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Berlin

"Lindenstraße"-Fans demonstrieren für Erhalt der Serie

Dem Aufruf zum Protest- und Trauermarsch gegen die Absetzung der Kultserie "Lindenstraße" folgten am Samstag in Berlin nur wenige Menschen, darunter trans Schauspielerin Zazie De Paris.


Die "Lindenstraße" dürfe als Serie mit hohem Anspruch nicht eingestellt werden, forderten mehrere Dutzend Hardcore-Fans in Berlin (Bild: Max Kell / twitter)

Fans der ARD-Serie "Lindenstraße" sind in Berlin gegen die Absetzung der Sendung auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Lasst die Lindenstraße leben!" wollte die Gruppe am Samstagnachmittag vom Vorplatz des Hauptbahnhofs zum Alexanderplatz ziehen. Ein Zwischenstopp mit Kundgebung war laut Polizei vor dem ARD-Hauptstadtstudio geplant. Zum Start der Demo versammelten sich mehrere Dutzend Teilnehmer, darunter auch trans Schauspielerin Zazie De Paris, die in der Serie mitspielte (queer.de berichtete).

Twitter / CheOlderdissen

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Letzte Folge läuft im März 2020

Die Entscheidung sei über die Köpfe der Zuschauer und Rundfunkbeitragszahler getroffen worden, hieß es im Aufruf zur Demo im Internet. Die "Lindenstraße" sei eine Serie mit hohem Anspruch, deren Themen stets Diskussionsstoff geboten hätten. Für sie und ihre Freunde sei die Nachricht von der Absetzung eine Katastrophe gewesen, sagte die Mitorganisatorin des Protest- und Trauermarsches, Petra Namyslo, der dpa. Sie hat nach eigenen Angaben jede Folge gesehen.

Die letzte Folge "Lindenstraße" soll im März 2020 gezeigt werden. Die Fernsehprogrammkonferenz der ARD hatte sich im vergangenen Jahr mehrheitlich gegen eine Verlängerung des Produktionsvertrags entschieden. Das Zuschauerinteresse und die Sparzwänge seien nicht vereinbar mit den Produktionskosten des Formats, erläuterte damals der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, Volker Herres.

Serie setzte Maßstäbe für Darstellung von LGBTI-Figuren

Die "Lindenstraße" hatte mehrfach Zeichen bei der Darstellung schwuler und lesbischer Figuren gesetzt. Fast seit Anfang an dabei ist der offen schwule Carsten Flöter (Georg Uecker). 1987 küsste er seinen damaligen Freund Gerd Weinbauer (Günter Barton), was ein Novum im deutschen Vorabendprogramm darstellte. Drei Jahre später sorgte Carsten mit einer heißen Liebesnacht mit seinem damaligen Lover Robert Engel (Martin Armknecht) für Säckeweise Beschwerden beim WDR und sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Die Szene schrieb Geschichte – und wurde später zum Museumsobjekt im Bonner "Haus der Geschichte" (queer.de berichtete). 1997 heiratete Carsten – vier Jahre vor Einführung der eingetragenen Partnerschaft – seinen Freund Theo. 2003 dann verpartnerte er sich schließlich mit Käthe (Claus Vinçon) und adoptierte den HIV-positiven Felix.

Tanja Schildknecht (Sybille Waury), die bereits seit der zweiten Folge dabei ist, und Sonia Besirski (Nika von Altenstadt) waren das erste weibliche gleichgeschlechtliche Liebespaar der "Lindenstraße". Die Drehbuchautoren ließen Sonia 1998 an einer Überdosis Morphium sterben.

In den letzten Jahren sorgte die "Lindenstraße" auch mit trans Figuren für Aufsehen (queer.de berichtete). (cw/dpa)



#1 DramaQueen24Profil
  • 19.10.2019, 20:29hBerlin
  • Zwecklos, Leute, und das zu Recht! Die Serie hat nichts Neues, nur Altbewährtes in neuem Gewand zu bieten. Den Autoren fällt immer weniger ein, und oft genug sind Handlungsstränge (Storylines) klischeebeladen.
    Besser wäre es vom WDR oder/und der ARD, entweder ein Spin-off zu machen (eine Figur zieht aus der Lindenstraße woanders hin, am besten in ein anderes Bundesland), oder ganz eine neue Serie, die in einem anderen Millieu spielt (Obdachlose und Hartz IV- Empfänger in einem Plattenbau bieten sich da an).
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#2 KörmetAnonym
  • 19.10.2019, 21:05h
  • "mehrere Dutzend"?

    Das ist ja peinlich. Wäre die Serie wirklich beliebt, dann wären Massen unterwegs gewesen.

    Also steht der Absetzung nichts im Weg. Gut so!
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#3 PeinlichAnonym
  • 20.10.2019, 14:41h
  • Schon ein kleiner Seitenblick hier und da in die Welt zeigt, was in diesem Tagen alles an Homo- und Frauenrechten, Menschenrechten auf dem Spiel steht. Das geht bis hin zur Bedrohung von Leib und Leben.

    Und angesichts dieser realen menschlichen Tragödien schwingen sich ein paar Hansel*innen auf, um für ihre TV-Seifenoper zu "protestieren", anstatt ihre Zeit und Energie dafür zu verwenden, sich für wirkliche, reale Probleme stark zu machen.

    Peinlicher und biedermeierlich-kleinbürgerlicher gehts nimmer. Schämen sollten die sich!
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#4 Seeräuber-JennyAnonym
  • 07.11.2019, 00:27h
  • Antwort auf #3 von Peinlich
  • Ich persönlich engagiere mich, wo immer ich es sinnvoll finde. Aber ich mache mich auch für die "Lindenstraße" stark. Denn sie ist die einzige Unterhaltungsserie, die politisch ist und sich für queere Anliegen einsetzt. Gerade heute, in einer Zeit, in der es vermehrt zu homo- und transphoben Angriffen kommt, ist es sehr wichtig, dass beim Otto Normalverbraucher um Akzeptanz geworben wird.
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#5 GuenterDomAnonym
  • 16.12.2019, 21:34h
  • Politik und Haltung sehe und höre ich lieber im Politmagazin, Queeres lieber eingeflochten im gesamten Programm und nicht isoliert. Der WDR ist ein Anker für inklusives Programm. Das eingesparte Geld ist im restlichen Programm besser untergebracht. Alles hat seine Zeit. Die Zeit der Lindenstraße ist schon seit Jahren vorbei.
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