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Neues Twitter-Profil

Will sich ein deutscher Fußballprofi outen?

Das neue Twitter-Profil "gay_Bundesligaspieler" sorgt für Aufregung. Demnach kündigt ein Profi ein, sich in Kürze outen zu wollen. Vor einigen Wochen gab es bereits eine ähnliche Geschichte aus England, aber bislang noch kein Coming-out.


Bislang hat noch nie ein offen schwuler Spieler in der Bundesliga gekickt – wird sich das bald ändern?

Zu Update springen: "Spieler" dankt in weiteren Tweets für "Support" (19:15h)

Noch immer hat sich in der Bundesliga kein einziger aktiver Spieler als schwul geoutet. Glaubt man einem am Mittwoch eingerichteten Twitter-Profil, könnte sich das bald ändern. Unter dem Namen "gay_Bundesligaspieler" wird angekündigt: "Ich bin ein schwuler Spieler der 2. Bundesliga. Ich möchte mich bald outen, um das Versteckspiel zu beenden. Ich teste hier ob ich den Druck aushalten kann… Ask me anything!"

Twitter / gayBundesligas1

Dieser Tweet führte zu viel Aufregung in den (sozialen) Medien in Deutschland. Über 6.000 Nutzer haben den Eintrag bereits mit einem "Like" versehen. Viele Nutzer machen dem angeblichen Fußballprofi Mut. So schreibt etwa der frühere Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck: "Viel Kraft und gehe Deinen Weg – es ist allein Deiner."

Twitter / Volker_Beck

Am Freitagmorgen hinterließ der angebliche Spieler eine weitere Nachricht, in dem er sich über die vielen Reaktionen erstaunt zeigte. Ferner schrieb er: "Jetzt muss ich mich erst mal auf das Training konzentrieren. Heute Abend mehr."

Twitter / gayBundesligas1

Zweifel über Authentizität des Profils

Dennoch schwingen freilich Zweifel mit, ob das neue Profil echt ist – oder ob es sich etwa um ein Experiment von Psychologiestudenten oder schlicht um einen schlechten Scherz handelt. So hatte bereits im Juli ein sehr ähnliches Twitter-Profil in Großbritannien für Aufregung gesorgt. Auf der Insel erklärte ein angeblich 23-jähriger Spieler der zweiten englischen Fußballliga anonym, dass er sich womöglich bald outen wolle. "The Gay Footballer" löschte aber sein Konto nach einigem Medienwirbel und mehreren Einträgen und erklärte: "Ich dachte, ich wäre stark genug. Ich bin es nicht."

Bislang hatte sich unter Britanniens Profis mit Justin Fashanu – anders als in Deutschland – bereits ein Profi während seiner aktiven Laufbahn geoutet. Das ist allerdings bereits drei Jahrzehnte her und endete in einer Tragödie. Fashanu hatte in den Achtzigerjahren als einer der talentiertesten Fußballer seiner Generation gegolten und war 1980 der erste schwarze Profi in England, für den eine Ablösesumme von über eine Millionen Pfund bezahlt wurde. Zwei Jahre später suspendierte ihn sein homophober Trainer Brian Clough vom Club Nottingham Forrest, als dieser von den Besuchen seines Stars in Schwulenbars erfuhr. Außerdem beschimpfte Clough Fashanu vor seinen Mannschaftskollegen als "verdammte Schwuchtel".

Daraufhin wechselte der Spieler mehrfach den Verein und machte schließlich 1990 seine Homosexualität publik – seine Karriere war damit endgültig gelaufen, er spielte in Kanada und später bei Provinzclubs in England. 1998 nahm er sich das Leben, nachdem er beschuldigt worden war, sich in den USA an einem 17-jährigen Jugendlichen vergangenen zu haben – die Vorwürfe konnten nie bewiesen werden.

Coming-out von Hitzlsperger nach aktiver Laufbahn

In Deutschland sorgte bislang das Coming-out von Thomas Hitzlsperger vor knapp sechs Jahren für Aufregung. Der ehemalige Nationalspieler outete sich aber Anfang 2014 erst nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn (queer.de berichtete). Seiner Karriere tat das keinen Abbruch: Der inzwischen 37-Jährige stieg in der Fußballhierarchie auf – und wurde diesen Monat sogar zum Vorstandschef des VfB Stuttgart befördert (queer.de berichtete).

Im Frauenfußball ist das Coming-out dagegen – zumindest in westlichen Ländern – unproblematischer. Mit der Amerikanerin Mega Rapinoe wurde letztes Jahr sogar eine offen lesbische Spielerin zur Weltfußballerin des Jahres ernannt (queer.de berichtete). (dk)


 Update  19.15h: "Spieler" dankt für "Support"

Am späten Freitagnachmittag meldete sich der anonyme "gay_Bundesligaspieler" noch einmal zu Wort und bedankte sich für "tollen Support": "Sehr überrascht hat mich, dass es so viele positive Stimmen gab! Ich bin aber trotzdem SEHR aufgeregt, denn wenn ich mich jetzt oute, bin ich mir nicht sicher, ob meine Freunde, Familie und Teamkollegen zu mir halten :(".

In weiteren Tweets schrieb er: "Auch über den Anschlussvertrag mache ich mir Sorgen. Ganz abgesehen von Sorgen über Drohungen :(. Warum ich das hier trotzdem mache? Es geht darum die berechtigte Neugier zu stillen, denn es wurde zu lange zu diesem eigentlich ganz normalen Thema geschwiegen! So wird sich (hoffentlich) das mediale Interesse in langer Sicht verringern und ich kann mich an die Situation gewöhnen. Wenn ich mich dann oute, wird es eine Kamera am Spielfeldrand geben. Dann werde ich sagen, dass ich schwul bin, dass ich alle Fragen hier schon beantwortet habe und jetzt gerne weiter trainieren würde. Alles Weitere könnte dann mein Sprecher beantworten. Das war's! Und vielleicht werden ja jetzt noch mehr schwule Spieler anfangen zu twittern :)." Er werde sich jetzt "auf das EIGENTLICHE Spiel konzentrieren" und nach dem Wochenende weiteres mitteilen.



#1 PetterAnonym
  • 18.10.2019, 17:30h
  • Wünschenswert wäre es.

    Nicht nur, weil das viel bewegen würde, sondern auch für ihn selbst. Denn erst nach dem Outing weiß man, wie frei man sich dann fühlt und was man sich mit Selbstverleugnung, Versteckspiel und ewiger Angst vor Enttarnung (und entsprechender Selbstkontrolle) angetan hat.

    Mal sehen, ob das echt ist.
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#2 gay_santaclausAnonym
  • 18.10.2019, 17:35h
  • Also ich bin der Weihnachtsmann und möchte mich bald outen.
    Dieses Jahr möchte ich zum ersten Mal die Geschenke als offen schwuler Santa Claus verteilen.
    Ich teste hier ob ich den Druck aushalten kann Ask me anything!

    Netter Versuch! :)
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#3 marcocharlottenburgAnonym
  • 18.10.2019, 17:46h
  • Und das testet man bei den sozialen Medien, ob man das aushalten kann?

    Es lebt sich ohnehin leichter, wenn man auf Twitter, Facebook und Co. komplett verzichtet. Probiert es mal aus, war auch für mich eine Umstellung, aber nicht mehr ständig mit unnützem bombardiert zu werden kann echt entspannend sein und mit den waren Freunden und seinen Lieben wird man auch ohne Kontakt halten können.

    Sollte das Profil echt sein, dann sollte er sich sofort abmelden, sich bei Familie, Freunden und dem Verein outen. Vielleicht könnte der Verein deutlich mehr Unterstützung zeigen und man outet sich zunächst als Verein (in Abstimmung) mit dem Spieler!? Ich weiß auch nicht, wie man es am besten machen kann. Bin so oder so gespannt, wenn der Tag kommt, wie der gemeine Pöbel reagiert.
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#4 GerritAnonym
  • 18.10.2019, 19:22h
  • Also ich bin auch eher skeptisch ob das real ist. Aber schön wäre es natürlich.

    Wobei ich es am besten fände, wenn mehrere Spieler sich gemeinsam outen würden. Das würde es für alle Beteiligten viel einfacher machen.
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#5 IronikerEhemaliges Profil
  • 18.10.2019, 22:17h
  • Ich kenne mich ja mit Fußball überhaupt nicht aus. Weder mit der 1. noch mit der 2. Bundesliga.

    Aber ist es denn üblich, dass jeder Spieler, auch in der 2. Bundesliga, einen "Sprecher" hat?

    Irgendwie finde ich das doch relativ seltsam.
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#6 SkipoAnonym
  • 18.10.2019, 22:41h
  • Ziemlich offensichtlich, dass es sich nicht um einen erwachsenen Menschen handelt. Die Tweets sind sprachlich nicht gut ausgedrückt.

    Ich tippe auf einen Jugendlichen, der sich einen Spaß erlaubt
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#7 AltoAnonym
  • 18.10.2019, 23:29h
  • Das klingt ziemlich fake. Vermutlich ist das nur ein rechter Troll oder ein jugendlicher Prank.
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#8 Patroklos
#9 felix-baerlinAnonym
  • 19.10.2019, 04:45h
  • Mit dem Tweet hat er es in die RTL-Nachrichten, in die BILD und in eine Erklärung der Hirschfeldstiftung gebracht. Ich finde das eigenartiger als den anonymen Post an sich, egal ob fake oder nicht.
    Mir zeigt es, dass ein Bundesliga-Spieler, der sich outet, zum Abziehbild, zur Projektionsfläche für andere wird. Liebe Fußballer, die ihr schwul seid: ihr müsst euch, euer Leben, eure Profikarriere nicht opfern. Niemand sollte das verlangen. Wer behauptet, er würde dich unterstützen, sollte genau überlegen, wie weit sein Einfluss reicht.
    Ihr solltet nicht zum Spielball unterschiedlicher Interessen werden. Ihr spielt den Ball.
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#10 DramaQueen24Profil
  • 19.10.2019, 06:51hBerlin
  • Viele Spieler haben Angst vor den Folgen eines CO bei Mitspielern, Vereinen, Funktionären, Fans und Sponsoren. Nur, wenn beispielsweise ein Topspieler sich outen würde, wäre er dann ein schlechterer Fußballer? Vielleicht sogar ein besserer, weil die Last des Versteckes nicht mehr existieren würde? Ich jedenfalls hoffe, dass er das durchzieht.
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