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Procter & Gamble

Nach Trans-Protest: "Always" entfernt weibliches Symbol von seinen Binden

Auf Monatsbinden der Marke "Always" ist bislang ein Venussymbol enthalten, obwohl auch Transmänner diese Artikel benutzen. Die amerikanische Mutterfirma reagierte nun auf Beschwerden aus Europa. Rechte Scharfmacher sind außer sich.


"Always" gehört auch in Deutschland zu den beliebtesten Marken für Binden – und kommt in vielen Variationen (Bild: P&G)

Der amerikanische Damenhygieneproduktehersteller "Always" hat vergangene Woche in einer Mitteilung an den britischen Trans-Aktivisten Ben Saunders erklärt, dass künftig in Europa nicht mehr das Venussymbol (♀) auf Produkten abgebildet werden würde. Grund dafür sind offenbar Beschwerden von Transmännern, die sich daran störten, dass sie ein Produkt benutzen müssten, in dem das Symbol für Weiblichkeit aufgedruckt sei.


Stein des Anstoßes war dieses Symbol auf "Always"-Binden

"Wir haben Ihnen zugehört und unser Marketingsteam hat eine Lösung gefunden", hieß es in der von Aktivisten veröffentlichten Mitteilung der zu Procter & Gamble (P&G) gehörenden Marke. Ab Dezember werde man eine neue Verpackung ohne das Symbol an die Läden verteilen. Sie würden dann im Januar oder Februar 2020 überall erhältlich sein.


Die Antwort von Procter & Gamble

Procter & Gamble bestätigte gegenüber britischen Medien, dass die Änderungen bis Ende des Jahres durchgeführt werden würden. "Seit über 35 Jahre vertreten wir Mädchen und Frauen und werden das auch weiter tun", heißt es in einer Pressemitteilung. "Wir fühlen uns auch der Vielfalt und Offenheit verpflichtet und wissen, dass sich nicht jede Person, die eine Monatsblutung hat und unser Produkt braucht, als weiblich identifiziert. Darum wollten wir sicherstellen, dass jede Person, die das Produkt braucht, mit 'Always' zufrieden ist."

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Proteste von Rechtsaußen

Rechte und rechtsradikale Publikationen haben in Großbritannien und anderen Ländern diese Änderung genutzt, um Stimmung gegen Transpersonen zu machen. "Die Transgender-Lobby zwingt Bindenproduzent 'Always' dazu, das Venus-Logo von seinen Produkten zu entfernen", heißt etwa eine Überschrift im millionenfach verkauften erzkonservativen Boulevardblatt "Daily Mail", das in der Vergangenheit Homosexuelle mit Nazis gleichgesetzt hatte (queer.de berichtete).

Im Boulevardblatt "The Sun" erklärte Transhasserin Lizzie Watson, dass "biologische Frauen", wie cissexuelle Frauen von Transhassern bezeichnet werden, "Always" fortan boykottieren sollten. Nur so könnten die Produzenten sehen, "dass auch echte Frauen Gefühle haben".

Als Reaktion auf verbale Angriffe von Rechtsaußen hat Aktivist Ben Saunders sein Twitter-Profil inzwischen auf Privat umgestellt, so dass es für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich ist. (dk)



#1 TamiAnonym
#2 DominikAnonym
  • 22.10.2019, 16:28h
  • Soweit ich weiß, werden solche Binden ja auch schon lange von älteren Herren benutzt, die inkontinent sind. Insofern macht es auch Sinn, die Binde als Unisex-Produkt zu betrachten.
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#3 stromboliProfil
#4 NoPinkAnonym
  • 22.10.2019, 17:04h
  • Gute Aktion von P+G.
    Mir als Cis-Frau ist es auf gut deutsch gesagt wurscht, wie die Verpackung meiner Binden oder Tampons aussieht. (Ich finde es viel schlimmer, dass auf die Dinger der "Luxusgüter"-Mehrwertsteuersatz erhoben wird, aber das nur am Rande.)
    Für trans oder nicht binäre Menschen, die solche Produkte brauchen, ist es aber bestimmt deutlich angenehmer, wenn die Verpackung geschlechtsneutral gehalten ist und eben nicht pink/mit Blümchen/Schmetterlingen/Einhörnern/Venus-Symbolen.
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#5 HddkLAnonym
  • 22.10.2019, 19:35h
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • Für ältere Herren mit gewissen Problemen gibt es bei DM speziell Binden für Männer. Ich habe die mal zufällig entdeckt und war erstaunt, dass es sowas überhaupt gibt. Aber warum auch nicht, wenn es für die Betroffenen eine Hilfe ist.

    (Ich hoffe, dass ich jetzt nicht in ein sprachliches oder queerpolitisches Fettnäpfchen getreten bin. Wollte nur darauf aufmerksam machen, dass es Binden auch für Männer gibt.)
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#6 Ralph
  • 22.10.2019, 21:21h
  • Super! Transmenschen sind noch immer Gegenstand psychiatrischer Beurteilung und staatlicher Diskriminierung - aber auf der "Always" gibt es jetzt nicht mehr das Symbol für die Venus. Das ist der Befreiungsschlag, auf den wir alle gewartet haben.

    Mich erinnert das an folgende Begebenheit: Vom damaligen Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Landtag verlangte ich in den Nullerjahren, dass die Schlechterstellung schwuler und lesbischer Paare im Landesrecht endlich ein Ende haben müsse, und zählte den Familienzuschlag, das Standesamt, die Rundfunkgebühr und weitere Punkte auf. Sei alles derzeit nicht aktuell, antwortete er, aber man habe ja schon mal das Schornsteinfegergesetz angepasst. - Boah!!!
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#7 AlexAnonym
  • 22.10.2019, 22:15h
  • Die Menge derer, die sich jetzt über die Änderung aufregen und die Menge derer, die diese Produkte kaufen hat keinerlei Überlappung.

    Cisheterosexuelle Männer mit beschränktem Verstand und Weltbild werden auch weiterhin nichts von Always kaufen. Schneller wurde noch nie ein Boykott umgesetzt. /s
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#8 TheDadProfil
  • 23.10.2019, 09:04hHannover
  • Antwort auf #2 von Dominik
  • ""Soweit ich weiß, werden solche Binden ja auch schon lange von älteren Herren benutzt, die inkontinent sind.""..

    Inkontinenz ist ja nicht auf "ältere Männer" begrenzt..

    Insofern ist dann die Bezeichnung
    "Damenhygieneproduktehersteller Always", wie er im Artikel verwendet wird, auch "irreführend", denn "Procter & Gamble" ist ein US-Amerikanischer "Konsumgüter-Hersteller", und auch der Produzent u.a. von "Pampers"..

    Diese sind aber sowas von Unisex, und auch sowas von nicht begrenzt auf die "inkontinenz älterer"..

    Wer wissen will, was die noch so alles verkaufen, kann hier mal einen kleinen Einblick gewinnen :

    orange.handelsblatt.com/artikel/47591
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#9 ErasmusAnonym
  • 23.10.2019, 12:56h
  • Liebe (z T. latent transphobe) Leserbriefschreibende. Transmänner sind Trans-Personen, die körperlich im weiblichen Geschlecht, zwischen den Ohren aber männlich geboren sind. Dass sie vor einer Hormon-Ersatztherapie die Mens haben, ist für sie nicht lustig. Diesen Umstand zu verstehen braucht ein bisschen Empathie und natürlich Interesse. Beides ist freiwillig.
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