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Homophobie
Landeskirche Württemberg: Trauungen sind immer heterosexuell
In einem neuen Gottesdienstbuch stellt die Landeskirche im Südwesten klar, dass nur heterosexuelle Paare eine kirchliche Ehe eingehen dürfen.

Es dürfte noch lange dauern, bis eine Szene wie diese in der württembergischen Landeskirche Normalität ist (Bild: David Haug)
- 18. Oktober 2019, 11:53h 2 Min.
Die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat am Donnerstag in Stuttgart ein neues Gottesdienstbuch für kirchliche Eheschließungen beschlossen, in dem Trauungen ausdrücklich als Verbindungen "zwischen einem Mann und einer Frau" definiert werden. In der sogenannten Trauagende werden homosexuelle Partnerschaften überhaupt nicht behandelt. In der Einführung wird lediglich behauptet, dass "andere Lebensformen" durch die Nichterwähnung "in keiner Weise missachtet oder diskriminiert werden" sollten.
Die Trauagende beinhaltet gottesdienstliche Ordnungen, Gebete und andere Schriften, die bei einer kirchlichen Trauung wichtig sind. Dort sind beispielsweise auch Formulare enthalten, wenn ein heterosexueller Ehepartner andersgläubig ist – etwa katholisch oder muslimisch.
Die liberale Gläubigen-Vereinigung "Offene Kirche" kritisierte das neue Gottesdienstbuch. Rolf Wörner sagte etwa laut der Nachrichtenagentur epd, dass die Agende ausgrenzen wolle.
Württemberg ist die homophobste Landeskirche Deutschlands
Die Landeskirche Württemberg ist seit Jahren die homosexuellenfeindlichste evangelischen Kirche in Deutschland. Sie hatte sich als letzte Landeskirche gegen die öffentliche Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren gewehrt. Am Ende beschloss sie vor wenigen Wochen einen Kompromiss, dass eine kleine Anzahl an Gemeinden Homo-Paare im kommenden Jahr segnen darf, allerdings müssen dafür hohe Voraussetzungen erfüllt werden. Maximal jede vierte Gemeinde darf demnach in Württemberg ihre örtliche Gottesdienstordnung ändern (queer.de berichtete).
Grund für die vergleichsweise virulente Homophobie in der zwei Millionen Mitglieder zählenden Landeskirche ist die Stärke von pietistischen Gruppen. Die Homo-Hasser organisieren sich unter anderem in der Bewegung "Lebendige Gemeinde" – diese Gruppe lehnt mit Verweis auf die Bibel nicht nur die Gleichbehandlung Homosexueller ab, sondern propagiert sogar teilweise die "Heilung" von Lesben und Schwulen. In der Nachbarkirche in Baden sieht es dagegen ganz anders aus: Dort wurde bereits 2016 die Trauung für Homo-Paare eingeführt (queer.de berichtete). (dk)















Landeskirche Württemberg: Trauungen sind immer heterosexuell
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Nein, die WOLLEN keine gleichgeschlechtlichen Trauungen. Das ist etwas fundamental anderes als wenn es keine gleichgeschlechtlichen Trauungen GIBT.
Denn da es in immer mehr Staaten und auch in einigen Kirchen gleichgeschlechtliche Trauungen gibt, gibt es das offenbar durchaus. Die Evangelen wollen es nur nicht.
Das ist ein logischer Unterschied. Aber mit Logik haben es manche Menschen eben nicht...