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Polizeibericht

24-Jähriger mit homophoben Beleidigungen aus U-Bahn verjagt

Am U-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin wurde am frühen Samstagabend ein mutmaßlich schwuler Fahrgast von einem unbekannten Mann beleidigt und unter Drohungen zum Aussteigen aufgefordert.


Der Vorfall ereignete sich am frühen Samstagabend in einem Zug der Linie U5 (Bild: Matthew Black / flickr)

Erneut eine LGBTI-feindliche Straftat in Berlin: Wie die Polizei der Hauptstadt am Sonntagmittag meldete, wurde am Samstagabend eine homophobe Beleidigung am U-Bahnhof Frankfurter Allee angezeigt.

Das 24-jährige Opfer gab gegenüber den Beamten an, dass es gegen 19.30 Uhr beim Einsteigen in einen Zug der Linie U5 von einem unbekannten Fahrgast mit schwulenfeindlichen Worten zum Aussteigen aufgefordert wurde. Der mutmaßliche Täter soll zudem mit dem Ziehen eines Messers gedroht haben. Der junge Mann erklärte, daraufhin den Zug wieder verlassen zu haben.

Wie bei mutmaßlichen Hassvergehen üblich hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen. Ebenfalls wie üblich machte die Erstmeldung keine weiteren Angaben zu den Beteiligten.

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Deutlicher Anstieg der gemeldeten queerfeindlichen Straftaten

Die Berliner Polizei macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher regelmäßig und vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Vor wenigen Wochen hatte die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der deutschlandweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die Zahlen sind nur bedingt aussagekräftig, da die Bundesländer die Erfassung unterschiedlich handhaben und zugleich von einem hohen Dunkelfeld nicht gemeldeter Taten ausgegangen wird.

In den letzten Monaten hatten die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten Forderungen erneuert, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen (queer.de berichtete). (pm/cw)



#1 homooeconomicusAnonym
  • 20.10.2019, 13:30h
  • Schon wieder. Mitten in der Stadt. Hoffentlich gibt es ausreichend gute Videoüberwachung in der U-Bahn, um den Täter zu finden.
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#2 FinnAnonym
  • 20.10.2019, 13:37h
  • >>>>>In den letzten Monaten hatten die demokratischen Oppositionsparteien und LGBTI-Aktivisten Forderungen erneuert, gezielt mit einem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie vorzugehen. Die Grünen hatten bereits im Mai beantragt, für einen derartigen Plan 35 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen<<<<<

    Das wäre dringend nötig.

    Aber leider scheitert das ja nach wie vor an Union und SPD, die alle diesbezüglichen Anträge regelmäßig abschmettern.

    Union und SPD lehnen es ja sogar ab, überhaupt mal statistisch zu erfassen, wie groß das Problem ist. Denn wir kennen ja nur die Zahlen aus Berlin, die dank der dortigen Initiative erfasst werden. Aber wie es im Rest Deutschlands aussieht, weiß niemand.

    Es wäre so wichtig, zu wissen, wie groß das Problem überhaupt ist, ob es regionale oder lokale Häufungen gibt, ob es bestimmte Tätermuster gibt, etc.

    Dabei wird in Deutschland sonst jeder Fliegenschiss statistisch erfasst, aber wo es um Sicherheit und Gewalt geht, soll man wohl das wahre Ausmaß nicht erfahren.
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#3 HyenadykeProfil
  • 20.10.2019, 13:49hKöln
  • Antwort auf #2 von Finn
  • Seh ich genau so!

    Bitte bitte erfasst auch mal die Zahlen in anderen Bundesländern.
    DAS wäre doch mal ein erster, ernsthafter Schritt zur tatsächlichen Bekämpfung von homo und trans* feindlicher Gewalt!
    Dann bitte auch noch überall bei Polizei und Staatsanwaltschaften geschulte Ansprechpartner*innen für LGBTIQ* installieren.

    Alles Andere sind nur Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Carsten ACAnonym
  • 20.10.2019, 16:15h
  • Antwort auf #2 von Finn
  • ----------------------------------------------
    Dabei wird in Deutschland sonst jeder Fliegenschiss statistisch erfasst, aber wo es um Sicherheit und Gewalt geht, soll man wohl das wahre Ausmaß nicht erfahren.
    -------------------------------------------

    Und damit lieferst Du die Antwort schon selber...

    Würde das wahre Ausmaß homo- und transphober Gewalt bekannt werden, könnte die Regierung ihre Untätigkeit nicht mehr vertuschen und müsste handeln (Aktionsplan, volle rechtliche Gleichstellung, etc.).

    Und wenn man das nicht will, muss man eben so tun, als gäbe es gar keine Probleme. Da stören die traurigen Fakten nur.

    Genauso hat man es beim Antisemitismus gemacht. Und wenn dann ein Terrorakt wie in Halle geschieht, stehen alle vor den Kameras und weinen Krokodilstränen. Und AKK erdreistet sich gar, zu sagen "das müsse ein Alarmzeichen sein". Auf welchem Planeten hat die die letzten Jahre verbracht? Es gab genug Alarmzeichen, jetzt gibt es Tote. Das jetzt als Alarmzeichen zu titulieren, ist an Zynismus nicht mehr zu überbieten. Aber so kennen wir AKK ja.

    Und die gleiche Masche ziehen CDU, CSU und SPD jetzt mit Homohass und Transhass ab.
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#5 IronikerEhemaliges Profil
#6 FelixAnonym
  • 20.10.2019, 21:26h
  • Anscheinend hat keiner der anderen Fahrgäste das mitbekommen und sein Handy rausgeholt, um die Situation zu filmen. Oder vielleicht doch?
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#7 TransMumAnonym
  • 20.10.2019, 23:22h
  • Antwort auf #1 von homooeconomicus
  • Laut Polizei hat die U-Bahn exzellente Video Überwachung im Gegensatz zur sbahn die gerne mal Kameras abschaltet weil da gerade eine Baustelle ist. Die kameradichte in U-Bahnhöfen und UBahnen selbst ist auch enorm. Aber Kameras verhindern leider keine Straftaten sondern können nur bei der Aufklärung helfen. Der psychische Schaden ist aber da und kann u. U. sehr lange brauchen um zu heilen.
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#8 DramaQueen24Profil
  • 21.10.2019, 01:35hBerlin
  • Ein Armutszeugnis für die Mitreisenden, die nichts unternommen haben. Oder waren sie etwa alle der Meinung des Pöblers?
    Schweigen bedeutet Zustimmung, dass sollten die Deutschen seit Hitler doch gelernt haben, oder? Oder sehnen sich alle in der U-Bahn nach der "guten alten Zeit" zurück, wo man andere diskriminieren, und davon profitieren konnte?
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#9 Carsten ACAnonym
  • 21.10.2019, 08:46h
  • Antwort auf #8 von DramaQueen24
  • "Schweigen bedeutet Zustimmung, dass sollten die Deutschen seit Hitler doch gelernt haben, oder?"

    Hätten Deutschland wirklich daraus gelernt, sähe es heute anders aus. Genau wie Homo- und Transphobie ist auch der immer offen gezeigte Antisemitismus ein mehr als deutliches Zeichen dafür, dass das Land von Judenstern und rosa Winkel eben nichts gelernt hat.

    Das betrifft sowohl breite Teile der Gesellschaft als auch untätige Politiker.
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#10 YannickAnonym
  • 21.10.2019, 09:09h
  • Antwort auf #4 von Carsten AC
  • Wenn man mal guckt, wie vehement und stur die Regierung versucht, die immer deutlicheren Warnzeichen zu ignorieren, dann fragt man sich wirklich, ob die einfach nichts aus der Geschichte gelernt haben oder ob irgendwer die in seiner Hand hat.

    Wenn Union und SPD die Warnzeichen nicht ernst nehmen wollen oder nicht ernst nehmen können, wird es höchste Zeit, dass sie ihre Plätze räumen und Platz machen für verantwortungsvollere Menschen.
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