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Rachel McKinnon
Hassausbruch gegen trans WM-Siegerin
Online schütten viele Trans-Hasser bis in die Trump-Familie hinein Häme und Hass aus, nachdem die Radfahrerin Rachel McKinnon ihren WM-Titel verteidigen konnte.

Nach ihrem Sieg zeigt Rachel McKinnon stolz die trans Pride-Flagge (Bild: Twitter / Dr. Rachel McKinnon)
- 23. Oktober 2019, 11:29h 3 Min.
Die 37-jährige trans Kanadierin Rachel McKinnon hat am Sonntag zum zweiten Mal in Folge die Bahnrad-Weltmeisterschaft "UCI Track Cycling World Masters Championship" gewinnen können. Der Sieg im englischen Manchester in der Gruppe der 35- bis 39-Jährigen führte sofort zu vielen Gegenreaktionen: Die zweitplatzierte US-Fahrerin Dawn Orwick verweigerte auf dem Siegerpodest beim Siegerfoto das obligatorische Unterhaken mit den Armen, zudem wurden in sozialen Medien ganze Hasstiraden gegen McKinnon abgefeuert, darunter auch von Donald Trump Jr., dem Sohn des US-Präsidenten. Zu den Kritikern gehörten neben vielen rechtspopulistischen Aktivisten auch einige selbsterklärte Feministinnen, die grundsätzlich die Gleichbehandlung von trans Frauen ablehnen.
/ DailyMirrorTransgender cyclist accuses woman she defeated of 'poor sportsmanship' for failing to link arms https://t.co/uZNdzDVmnH pic.twitter.com/HD58OPZnNt
Daily Mirror (@DailyMirror) October 22, 2019
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Trump Jr. schrieb auf Twitter zwei Botschaften gegen die Kanadierin, die seine Landsfrau auf den zweiten Platz verwiesen hatte. In einer hieß es: "Mir tun all die Athletinnen leid, die ihr Leben damit verbracht haben, ihren Sport zu meistern." In einer weiteren schrieb der Präsidentensohn: "Dieser BS [Bullshit, Red.] wird den Frauensport und all das, an dem so viele weibliche Athletinnen ihr ganzen Leben gearbeitet haben, vernichten." Dazu verlinkte er einen Artikel des rechtspopulistischen Meinungsportals "Daily Caller", in dem McKinnon ein "biologischer Mann" genannt wird.

McKinnon, eine Philosophieprofessorin an der Südstaatenuniversität College of Charleston (US-Bundesstaat South Carolina), schrieb später mit Verweis auf die Trump-Tweets: "Das erklärt also die Explosion von Hassbotschaften, die ich erhalte."
/ rachelvmckinnonOh THIS explains the explosion of hate messages I'm getting!! https://t.co/4DTjkb1suB
Dr. Rachel McKinnon (@rachelvmckinnon) October 21, 2019
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In einem weiteren Tweet erklärte sie, dass sie alle Vorgaben bei ihren Testosteronspiegel einhalte – jahrelang sogar die weit strikteren aus dem Jahr 2003. "Ihr habt kein Problem mit den Testosteronspiegel, sondern generell mit trans Frauen", so McKinnon.
/ rachelvmckinnonPssst. I was competing prior to the IOC's 2015 update to their trans policy.
Dr. Rachel McKinnon (@rachelvmckinnon) October 22, 2019
I met the older, more restrictive 2003 policy.
Y'all don't have a problem with testosterone levels, you have a problem with trans women period. Lowering the testosterone limit won't affect me.
McKinnon kritisiert transphobe Konkurrentin
McKinnon übte nach ihrem Sieg auch Kritik an der Silbermedailliengewinnerin Dawn Orwick. "Die Zweitplatzierte hat sich von mir ferngehalten und ihre Hand hinter ihren Rücken gelegt", so McKinnon in einem Tweet. Sie bezeichnete dieses transphobe Verhalten als "Unsportlichkeit". Dagegen habe die Drittplatzierte, die Dänin Kirsten Herup Sovang ihre Solidarität gezeigt, indem sie McKinnons Anstecker mit der Aufschrift "Sport Is A Human Right" (Sport ist ein Menschenrecht) getragen und sie umarmt habe. Gegenüber der britischen Presse sagte Sovang: "Rachel McKinnon war die beste Frau im Wettbewerb und hat anständig und ehrlich gewonnen." Die Amerikanerin Orwick wollte sich dagegen nicht zum Sieg der Kanadierin äußern.
/ rachelvmckinnonThird place, Kirsten wore my #sportisahumanright sticker as a sign of solidarity. We hugged, and are embracing here in celebration.
Dr. Rachel McKinnon (@rachelvmckinnon) October 20, 2019
Second place kept her distance and put her hand behind her back as her own sign… signifying something like poor sportsmanship. pic.twitter.com/iD93INXGhs
Bereits im letzten Jahr hatte der erste WM-Sieg McKinnons zu Irritationen unter Trans-Hassern geführt (queer.de berichtete). Damals erklärte sie, es gebe keinerlei Beweise, dass sie wegen ihrer Geschlechtsidentität Vorteile gegenüber Cisgender-Frauen habe. "Wenn ich gewinne, dann sagen alle, dass ich einen unfairen Vorteil habe. Wenn ich verliere, sagen die selben Leute, dass ich sowieso nicht gut bin. Die Leute werden meinen Sieg nie der harten Arbeit zuschreiben, wie ich es meiner Meinung nach verdient habe", so McKinnon. (dk)














