Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?34720

Polizeibericht

"Steh nicht auf Männer": Prügel-Attacke im Regenbogenkiez

Die Berliner Polizei meldet erneut eine offenbar homophob motivierte Gewalttat: In einer Bar in der Eisenacher Straße wurde ein 43-Jähriger von einem anderen Gast unvermittelt ins Gesicht geschlagen.


Das Viertel am Berliner Nollendorfplatz ist als Regenbogenkiez international bekannt (Bild: Matze A. / flickr)

Mitten im Berliner Regenbogenkiez kam es am frühen Freitagmorgen zu einem Angriff mit mutmaßlich homophobem Hintergrund. Dies meldete die Polizei der Hauptstadt in ihren Onlinemeldungen am Montagmittag.

Der Vorfall ereignete sich demnach in einem nicht näher benannten Lokal in der Eisenacher Straße. Ersten Erkenntnissen zufolge soll sich ein 43-jähriger Mann gegen 3.20 Uhr in der Gaststätte aufgehalten haben, als plötzlich ein Mann auf ihn zukam und ihm unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben soll. Dabei soll der Schläger geäußert haben, nicht auf Männer zu stehen. Anschließend entfernte sich der Täter vom Ort.

Der 43-Jährige erlitt laut Polizeibericht Schwellungen im Gesicht. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt hat – wie bei Hasskriminalität üblich – die weiteren Ermittlungen übernommen. In der Eisenacher Straße befinden sich mehrere Szenekneipen. Nähere Angaben zum mutmaßlichen Angreifer wurden im Polizeibericht nicht gemacht.

- Werbung - Video - Abheben und Frankreich und die Welt entdecken

Zunahme gemeldeter LGBTI-feindlicher Straftaten

Ebenfalls am Wochenende war ein 24-Jähriger mit homophoben Beleidigungen aus einer Berliner U-Bahn verjagt worden (queer.de berichtete).

Die Polizei der Hauptstadt macht mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt in Polizeimeldungen publik und meldet diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit. Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Berlin haben eigene Ansprechpartner für LGBTI.

Vergangenen Monat hat die Bundesregierung in der Antwort auf einen Kleine Anfrage der Linksfraktion bekanntgegeben, dass die Zahl der bundesweit gemeldeten queerfeindlichen Straftaten binnen eines Jahres um 46 Prozent angestiegen ist (queer.de berichtete). Die demokratischen Oppositionsparteien forderten daraufhin die Bundesregierung zum Handeln auf. (cw/pm)



#1 FinnAnonym
  • 21.10.2019, 13:18h
  • Die Politik redet bei solchen Taten immer gerne von "Alarmzeichen".

    Meine Frage dazu:
    Wieviele Alarmzeichen braucht es noch, bis die Politik endlich aus ihrem Dornröschenschlaf aufwacht und aktiv wird?
  • Antworten » | Direktlink »
#2 mactorProfil
  • 21.10.2019, 13:51hBerlin
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Berlin wir rot/rot/grün regiert. Der Bezirk Schöneberg wo die Szene ist von rot/grün. Der Bezirk grenzt an Kreuzberg wo grün regiert.
    Das sind die Parteien die von der "Szene" dort und der "Community" Deutschlandweit auch unbedingt seit Jahren gewollt und gewählt werden.
    Solange das so ist wird es wohl auch nicht besser.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 N8EngelProfil
  • 21.10.2019, 14:08hWenden
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Für ein derartig drastischen Ausdruck wie "Alarmzeichen" reicht es bei der Politik erst, wenn es Tote gegeben hat - vgl. Die Rethorik nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle
  • Antworten » | Direktlink »
#4 AmurPrideProfil
  • 21.10.2019, 15:28hKöln
  • Antwort auf #2 von mactor
  • Mein lieber mactor,

    ein homophobes Arschloch haut mitten in der Nacht, wohlgemerkt ohne angemacht, ja sogar auch nur angesprochen worden zu sein, urplötzlich einem Barbesucher voll in die Fresse, nur weil er diesen für sich explizit als schwul identifiziert hat, und Du machst als geistigen Urheber ""..rot/rot/grün.." dafür verantwortlich?

    Einfach unfassbar in was für Parallelwelten hier einige von uns zu leben scheinen!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 ZenkimausAnonym
#6 IngoAnonym
  • 21.10.2019, 18:46h
  • Ohne Zweifel muss mehr für die Sicherheit, die Unversehrtheit, die Selbstbestimmung und die Freiheit queerer Menschen getan werden. In der Schule (Pädagog_innen), von der Polizei, ganz klar von der Politik und auch von allen Mitmenschen, die bei verbalen und körperlichen Übergriffen anwesend sind.
    Der beschriebene Vorfall hätte aber m. E. von gar niemandem der oben genannten verhindert werden können. Eine impulsive Tat eines Vollpfosten, der vermutlich betrunken war.
    Mich würde eher interessieren, wie schnell die Polizei gerufen wurde, wie schnell sie da war, was sie tat und warum andere Anwesende den Täter nicht festhielten.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 FinnAnonym
  • 21.10.2019, 20:01h
  • Antwort auf #2 von mactor
  • Ist es eigentlich zu viel verlangt, auch mal den Artikel zu lesen, den man kommentieren möchte?

    Wie queer.de in jedem Artikel über LGBTI-feindliche Gewalt in Berlin schreibt, erfahren wir nur deshalb so viel darüber, weil die Berliner Polizei das dankenswerterweise separat auswertet.

    Das heißt nicht, dass das ein Berliner Problem ist und es anderswo besser sei. Von anderswo erfährt man es nur nicht.

    Übrigens haben Grüne (!) und Linkspartei (!) schon mehrfach Anträge in den Bundestag eingebracht, das deutschlandweit zu erfassen, damit man überhaupt weiß, wie groß das Problem überhaupt ist. Aber das wird regelmäßig von Union und SPD abgelehnt.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FinnAnonym
  • 21.10.2019, 20:07h
  • Antwort auf #4 von AmurPride
  • Auch wenn ich den Beitrag von mactor ebenfalls unsinnig fand, so würde ich dennoch nicht generell eine Mitschuld der Politik ablehnen.

    Natürlich ruft kein Politiker explizit zu Gewalt gegen LGBTI auf. (Zumindest nicht demokratische Parteien.) Aber wenn man z.B. volle rechtliche Gleichstellung ablehnt, dann hat das Auswirkungen auf das gesellschaftliche Klima - indirekt auch auf diejenigen, die gar nichts von Politik mitkriegen. Das ist alles in soziologischen Studien belegt.

    Und man könnte natürlich auch mit Bildungsplänen, Aktionsplänen, etc. gegensteuern. Wer das blockiert ist natürlich dennoch nicht direkt für Gewalt verantwortlich, trägt jedoch indirekt dazu bei.

    Deswegen haben blockierende Parteien und Politiker durchaus eine Mitschuld. Denn es gibt eben nicht nur direkte Beteiligung, sondern auch indirekte Verantwortung.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 Carsten ACAnonym
  • 21.10.2019, 20:42h
  • Antwort auf #8 von Finn
  • Ja, andere Staaten zeigen vorbildhaft, wie man mit homo- und transphober Gewalt umgeht. Das kann nicht alles verhindern, aber einiges. Und steigert vor allem die Sensibilität der anderen Bürger und das Selbstbewusstsein der Betroffenen.

    Aber ausgrechnet das Land des rosa Winkels ist wieder mal Entwicklungsland, weil Union und SPD nicht mal beim Thema Gewalt aktiv werden.
  • Antworten » | Direktlink »