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RAI-Interview

Italienische Fußball-Nationalspielerin outet sich

In einem Interview sprach Elena Linari erstmals öffentlich über ihre Homosexualität – und beklagte das gesellschaftliche Klima in Italien.


Linari in einem Interview bei der WM 2019 in Frankreich

  • 21. Oktober 2019, 11:28h 19 3 Min.

Die italienische Fußballnationalspielerin Elena Linari, als Verteidigerin derzeit bei Atlético Madrid unter Vertrag, hat in einem Interview erstmals öffentlich über ihr Lesbischsein gesprochen – zumindest, was italienische Medien betrifft.

"In meinem Privatleben muss ich frei sein, das zu tun, was ich will. In Madrid habe ich kein Problem damit, über meine Homosexualität zu sprechen", so die 25-Jährige. "Und weißt du, warum? Weil es nicht so ein Schock-Thema ist wie in Italien, wo viele Menschen schlecht reagieren. In Spanien lesbisch oder schwul zu sein ist nicht das gleiche wie in Italien lesbisch oder schwul zu sein. In Spanien ist die Freiheit der Gefühle ein gemeinsamer Wert, in Italien nicht. In Italien bin ich die Erste, die Angst hat, sich mit dem Thema zu befassen, weil ich nicht weiß, wie die Leute reagieren könnten. Ich habe Angst vor dem Urteil der Leute."

/ ElenaLinari
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In der Sendung "Dribbling" des Senders RAI 2 vom Samstag beklagte die Fußballerin die Auswirkungen des Klimas: So zensiere man sich selbst, stelle einen Post in sozialen Netzwerken nicht online, "weil wir in Italien noch nicht so weit sind". Viele Fußballer schützten sich mit einer vermeintlichen heterosexuellen Beziehung. "Aber es gibt Schwule und Lesben im Fußball, in anderen Sportarten und im Alltagsleben."

Die Großmutter machte ihr Mut

In ihrer Familie habe die aus Fiesole in der Metropolregion Florenz stammende Linari Rückhalt erhalten. "Was meine Großmutter mir erzählte, als sie von meiner Homosexualität erfuhr, war rührend. Sie war glücklich, sagte mir aber unter Tränen: 'Ich habe solche Angst um dich, weil du nicht beschützt bist.' Ich brach in Tränen aus, aber vor Freude, denn diese Worte kamen von einer Großmutter, einer Person im Alter von 80 Jahren."

Sie verstehe nicht, dass manche Eltern Probleme mit einem schwulen oder lesbischen Kind hätten. "Sie denken das falsch. Wenn du ein Kind hast, ist das wichtigste, dass das Kind glücklich ist. Wenn das Kind in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung glücklich ist, sehe ich nicht das Problem." Eltern sollten für eine offene Atmopshäre eintreten, in der Homosexualität nicht mehr als Problem angesehen werde.


Linari im WM-Einsatz 2019. Bild: Elena Linari / twitter

Dazu passend beklagte die Teilnehmerin der Weltmeisterschaft 2019 das "Paradox", dass man die größte Aufmerksamkeit für Frauenfußball erwecken könnte, in dem man über Homosexualität spricht. "Müssen wir sagen, dass eine Spielerin mit einer Frau zusammen ist, um das Interesse der Leute zu bekommen? Wenn das so ist, läuft das alles schief." Ihre Partnerin lebe in Italien, sagte sie noch, was "keine Schlagzeile" ist. Seit langem plane sie, ihr einen Torjubel zu widmen. Doch auf das Tor wartet die Verteidigerin noch.

Das Coming-out wurde von italienischen Medien positiv und als wichtiger Schritt aufgefasst: "Nach so vielen berühmten Sportlerinnen und Sportlern – angefangen bei ihrer Kollegin, der Amerikanerin Megan Rapinoe – gelang Elena Linari ein Durchbruch in einer Welt – der des italienischen Fußballs -, die in staubigen Vorurteilen verankert war und kein Werkzeug zur Bekämpfung von Intoleranz fand", kommentierte etwa "Vanity Fair". (cw)

-w-

#1 FinnAnonym
  • 21.10.2019, 13:35h
  • Tja, ich muss es leider sagen wie es ist:
    das vermeintlich "schwache Geschlecht" ist wohl doch das stärkere Geschlecht.

    Und die FußballspielerINNEN haben offenbar mehr Mumm und Eier als ihre männlichen Kollegen.
  • Direktlink »
#2 trans naysayerAnonym
#3 ZenkimausAnonym