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Polizeibericht
24-Jähriger mit homophoben Beleidigungen aus U-Bahn verjagt
Am U-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin wurde am frühen Samstagabend ein mutmaßlich schwuler Fahrgast von einem unbekannten Mann beleidigt und unter Drohungen zum Aussteigen aufgefordert.

Der Vorfall ereignete sich am frühen Samstagabend in einem Zug der Linie U5 (Bild: Matthew Black / flickr)
- 20. Oktober 2019, 09:58h 2 Min.
Erneut eine LGBTI-feindliche Straftat in Berlin: Wie die Polizei der Hauptstadt am Sonntagmittag meldete, wurde am Samstagabend eine homophobe Beleidigung am U-Bahnhof Frankfurter Allee angezeigt.
Das 24-jährige Opfer gab gegenüber den Beamten an, dass es gegen 19.30 Uhr beim Einsteigen in einen Zug der Linie U5 von einem unbekannten Fahrgast mit schwulenfeindlichen Worten zum Aussteigen aufgefordert wurde. Der mutmaßliche Täter soll zudem mit dem Ziehen eines Messers gedroht haben. Der junge Mann erklärte, daraufhin den Zug wieder verlassen zu haben.
Wie bei mutmaßlichen Hassvergehen üblich hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen. Ebenfalls wie üblich machte die Erstmeldung keine weiteren Angaben zu den Beteiligten.
Deutlicher Anstieg der gemeldeten queerfeindlichen Straftaten
Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher regelmäßig und vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.
Vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der deutschlandweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, da die Bundesländer die Erfassung unterschiedlich handhaben und zugleich von einem hohen Dunkelfeld nicht gemeldeter Taten ausgegangen wird.
In den letzten Monaten hatten die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten Forderungen erneuert, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen (queer.de berichtete). (pm/cw)














