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Gesundheit

Chronischer Durchfall – Ursachen und Behandlung

Chronischer Durchfall ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Welche Ursachen gibt es und was können Sie dagegen tun?


Liegt eine chronifizierte Durchfallerkrankung vor, ist es ratsam, sich von einem Allgemeinarzt untersuchen und behandeln zu lassen (Bild: Frédéric BISSON / flickr)

  • 23. Oktober 2019, 09:46h, noch kein Kommentar

Im Allgemeinen versteht man unter Durchfall (Diarrhö), dass eine übermäßige Entleerung von vorwiegend dünnem bis flüssigem Stuhl vorliegt. Normalerweise ist seine akute Form nach wenigen Tagen überstanden. Sobald es jedoch über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen zu derartigen Veränderungen der Ausscheidungen kommt, ist laut dem Facharzt und Buchautor Berthold Block die Rede von chronischem Durchfall. Welche Ursachen gibt es dafür und was können Sie dagegen tun?

Was sind die Ursachen von chronischem Durchfall?

Eins vorweg: Durchfall an sich ist keine Erkrankung, sondern ein Symptom. Das bedeutet, es bestehen Probleme im Körper, die Beschwerden dieser Art verursachen. In der Regel treten zusätzlich auch Fieber beziehungsweise Übelkeit und Erbrechen auf, die den Durchfall begleiten. Sollten Sie außerdem Blut im Stuhl feststellen oder an Bauchkrämpfen beziehungsweise Kreislaufproblemen leiden, ist es ratsam, umgehend zu einem Allgemeinarzt zu gehen.

Während für akuten Durchfall häufig Infektionen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Stress verantwortlich sind, gehen die Ursachen für chronischen Durchfall meist auf ernstere Krankheiten zurück. Angefangen beim sogenannten Reizdarm-Syndrom, bei dem Betroffene vor allem aufgrund von psychischer Belastung krampfartigen Durchfall bekommen, zählen hierzu auch chronisch-entzündliche Erkrankungen der Magenschleimhaut (chronische Gastritis) oder des Darms (etwa Morbus Crohn). In einigen Fällen liegen auch Störungen des Hormonhaushalts (beispielsweise Schilddrüsenunterfunktion), Fehlfunktionen in der Nahrungsverarbeitung des Magens (Malassimilation) oder Tumorerkrankungen des Darms zugrunde.

Als Folge der genannten Krankheiten, sondert die Darmschleimhaut zum Beispiel vermehrt Flüssigkeit ab. Dadurch wird der Darminhalt entweder verflüssigt oder nicht verdauliche Nahrungsbestandteile, Medikamente oder andere Stoffe (wie etwa Giftstoffe) werden ausgespült. Ist der Darm unter Umständen mit Bakterien oder Parasiten befallen, ist es ebenso möglich, dass seine dadurch entzündete Schleimhaut verstärkt Schleim produziert oder Blut abgibt, was ebenso zu chronischem Durchfall führen kann. Ein weiterer Grund kann sogenannte Hypermotilität sein. Gemeint ist damit eine stark erhöhte Beweglichkeit der Darmmuskulatur, die den Stuhl flüssiger macht und etwa bei Betroffenen mit Reizdarm auftritt.

Was tun gegen chronischen Durchfall?

Liegt eine chronifizierte Durchfallerkrankung vor, ist es ratsam, sich von einem Allgemeinarzt untersuchen und behandeln zu lassen. Die ärztliche Behandlung basiert stets auf einer vorangegangenen Diagnose, die genau bestimmt, welche Erkrankung die Symptome auslöst. Beispielsweise finden dabei endoskopische Untersuchen des Darms statt oder es werden Gewebeproben entnommen, die dann unter anderem hinsichtlich der Menge spezifischer weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) analysiert werden. Diese haben entzündungsregulierende Funktionen und weißen somit auf mögliche Infektionen hin. Vor dem Hintergrund der dort gewonnenen Ergebnisse, wählt der Arzt dann die individuellen Therapiemaßnahmen. Diese sind üblicherweise ausgerichtet auf das Bekämpfen der auslösenden Krankheit.

Grundsätzlich finden darüber hinaus jedoch meist auch sogenannte antidiarrhöische Medikamente (Mittel gegen chronischen Durchfall) Anwendung, die entweder Einfluss auf die Darmbewegung oder auf den Darminhalt nehmen. Hinsichtlich der Bewegung des Darms soll erreicht werden, dass sich die Kontaktzeit zwischen dem beförderten Inhalt und der Darmoberfläche verlängert und die Schleimhaut auf diese Weise mehr Flüssigkeit aufnehmen kann. Die Darmmotilität wird durch die Präparate folglich verlangsamt. Arzneimittel, die sich hingegen direkt auf den Stuhl auswirken, bestehen für gewöhnlich aus Ballaststoffen, die wasserbindend wirken. Das angestrebte Resultat beider Methoden, ist ein fester und trockener Stuhl.

Wie sich die spezifischen Behandlungsmethoden der zugrundeliegenden Erkrankungen gestaltet, entscheidet der behandelnde Arzt je nach vorliegendem Fall. (ak)