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RAI-Interview

Italienische Fußball-Nationalspielerin outet sich

In einem Interview sprach Elena Linari erstmals öffentlich über ihre Homosexualität – und beklagte das gesellschaftliche Klima in Italien.


Linari in einem Interview bei der WM 2019 in Frankreich

Die italienische Fußballnationalspielerin Elena Linari, als Verteidigerin derzeit bei Atlético Madrid unter Vertrag, hat in einem Interview erstmals öffentlich über ihr Lesbischsein gesprochen – zumindest, was italienische Medien betrifft.

"In meinem Privatleben muss ich frei sein, das zu tun, was ich will. In Madrid habe ich kein Problem damit, über meine Homosexualität zu sprechen", so die 25-Jährige. "Und weißt du, warum? Weil es nicht so ein Schock-Thema ist wie in Italien, wo viele Menschen schlecht reagieren. In Spanien lesbisch oder schwul zu sein ist nicht das gleiche wie in Italien lesbisch oder schwul zu sein. In Spanien ist die Freiheit der Gefühle ein gemeinsamer Wert, in Italien nicht. In Italien bin ich die Erste, die Angst hat, sich mit dem Thema zu befassen, weil ich nicht weiß, wie die Leute reagieren könnten. Ich habe Angst vor dem Urteil der Leute."

Twitter / ElenaLinari

In der Sendung "Dribbling" des Senders RAI 2 vom Samstag beklagte die Fußballerin die Auswirkungen des Klimas: So zensiere man sich selbst, stelle einen Post in sozialen Netzwerken nicht online, "weil wir in Italien noch nicht so weit sind". Viele Fußballer schützten sich mit einer vermeintlichen heterosexuellen Beziehung. "Aber es gibt Schwule und Lesben im Fußball, in anderen Sportarten und im Alltagsleben."

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Die Großmutter machte ihr Mut

In ihrer Familie habe die aus Fiesole in der Metropolregion Florenz stammende Linari Rückhalt erhalten. "Was meine Großmutter mir erzählte, als sie von meiner Homosexualität erfuhr, war rührend. Sie war glücklich, sagte mir aber unter Tränen: 'Ich habe solche Angst um dich, weil du nicht beschützt bist.' Ich brach in Tränen aus, aber vor Freude, denn diese Worte kamen von einer Großmutter, einer Person im Alter von 80 Jahren."

Sie verstehe nicht, dass manche Eltern Probleme mit einem schwulen oder lesbischen Kind hätten. "Sie denken das falsch. Wenn du ein Kind hast, ist das wichtigste, dass das Kind glücklich ist. Wenn das Kind in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung glücklich ist, sehe ich nicht das Problem." Eltern sollten für eine offene Atmopshäre eintreten, in der Homosexualität nicht mehr als Problem angesehen werde.


Linari im WM-Einsatz 2019. Bild: Elena Linari / twitter

Dazu passend beklagte die Teilnehmerin der Weltmeisterschaft 2019 das "Paradox", dass man die größte Aufmerksamkeit für Frauenfußball erwecken könnte, in dem man über Homosexualität spricht. "Müssen wir sagen, dass eine Spielerin mit einer Frau zusammen ist, um das Interesse der Leute zu bekommen? Wenn das so ist, läuft das alles schief." Ihre Partnerin lebe in Italien, sagte sie noch, was "keine Schlagzeile" ist. Seit langem plane sie, ihr einen Torjubel zu widmen. Doch auf das Tor wartet die Verteidigerin noch.

Das Coming-out wurde von italienischen Medien positiv und als wichtiger Schritt aufgefasst: "Nach so vielen berühmten Sportlerinnen und Sportlern – angefangen bei ihrer Kollegin, der Amerikanerin Megan Rapinoe – gelang Elena Linari ein Durchbruch in einer Welt – der des italienischen Fußballs -, die in staubigen Vorurteilen verankert war und kein Werkzeug zur Bekämpfung von Intoleranz fand", kommentierte etwa "Vanity Fair". (cw)



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#1 FinnAnonym
  • 21.10.2019, 13:35h
  • Tja, ich muss es leider sagen wie es ist:
    das vermeintlich "schwache Geschlecht" ist wohl doch das stärkere Geschlecht.

    Und die FußballspielerINNEN haben offenbar mehr Mumm und Eier als ihre männlichen Kollegen.
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#2 trans naysayerAnonym
#3 ZenkimausAnonym
#4 PiakAnonym
  • 21.10.2019, 15:26h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Wohl kaum. Der gemeine Durchschnittsproll geht doch ohnehin davon aus, dass alle Fussballerinnen lesbisch sind, weil es ein männlicher Sport ist. Das Outing einer Fussballerin bestätigt in der Regel also nur bereits vorhandene Klischees. Der Spielerin kann man natürlich nur Glück wünschen. Die Ausgangssituation ist aber wirklich eine ganz andere. Bei den Männern ist das Problem m.E. heute weniger die Reaktion von Fans oder Sponsoren, sondern von Trainern, Vereinsfunktionären und auch Mitspielern. Es gibt noch genug versteckte Christoph Daums und Mario Baslers mit viel Macht dort.
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#5 Schlechtmacher-WatchAnonym
#6 Schlechtmacher-WatchAnonym
  • 21.10.2019, 15:51h
  • Antwort auf #1 von Finn
  • Das ist sehr wertschätzend von dir, aber ich sehe es so wie @ Piak : Frauen im Fußball gelten als starke Frauen, wenn sie sich outen stehen sie umso selbstbewusster dar. Die Situation von Männern bezüglich der heteronormativen Männlichkeitsrolle ist im Fußball eine ganz andere.
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#7 trans naysayerAnonym
  • 21.10.2019, 17:12h
  • Antwort auf #6 von Schlechtmacher-Watch
  • "Frauen im Fußball gelten als starke Frauen, wenn sie sich outen stehen sie umso selbstbewusster dar."

    Das waren sie auch schon vorher. Selbstbewusst.

    Weil sie eine heteronormative Frauenrolle(!) längst dekonstruiert und entlarvt haben.

    Ohne Selbst-Bewusstsein kein coming out.

    "Die Situation von Männern bezüglich der heteronormativen Männlichkeitsrolle ist im Fußball eine ganz andere."

    Wann kommt der Mann, der diese "heteronormative Männlichkeitsrolle" endlich als in Wahrheit schwach und zerbrechlich dekonstruiert-?

    Sie letztendlich als KONSTRUKT entlarvt-? So, wie die heteronormative Frauenrolle auch von Frauen als KONSTRUKT entlarvt wurde-?

    Es ist einfach das denkbar Blödeste, dieses Konstrukt des "heteronormativen Männlichkeitsbildes" auch noch selber aufrecht zu erhalten, wenn es doch offensichtlich falsch ist. Ein Fake.

    Wo sind all die selbst-bewussten, emanzipierten schwulen Cismänner im Fussball-?

    Wann kommt der Mann, der endlich den "Mumm" hat, auf dieses "heteronormative Männlichkeitsbild" zu pfeifen und zu seiner Verletzbarkeit zu stehen-?

    Letztendlich um ein "heteronormatives Männlichkeitsbild" als Konstrukt zu entlarven - als Lüge - und neue Bilder von "Männlichkeit" aufzuzeigen-? Als verantwortungsbewusstes, emanzipiertes role-model. Für junge Männer und Jungs. Und nicht nur für schwule - auch für alle anderen Jungs!
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#8 Schlechtmacher-WatchAnonym
  • 21.10.2019, 18:16h
  • Antwort auf #7 von trans naysayer
  • " Wann kommt der Mann..."

    Das ist wie mit "guten" Politikern. Sie sind weg vom Fenster, bevor wir überhaupt mitkriegen, dass es sie gegeben hat.
    Deshalb gibt es an anderer Stelle diese emanzipierten Männer - aber nicht im Fußball, denn dieser ist zu übermächtig.
    Frauen sind keine "besseren" Menschen!
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#9 trans naysayerAnonym
  • 21.10.2019, 20:06h
  • Antwort auf #8 von Schlechtmacher-Watch
  • "diese emanzipierten Männer - aber nicht im Fußball, denn dieser ist zu übermächtig."

    Du sprichst hier mit einer Transfrau!
    Mit einer Transwoman of Color!!
    Bisexuell.

    Und Du kommst mir als weisser schwuler Cismann mit Mimimi von "zu übermächtig"-?

    Ist das Dein Ernst?

    Seriously!?

    Weisse schwule Cismänner sind die priviligiertesten Mitglieder unserer communities!!!

    Bei "heteronormierten Männlichkeitsbildern" geht es um DAS hier:

    www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.badstubers-muschi-entg
    leisung-warum-sexistische-sprache-auf-die-goldwaage-gehoert.
    c5d51764-31ae-4628-be49-2aac28d3badd.html


    Auch in diesem Forum gibt es Männer, die sich u.a.
    - über die Abwertung von Frauen
    - über die Abwertung ihrer Körper
    - oder über die Abwertung der Genitalien von Frauen

    definieren und "solidarisieren". Offensichtlich ist es wichtig für ihre Selbst-Definition als "Mann". Die Abwertung anderer. Auch schwule Männer.

    Meine Schwestern werden nicht abgeschlachtet (in Brasilien täglich Eine, also über 300/Jahr und in den USA 2/Monat) weil Männer mit "heteronormierten Männlichkeitsbildern" uns hassen. Sie hassen uns nicht. Wir werden abgeschlachtet, weil sie SICH HASSEN, wegen dem, was es BEDEUTET, wenn sie sich in uns verlieben!

    Heteronormierte Männer sind für uns Transfrauen LEBENSGEFÄHRLICH! Wortwörtlich.

    Meine Schwestern werden i.d.R. nicht von Fremden getötet. Sie werden von ihren Partnern und Liebhabern getötet.

    Aufgrund der Selbstzweifel, die ihr "heteronormiertes Männerbild" in ihnen auslöst.

    Sie sehen sich dann als "weich", "schwul", "Pussies", "Muschis" und "schwache Männer"...

    SCHWACH und FRAGIL, wie "heteronormierte Männlichkeit" ist, sucht sie die Ursache dafür natürlich nicht bei sich, sondern macht das Gegenüber - wegen seiner puren Existenz - für die eigenen toxischen Gefühle verantwortlich. Die "Lösung" dieser Männer mit "heteronormiertem Männlichkeitsbild" besteht folglich in ihrer inneren Logik in der Auslöschung und Vernichtung ihres Gegenübers. Die, die "schuld" an ihren Gefühlen für uns sind. Uns.

    Du siehst, ich habe ein ganz KONKRETES, ein EXISTENZIELLES und PERSÖNLICHES INTERESSE daran, dass sich heteronormative Männlichkeitsbilder ändern!

    Und ich weiss ja schliesslich auch, dass es funktioniert:

    Ich kann Dir versichern, dass es ein Mann mit "heteronormierter Männlichkeit" in meinem ganzen Leben nie auch nur in meine Nähe geschafft hat. Nicht mal als Freund. Ich bin an diesen lächerlichen, empathielosen Ganzkörpermasken ein Leben lang nie interessiert gewesen.

    Es gibt weitaus mehr emanzipierte heterosexuelle Cismänner, als Du denkst. Einige waren/sind meine Liebhaber. Männer, die ihr heteronormiertes Männerbild in ihrem Leben reflektiert und abgelegt haben. Und plötzlich ist es ihnen vollkommen egal, dass die Frau, in die sie sich verlieben oder die sie sexuell attraktiv finden, trans ist. Im Gegenteil. IM GEGENTEIL. Denn in Wahrheit lieben sie uns genau deshalb. Gerade WEGEN unsere kleinen Ambivalenzen, die jede - auch mit noch so gutem passing - hat. Das wird Dich jetzt überraschen: Heterosexuelle Männer LIEBEN Transfrauen.

    In meinem Fall sind das überaus "männliche" Männer. Integere Männer ohne heteronormiertes Selbstbild. Das letzte, was ich ihnen absprechen würde, wäre ihre Männlichkeit.

    Darum geht es. Um neue Narrative von "Männlichkeit".

    Damit aber nicht genug - kein anderer Mann, z.B. der im oben verlinkten Artikel, kommt an ihrer kategorischen Massregelung vorbei!

    Wo sind die schwulen Fussballer, die sich im Fall des oben verlinkten Artikels zu Wort melden und diesen "Kollegen" scharf kritisieren-?!

    Sie versagen auch hier.

    Dieser "Mann" (lol) hat sich bei allen entschuldigt, die er "mit den Namen weiblicher Genitalien" BELEIDIGT (sic) hat - nur nicht bei denen, die er wirklich beleidigt hat: FRAUEN (und allen anderen mit "Muschis").

    Die ABWERTUNG von Frauen beginnt lange vor ihrer Ermordung!

    Ich will, dass meine Schwestern und ich in Frieden leben und lieben können.

    Von den priviligiertesten Mitgliedern der LGBTIQ-community im Breitensport erwarte ich, dass sie endlich ihre VERANTWORTUNG übernehmen!

    Nach dem erneuten coming out einer Frau noch mehr als gestern.

    Ich warte.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 FinnAnonym