen bei mir weniger Interesse an meine Vergangenheit als Stricher und bekennender Schwule, sondern eher an mein Mitwirken zum damaligen Film.
    Daher entstand zwischen I.Christen und mir eine Diskrepanz. Ich verlor jegliches Interesse an dieses Interview. Auch gab es einen Schlagabtausch zwischen mir und einen anderen Callboy aus dem Publikum, der tatsächlich meinte was besseres zu sein als wir gewöhnlichen Stricher. Ich machte ihn vor laufender Kamera an und sagte zu ihm, das wir uns vom Job her nicht groß unterscheiden. So ging das hin und her. Ich fühlte mich in dieser Sendung nur vorgeführt. Im übrigen wurde später das meiste von mir gesagte herausgeschnitten. Das positive an der ganzen Geschichte ist, als die Sendung ausgestrahlt wurde, bekam ich von Freunden nur gutes zu hören. Eine ältere Arbeitskollegin kam auf mich zu und lobte meine offene Einstellung und outete sich vor mir als lesbisch. Die 500,- DM haute ich mit Freunden in einer Bar gleich auf den Kopf.
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